Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Großprojekte sollen nicht kollidieren
Landkreis Ostkreis Großprojekte sollen nicht kollidieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 26.04.2021
So sah es vor rund neun Jahren aus, als der erste Teil der Straße tiefergelegt wurde. 
So sah es vor rund neun Jahren aus, als der erste Teil der Straße tiefergelegt wurde.  Quelle: Michael Rinde
Anzeige
Stadtallendorf

Zwei riesige Straßenbauprojekte warten auf die Stadtallendorfer: zum einen der Weiterbau der Autobahn 49, zum anderen der dritte Abschnitt der Tieferlegung der Bundesstraße 454. Läuft alles wie geplant, ist die Autobahn fertig, wenn sich Hessen Mobil an die Bundesstraße macht. Stadtallendorfs Bürgermeisters Christian Somogyi glaubt jedenfalls fest daran, dass dies gelingt: Er verweist auf klare vertragliche Regelungen rund um den Zeitplan beim Bau der Autobahn. Wird gegen diese verstoßen, kommt’s zu Strafen. 

Zeitplan soll eingehalten werden

Aus diesem Grund ist er sich sicher, dass die Strabag alles daran setzen wird, den Zeitplan einzuhalten. Vorgesehen sei, dass die Autobahn bei Stadtallendorf Ende 2024 fertiggestellt wird. 

Der dritte Bauabschnitt an der Bundesstraße soll zwar im zweiten oder dritten Quartal 2023 beginnen – aber nicht unter Vollsperrung. Zu dieser soll es zwischen Juni und Dezember 2025 kommen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Autobahn dann mit ihren Anschlussstellen Süd und Nord als Ausweichstrecke fungieren soll. In zwei Bauabschnitten wurden die B 454, die laut einer Verkehrserhebung im Sommer 2020 rund 18 000 Pkw und 1 050 Lastwagen täglich nutzen, tiefergelegt. 

Und in einiger Zeit soll es weitergehen: Dann wird auch der Teil vom bisherigen Bauende bis zum Bärenschießen angegangen. Die Straße wird dann etwa sechs Meter tiefergelegt, während die Haupt- beziehungsweise Bahnhofstraße über sie herübergeführt wird – mit einem ähnlichen Bauwerk wie einige Hundert Meter weiter an der Wetzlarer Straße. 

So werde verhindert, dass der quasi innerstädtische Verkehr mit dem Durchgangsverkehr in Berührung kommt, sagt Somogyi. „Mit der Tieferlegung (...) sollen sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Leistungsfähigkeit dieser Bundesstraße verbessert werden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die B 454 als Zubringer zu der zukünftigen Anschlussstelle der Autobahn A 49 zwischen Stadtallendorf und Neustadt für die westlich von Stadtallendorf gelegenen Kommunen dienen wird“, teilt Hessen Mobil mit. 

Allerdings gibt es noch einige Punkte zu klären: Zwar habe der dritte Bauabschnitt das sogenannte Planfeststellungverfahren bereits durchlaufen, doch der Entwurf müsse noch an den heutigen Stand der Technik angepasst werden. Bei Gewässer-, Grundwasser- und Lärmschutz gebe es neue Anforderungen. 

Zudem müsse die neue Geh- und Radwegbrücke über die B 454, die als Verbindung zwischen dem Bereich Hofwiese/Maximilian-Kolbe-Straße mit dem Bereich Herrenwaldstraße/Straße des 17. Juni vorgesehen ist, entsprechend den Anforderungen an unbehinderte Mobilität mit flacheren und damit längeren Rampen ausgestattet werden. 

Als Drittes müsse die Straßenentwässerung den heutigen Standards angepasst werden: Anstelle eines Regenrückhaltebeckens in Betonbauweise mit Pumpenanlage/-haus soll eine sogenannte Retentionsbodenfilteranlage gebaut werden. Hessen Mobil plant, im September das Planänderungsverfahren einzuleiten. 

Dann können Einwände vorgebracht werden. Mit einer Beschlussfassung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen wird für Ende 2022 gerechnet. Das Bauende ist für Ende 2026/Anfang 2027 vorgesehen.

Die Stadt habe großen Wert darauf gelegt, die Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten und eine Vollsperrung der Bundesstraße, während die Autobahn bei der Stadt noch nicht fertiggestellt ist, zu verhindern, sagt Somogyi. Um die bestmögliche Lösung für alle Verkehrsteilnehmer zu erarbeiten, waren Hessen Mobil, die Stadt, die zuständigen Verkehrsbehörden sowie Rettungsdienste, Polizei und ÖPNV aufgrund der umfangreichen Auswirkungen des Projektes auf das Verkehrsnetz frühzeitig miteinander in Kontakt getreten. 

Generell wird eine großräumige Umleitung für den Durchgangsverkehr zwischen Schwalmstadt und Marburg vorgesehen. 

Es werden Bauampeln eingesetzt

Zwischenzeitlich werden bei Stadtallendorf Bauampeln eingesetzt. Um die Tieferlegung der Straße vollständig fertigzustellen, müsse sie ab der Kreuzung Hauptstraße/Bahnhofstraße auf rund 800 Metern in Richtung Neustadt für mindestens ein halbes Jahr lang voll gesperrt werden. „Wir wollen die Störung des laufenden Verkehrs auf ein Minimum reduzieren. Ganz verhindern können wir sie nicht“, sagt Somogyi und freut sich, über die Abstimmung der Pläne untereinander. 

Nichtsdestotrotz müssten sich die Bürger auf fünf bis sechs Jahre Bauarbeiten einstellen, beziehungsweise auf eine längere Zeit „leichter bis mittelschwerer Stresssituationen“.

von Florian Lerchbacher

25.04.2021
25.04.2021
25.04.2021