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Ostkreis B62 wieder frei trotz Stahlseil-Aktion
Landkreis Ostkreis B62 wieder frei trotz Stahlseil-Aktion
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12:32 09.11.2020
Nach mehrtägiger Sperrung wegen einer Protestaktion mit einem Stahlseil ist die Bundesstraße 62 wieder für den Verkehr frei. Unter das Seil wurde ein Gerüst gebaut, so dass es nicht mehr auf die Straße fallen kann. Quelle: Thorsten Richter
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Montag, 12.15 Uhr: 

Die Sperrung der B 62 wurde zwischenzeitlich wieder aufgehoben. Ob weitere kurzfristige Sperrungen erforderlich sein werden, hänge von der Situation, so die Polizei. Wenn sich A-49-Gegner in das Seil hängen, kann es erneut zu Einschränkungen kommen.

Montag, 11.30 Uhr: 

Durch das über die B62 gespannte Seil gibt es offenbar neue Probleme, wie die Polizei mitteilt. Unseren aktuellen Bericht findet Ihr hier

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Sonntag, 15 Uhr: 

Wie die Polizei mitteilt, wurde unter das Seil ein Gerüst gebaut, so dass es nicht mehr auf die Straße fallen kann. Die seit Donnerstag bestehende Sperrung zwischen Stadtallendorf-Niederklein und Kirtorf-Lehrbach ist aufgehoben. Es kann allerdings noch zu Verkehrbehinderungen kommen, da die Strecke unter dem Gerüst nur einspurig befahrbar ist und dazu ein Ampelverkehr eingerichtet wurde.

Das etwa 300 Meter lange Seil überspannt in 15 bis 20 Metern Höhe die B62. Weil es unter Spannung steht, hatte die Polizei darauf hingewiesen, dass es nicht ungefährlich sei, das Seil abzumontieren. Es zieht sich vom Dannenröder Forst auf der einen Seite der Bundesstraße zum Herrenwald auf der anderen Seite. Dabei handelt es sich um Waldstücke, in denen für die A49 gerodet wurde oder die Arbeiten kurz bevorstehen.

Aktivsten protestieren seit Wochen gegen den geplanten Lückenschluss der Autobahn. Gegner lehnen das Projekt aus Klima- und Umweltschutzgründen ab, Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Anbindung für Pendler und Unternehmen.

Unseren ausführlichen Bericht zum Thema findet Ihr hier (erst einloggen, dann lesen) oder am Montag in der gedruckten OP. 

Fake-Aufruf in Kirtorf

Vor Beginn der Rodungsarbeiten für den umstrittenen Weiterbau der A49 im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm ist nun ein gefälschter Aufruf aufgetaucht, in dem Bürger um die Bereitstellung von Privatunterkünften für die Einsatzkräfte gebeten werden. Via Twitter wies die Polizei am Sonntag darauf hin, dass es sich bei den Flyern, die unter anderem den Briefkopf des Polizeipräsidiums Mittelhessen enthielten, um eine Fälschung handele. 

In dem Schreiben, das in Kirtorf nahe Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) verteilt wurde, hieß es unter anderem, die Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern seien seit Ende September in der Herrenwaldkaserne in Stadtallendorf  untergebracht. Die in dem Landkreis steigenden Corona-Fallzahlen stellten die Polizei vor große Herausforderungen. «Eine Stationierung von mehreren tausend Polizeikräften in der Kaserne ist riskant und unverantwortlich.» Daher sei man auf die Hilfe der Bürger in Kirtorf angewiesen.

Wie viele der Flyer verteilt wurden, stehe bisher nicht fest, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag, es liefen Ermittlungen zu den Motiven und Urhebern des Schreibens.

von Ina Tannert und unserer Agentur dpa