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Ostkreis Von Sorgen und einer Spende
Landkreis Ostkreis Von Sorgen und einer Spende
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12:00 26.12.2020
Renate Schaake (von links) übergab die Fördermittel an Peter Bittner und Michaela Jaunich.
Renate Schaake (von links) übergab die Fördermittel an Peter Bittner und Michaela Jaunich. Quelle: Florian Lerchbacher
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Kirchhain

Renate Schaake macht sich Sorgen. Die Vorsitzende des Fördervereins des Kirchhainer Hallenbades und Leiterin von Kursen wie Aquajogging sorgt sich insbesondere um ältere Menschen, für die Rehasport im Wasser die nahezu einzige Möglichkeit ist, sich vernünftig zu bewegen. Das Hallenbad ist jedoch seit Beginn des Teillockdowns vor einigen Wochen geschlossen – zu ihrem Unverständnis, wie sie gemeinsam mit Peter Bittner, dem Geschäftsführer der gemeinnützigen Bäder Betriebsgesellschaft Kirchhain im Vorfeld der verschärften Corona-Vorgaben betont. Durch die Chlorung des Wasser sei eine Ausbreitung des Coronavirus im Wasser „im Prinzip unmöglich“, stellt Bittner heraus. „Außerdem wälzen wir die Luft innerhalb von einer Stunde viermal komplett um“, moniert er und ergänzt, dass das Hallenbad 3 500 Kubikmeter groß sei: „Und unsere Lüftung packt 15 000 Kubikmeter in der Stunde.“

Sicherer könne man kaum Sport machen, erklären die beiden und befürchten, dass durch die monatelange Schließung des Hallenbades so einiges zerstört werde. Zum einen fürchte er um die Zukunft der ehrenamtlichen Bäder-Gesellschaft, so Bittner – die zwar Unterstützung in Form der Hälfte der laufenden Kosten bekomme: „Aber leider nichts vom Land.“ Einfach das Wasser ablassen und das Hallenbad sozusagen ausmachen, sei leider nicht möglich: „Dann bekämen wir Probleme mit der Statik.“ Die Becken seien auf den Druck des Wasser ausgelegt. Fehle dieser, bestehe die Gefahr, dass die Kacheln abplatzen, ergänzt seine Stellvertreterin Michaela Jaunich. Insofern muss die Bädergesellschaft das Bad quasi so vorhalten und heizen, als wäre es ein normaler Winter – nur eben, dass keine Nutzer da sind.

Zum anderen sorgen sich Bittner und Schaake um die Menschen, die auf den Rehasport verzichten müssen. Schon nach dem ersten Lockdown hätten viele über eine Verschlechterung der Gesundheit geklagt. „Es bricht ja auch alles weg: Das Immunsystem wird ohne Bewegung beziehungsweise Sport heruntergefahren – dabei sollte man es doch angesichts von Corona stärken“, so Schaake: „Aber stattdessen wurden Sportangebote mit dem Rasenmäher dichtgemacht.“ Sie halte dies für falsch und gefährlich. Die Teilnehmer von rund 30 Rehasportkursen, die im Hallenbad stattfinden, sitzen also seit Wochen auf dem Trocknen. Und da, wie erwähnt, für sie das Wasser quasi der einzige Ort ist, an dem sie Sport machen und etwas für sich und ihren Körper tun können, hat Schaake auch keine Tipps, wie sich die Menschen fit halten können. Ganz zu schweigen von der sozialen Komponente, die durch das Ausfallen der Kurse ebenfalls wegfällt. Problem sei, dass der fehlende Sport genau den Menschen schade, die die Gesellschaft dieser Tage eigentlich schützen will.

Zumindest der Bädergesellschaft weiß Schaake als Vorsitzende des Fördervereins des Hallenbades etwas zu helfen: Sie überbrachte jüngst eine Spende in Höhe von 6 000 Euro, die sie vor Ort überreichte. Dabei betonte sie, dass 1 000 Euro dieses Betrages aus einer Spende des Fördervereins der Mittelpunktschule Wohratal stammten.

von Florian Lerchbacher

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