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Ostkreis A49-Gegner blockieren Ferrero
Landkreis Ostkreis A49-Gegner blockieren Ferrero
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16:35 12.10.2020
Autobahngegner blockieren ein Werkstor bei Ferrero in Stadtallendorf.  Quelle: Nadine Weigel
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16.11 Uhr: Polizei setzt Pfefferspray ein

Wie die Polizei aktuell mitteilt, kontrollierten Beamte gegen 12.30 Uhr unmittelbar vor einem militärischen Sicherheitsbereich eine 14-köpfige Personengruppe. Im Zuge der Kontrolle flüchteten ein Mann und eine Frau. Beide
versteckten sich in einer nahegelegenen Kuhle und folgten der Aufforderung nicht, aus der Kuhle herauszukommen. Als die Polizei den Mann aus seinem Versteck ziehen wollte, schlug dieser unvermittelt zu und traf einen Beamten mit der Faust im Gesicht. Bei der anschließenden Festnahme kam es zu Gerangel und infolge des Widerstands zum Einsatz von Pfefferspray. Zwei Polizeibeamte erlitten dabei Verletzungen. Der Angreifer blieb bis auf die Auswirkung des Pfeffersprays unverletzt. Bei ihm und allen durch das Pfefferspray Betroffenen wurden noch vor Ort die Augen ausgespült. Die kontrollierten Personen erhielten nach den polizeilichen Maßnahmen eine Platzverweis, gegen den Mann wurde Anzeige wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte erstattet.

15.30 Uhr: Niederrheinische Straße weiterhin gesperrt

Die Niederrheinische Straße ist ab Höhe Wertstoffhof aus und in Richtung Neustadt weiterhin gesperrt.

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12.45 Uhr: Beamte des SEK holen Aktivisten von den Bäumen

Die beiden Aktivisten, die in den Wald gerannt waren, wurden von den Bäumen geholt und erkennungsdienstlich behandelt. Die Fällarbeiten gehen weiter.

12 Uhr: A49-Gegner klettern in Bäume

Die Polizei bestätigt, dass einige A49-Gegner in den Wald gelaufen sind und sich jetzt in der Gefahrenzone auf Bäumen befinden. Eine Spezialeinheit der Polizei – das SEK – bereitet sich auf einen Einsatz vor.  In der Nähe davon: Camp Neuerdings. 

Foto: Nadine Weigel
11.45 Uhr: Landstraße nach Niederklein blockiert

Die Polizei warnt vor Verkehrsbeeinträchtigungen auf der Landstraße zwischen Stadtallendorf und Niederklein. Der Grund: die spontane, von der Polizei geschützte Demonstration. Unterdessen melden A49-Gegner auf Twitter: 

11 Uhr: Arbeiter fällen Bäume

An der Niederrheinischen Straße fallen die ersten Bäume. 

Foto: Nadine Weigel
10 Uhr: Forstmaschinen rollen an

Die Polizei hat die Durchsuchung des Waldes beendet - und niemanden angetroffen. Das Baumfällen kann beginnen. Die Forstmaschinen rollen an.

Die Polizei äußert sich unterdessen schockiert über die Geschehnisse des Wochenendes. Bei Lehrbach (Vogelsberg) wurde ein Polizeiauto, in dem vier Polizisten saßen, mit Steinen und Farbbeuteln beworfen. "Wir haben unsere Kräfte sensibilisiert, auf die eigene Sicherung zu achten", sagt Sprecherin Sylvia Frech. Sie appelliert an alle, die friedlich ihre Meinung kundtun wollen, sich von den gewaltbereiten Personen zu distanzieren.

9.50 Uhr: Polizei im Herrenwald

Heute ist der Herrenwald südlich der Bundesstraße 454 an der Reihe. Polizisten prüfen gerade, ob sich noch Personen im Wald aufhalten. Bislang haben die Beamten nur Personen und Bauwerke außerhalb der Sicherheitszone entdeckt. Die dürfen bleiben.

9.45 Uhr: Blockade aufgehoben

Das Ferrero-Tor ist wieder frei. Die zahlreichen Lkw, die sich aufgestaut hatten, rollen ins Werk. 

9.30 Uhr: Polizei sperrt Straßen

Autofahrer, aufgepasst: Die Niederrheinische Straße ist ab dem Abzweig zur Hessenkaserne gesperrt. Abgesperrt ist auch die Straße an der Herrenwaldkaserne. Hier sammelt sich die Polizei.

Foto: Florian Lerchbacher
9 Uhr: Spontaner Demozug startet

Einige A49-Gegner starten spontan einen Demozug zur Mahnwache Herrenwald. Die Strecke: Albert-Schweizer-Straße, Bahnhof, Lohpfad und Eulenweg. 

Foto: Nadine Weigel

Andere Autobahngegner bleiben am Ferrero-Werkstor und blockieren weiter Lkw.

Foto: Nadine Weigel
8 Uhr: Protest vor Ferrero

Gut 30 Autobahngegner blockieren seit etwa einer Stunde mit Plakaten und Gesang das Ferrero-Haupttor in Stadtallendorf, um gegen die Rodung nahegelegener Wälder zu protestieren. Vor dem Werk stauen sich zahlreiche Lkw. 

Die Polizei ist vor Ort. Die Lage sei entspannt, der Protest friedlich, sagt die Polizei auf OP-Nachfrage. Verkehrsbehinderungen im Raum Stadtallendorf sind momentan nicht bekannt. 

Foto: Nadine Weigel
Die OP berichtet live aus Stadtallendorf

Der Hintergrund

Seit Jahrzehnten wird der Weiterbau der A49 geplant. Die Autobahn soll einmal Gießen und Kassel miteinander verbinden. Dafür sollen mehrere Hektar Wald unter anderem im Dannenröder Forst bei Homberg (Ohm) sowie im Herrenwald bei Stadtallendorf gerodet werden. 

Seit Jahrzehnten wird um den Lückenschluss erbittert gestritten. Die Befürworter versprechen sich davon weniger Verkehrslärm und eine bessere Verkehrsanbindung. Die Gegner halten das Projekt für überholt und mit der Verkehrswende nicht vereinbar. 

Am 1. Oktober haben die Rodungen für den Weiterbau der A49 begonnen. Die Proteste dagegen wurden jeweils von einem Polizei-Großaufgebot begleitet. (dpa/fgk)

von Michael Rinde, Florian Lerchbacher und Nadine Weigel

---Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert---