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Ostkreis Ab dem 1. Oktober fallen die Bäume
Landkreis Ostkreis Ab dem 1. Oktober fallen die Bäume
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22:04 20.08.2019
Die Visualisierung zeigt die Autobahn 49 bei Stadtallendorf. Die Main-Weser-Bahn quert unüblicherweise die Bundesautobahn einen Stock höher. Der Grund: Aus Lärmschutzgründen wird die Straße fast überall in den Boden eingegraben. Quelle: DEGES/SSF Ingenieure
Stadtallendorf

Der für die Bauvorbereitung zuständige Bernhard Blümel kündigte an, dass die vegetationsfreie Periode zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar genutzt werden solle. „Die Verträge sind gemacht. Wir sind darauf vorbereitet, entlang der ganzen Strecke zu fällen.“ Für das Fällen sei die Bauvorbereitung zuständig. Das Roden der Wurzelstöcke sei dann Sache des Investors, der noch in diesem Jahr den Zuschlag bekommen soll.

Stichwort

DEGES
Der Begriff DEGES steht für Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH und ist eine 1991
gegründete Projektmanagementgesellschaft, die ­heute in Trägerschaft des Bundes und von zwölf Bundesländern liegt. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Berlin schließt – vereinfacht gesagt – die Lücke zwischen den Planern nach dem Planfeststellungsbeschluss und dem Baustellen-Start des Bauherren. Unter Einhaltung der Gesetze und Auflagen bereiten die DEGES-Fachleute auf etlichen Feldern die Verwirklichung von Fernstraßen vor.

Der ÖPP-Auftragnehmer für die A 49 sei nicht mehr auf Einnahmen aus der Lkw-Maut angewiesen. Das neue Modell setze auf die Verfügbarkeit der Straße, erklärte Dr. Daniel Schneider während des Pressegesprächs in Stadtallendorf. Der Auftragnehmer erhalte während der Bauphase Abschlagszahlungen auf rund 50 Prozent der Baukosten, so Schneider.
Das wären für die vom ÖPP-Modell betroffenen Teilstücke Schwalmstadt – Stadtallendorf-Nord und Stadtallendorf-Nord – Gemünden/Felda etwa 350 Millionen Euro. Dazu kommt ein monatliches Entgelt für Betrieb und Unterhalt der Straße und die anteilige Finanzierung. Der Investor verdient ­weniger, wenn die Verfügbarkeit der Straße nicht den vertraglichen
Vorgaben entspricht. Die Definition dafür laut Dr. Daniel Schneider: Die Reduzierung der Fahrstreifenanzahl sowie der Geschwindigkeit.

Weitere Demonstration geplant

Unterdessen hält die Schutzgemeinschaft Gleental an ihrem Widerstand gegen den Weiterbau der A 49 fest. Die Initiative veranstaltet am Freitag, 23. August, ab 14 Uhr eine weitere Fahrrad- und Traktoren-Demonstration gegen die Straße. Die Schutzgemeinschaft fordert in diesem Zusammenhang die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses aus dem Jahr 2012, da dieser gegen geltendes EU-Recht verstoßen habe. Die Schutzgemeinschaft fordert Hessens ­Umweltministerin Priska Hinz auf, diesen Beschluss aufheben zu lassen.
Die Kundgebung beginnt am Sportplatz in Lehrbach und führt anschließend über die Bundesstraße 62 entlang der geplanten Autobahntrasse zur Kirschbrücke bei Niederklein.

  • Was passiert in den kommenden Monaten und Jahren an der A 49? Diese Zeitung berichtet darüber in den nächsten Ausgaben.

von Matthias Mayer