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Ostkreis Autohaus Funke wird zum Impfzentrum
Landkreis Ostkreis Autohaus Funke wird zum Impfzentrum
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09:00 08.01.2022
Bernd Langer (links) aus Neustadt erhält gleich von Medizinstudent Houmam Anees seine Booster-Impfung.
Bernd Langer (links) aus Neustadt erhält gleich von Medizinstudent Houmam Anees seine Booster-Impfung. Quelle: Andreas Schmidt
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Kirchhain

Anfang Dezember bekam das Autohaus Funke in Kirchhain Post vom Landkreis: Ob man sich vorstellen könne, das Autohaus für eine Corona-Impfung mit dem Impfteam des Landkreises zur Verfügung zu stellen. „Da haben wir gar nicht lange überlegt“, sagt Junior-Chef Alexander Funke. „Denn es ist wichtig, dass wir aus dieser Krisen-Situation endlich herauskommen – und dafür ist die Impfung der richtige Weg.“ „Am 29. Dezember kam dann die Nachfrage des Kreises, wie flexibel wir sind“, erzählt Funke – kurz darauf gab es schon eine Ortsbegehung, wie die Impflinge am besten geleitet werden könnten.

Am Freitag war es dann so weit: Von 12 bis 18 Uhr verwandelte sich ein Teil der Ausstellungsfläche des Autohauses in ein Impfzentrum. „Die ersten, die sich impfen lassen wollten, kamen bereits um 10.30 Uhr“, sagt Funke – sie waren extra aus dem Harz angereist, hatten anderthalb Stunden Fahrzeit auf sich genommen. Warum? „Keine Ahnung, ich war auch sehr erstaunt.“ Doch egal, auch sie bekamen nach Aufklärungsgespräch und Anamnese ihren Piks von Medizinstudent Houmam Anees. In den ersten beiden Stunden waren bereits 60 Menschen geimpft.

Einer von ihnen: Der Neustädter Bernd Langer, der sich seine Booster-Impfung abholte. Er hatte per Newsletter des Autohauses von der Impfung erfahren. „Ich hatte schon einen anderen Termin, aber das hätte noch recht lange gedauert – den kann ich jetzt absagen“, freut sich der 65-Jährige über das Angebot am außergewöhnlichen Ort.

Autohäuser sind mit ihren großen Flächen prädestiniert

Sich boostern zu lassen, stehe für ihn außer Frage, „so habe ich Sicherheit für mich und schütze auch andere“, erläutert er seine Motivation. Impfgegner könne er indes nicht verstehen.

Alexander Funke hofft indes – wie auch sein Vater, Geschäftsführer Ralf Funke –, dass weitere Unternehmen dem Beispiel folgen und ihre Flächen zur Verfügung stellen. Einige hatten das bereits getan (die OP berichtete), „ob es allerdings schon Autohäuser gab, weiß ich nicht“.

Dabei seien diese geradezu prädestiniert aufgrund ihrer meist großen Ausstellungsflächen, die sich mit wenig Aufwand gut unterteilen ließen. Überhaupt war das gesamte Funke-Team begeistert davon, wie schnell und routiniert das Impfteam nicht nur alles aufgebaut hatte, sondern auch das Handling vornahm. „Wir mussten uns um so gut wie nichts kümmern“, erzählt Funke: Nach der initialen Ortsbegehung „haben wir nur mit Trassierband draußen einen Korridor zum Anstellen markiert – und im Inneren die Laufwege“. Dass alles in geordneten Bahnen verlief, dafür sorgte ein vom Landkreis organisierter Sicherheitsdienst, „der hat sehr angenehm den Zugang geregelt“, sagt Funke. Aus dem Ausstellungsraum seien lediglich zwei Autos entfernt worden – „schon gab es genug Platz“. Nämlich zunächst einen Wartebereich vor der Anamnese, dann etwas entfernt einen Tisch, an dem die Ärztin die Aufklärungsgespräche vornahm, dahinter eine weitere Station für den „Papierkram“ – und schließlich eine mittels Paravents abgetrennte mobile „Impfkabine“, die das Impfteam ebenfalls dabeihatte.

Wenig Aufwand für wichtige Sache

„Die Spritzen konnten an unserem Info-Terminal aufgezogen werden, und ansonsten haben wir lediglich noch einige Stühle besorgt, um eine Ruhezone zu schaffen, in der die Geimpften warten konnten, ob es Nebenwirkungen gibt“, erzählt Alexander Funke. Und zieht das erfreuliche Fazit: „So konnten wir uns mit wirklich überschaubarem Aufwand an dieser wichtigen Sache beteiligen.“ Sorge hatten sie nur, ob es beispielsweise einen „Shitstorm“ im Internet durch Impfgegner geben würde – „es ist aber zum Glück alles ruhig geblieben. Das hätten wir aber auch in Kauf genommen.“

Von Andreas Schmidt

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