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Ostkreis B454-Ausbau kommt ein Jahr später
Landkreis Ostkreis B454-Ausbau kommt ein Jahr später
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19:00 30.07.2022
Die Kreuzung zwischen B454 und Hauptstraße und Bahnhofstraße bleibt so bis mindestens 2024.
Die Kreuzung zwischen B454 und Hauptstraße und Bahnhofstraße bleibt so bis mindestens 2024. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Der Beginn des dritten Ausbauabschnittes der Bundesstraße 454 bei Stadtallendorf verschiebt sich erneut und zwar um etwa ein Jahr. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Behörde Hessen Mobil und der Stadt Stadtallendorf hervor. Im Herbst vergangenen Jahres war die Behörde noch von einem Baustart im Oktober 2023 ausgegangen. Jetzt ist von der zweiten Jahreshälfte 2024 die Rede. Der dritte Bauabschnitt der Bundesstraße betrifft primär die Kreuzung mit der Bahnhofstraße und der Hauptstraße. „Wir haben jetzt eine aktuelle Zeitschätzung für die weitere Dauer des Planänderungsverfahrens“, erklärt Hessen-Mobil-Sprecherin Sonja Lecher gegenüber der OP. Eine solche Terminschiene spiegele immer die aktuelle Zeitprognose wider. Die Verfahrensdauer eines Planfeststellungs- oder Planänderungsverfahrens sei auch von der Anzahl und dem Inhalt der Stellungnahmen und Einwendungen abhängig. Einwände gab es zum Beispiel wegen geplanter Lärmschutzwände, der Nutzung eines Grundstücks oder vorgesehener Trassen für Versorgungsleitungen.

Kein Konflikt mit A49

Damit scheint trotz aller Verzögerungen eine lang gehegte Sorge in Stadtallendorf trotz oder gerade wegen der Verzögerung vom Tisch. Im Vorfeld hatte es Befürchtungen gegeben, dass zeitgleiche Bauarbeiten an der A49 und an der B454 den Verkehr im Stadtgebiet zum Erliegen brächten. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) hält die Mitteilungen und den aktuellen Zeitplan für den Ausbau insgesamt für eine gute Nachricht. Froh ist er zunächst darüber, dass es nun doch nicht zu einer zeitlichen Kollision zweier Großbaustellen kommen dürfte. Die A49 soll im Oktober 2024 fertiggestellt sein.

„Das Projekt B454 ist für uns unabhängig davon sehr wichtig und notwendig“, unterstreicht er dabei gegenüber der OP. Nur so lasse sich der Durchgangsverkehr auf Dauer vernünftig an der Stadt vorbeiführen – unterirdisch eben. Wie schon beim zweiten Bauabschnitt entsteht an der Kreuzung B454/Hauptstraße/Bahnhofstraße ein Kreisverkehr. Oberirdisch verläuft dann der innerörtliche Verkehr, auf der tiefergelegten Bundesstraße bleibt der Durchgangsverkehr. Eines sei in jedem Falle sicher, so Somogyi: „Diese Baustelle wird auch jetzt eine große Herausforderung für uns bleiben, die allen Verkehrsteilnehmern etwas abverlangen wird“.

Mehr als 14 Jahre zwischen Bauabschnitten

Fertig wäre der dritte Ausbauabschnitt aller Voraussicht nach nunmehr Ende 2027/Anfang 2028. Damit werden zwischen dem Abschluss des zweiten Ausbauabschnittes und dem voraussichtlichen Ende des dritten dann mehr als 14 Jahre liegen. Bei Ende des zweiten Abschnittes hatte die Stadt mal darauf gehofft, dass sich das Folgeprojekt innerhalb weniger Jahre anschließen wird.

Wo steht das Verfahren jetzt? Im vergangenen Jahr hatte Hessen Mobil beim Regierungspräsidium in Gießen das sogenannte Planänderungsverfahren eingeleitet. Die Planungen mussten an die neuen gesetzlichen Vorgaben angepasst werden. Zwischenzeitlich hat Hessen Mobil alle Einwendungen bei der Offenlegung der geänderten Pläne geprüft und alle Unterlagen an das hessische Verkehrsministerium weitergereicht. Dort erfolgt dann die Entscheidung über das neu gefasste Baurecht.

Erst wenn das Verkehrsministerium im nächsten Frühjahr grünes Licht gibt und der aktualisierte Planfeststellungsbeschluss auch rechtskräftig ist, sind weitere Schritte möglich. Voraussetzung für den weiteren Ausbau ist dann auch, dass der Bund das nötige Geld bereitstellt. In der Vergangenheit ging Hessen Mobil von geschätzten Baukosten von 19 Millionen Euro aus. Doch diese Kostenschätzung aus 2017 dürfte sich noch einmal erheblich verändern, sie wird derzeit überarbeitet.

Von Michael Rinde