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09:58 31.03.2022
Beste Aussicht auf Rauschenbergs Altstadt bietet sich vom aktuellen Neubaugebiet „Auf dem Kalk“, das ausverkauft ist.
Beste Aussicht auf Rauschenbergs Altstadt bietet sich vom aktuellen Neubaugebiet „Auf dem Kalk“, das ausverkauft ist. Quelle: Nadine Weigel
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Rauschenberg

In Sachen eigener Bauplätze ist die Stadt Rauschenberg aktuell „blank“, sprich, sie hat keine mehr anzubieten. Auf der anderen Seite gibt es eine große Nachfrage, wie Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) klar kommuniziert. Aktuell arbeitet Rauschenberg am Bebauungsplan für das Neubaugebiet Bracht-Siedlung, etwa 20 Bauplätze könnten dort entstehen. Nachfrage dafür gibt es.

Für die Kernstadt und für Schwabendorf gibt es nun auch Optionen. Das Unternehmen Geissler Infra ist bereit, am Galgenberg wie auch in Schwabendorf, Gemarkung „Am weißen Grund“, Neubaugebiete zu entwickeln und zu vermarkten. Mit Geissler Infra hat Rauschenberg sehr gute Erfahrungen beim Gebiet „Auf dem Kalk“ in der Kernstadt, bei dem 40 Baugrundstücke binnen kurzer Zeit entwickelt und verkauft wurden. Im Gebiet „Galgenberg II“ könnten im ersten Bauabschnitt 36, im zweiten Abschnitt noch einmal etwa 19 Grundstücke ausgewiesen werden. Das Gebiet hätte eine Gesamtgröße von 3,9 Hektar. Beim geplanten Gebiet „Am weißen Grund“ sind auch zwei Abschnitte mit neun beziehungsweise elf Bauplätzen vorgesehen.

Bebauungsplan-Verfahren muss eingeleitet werden

Für die beiden neuen und zusätzlichen Gebiete müssen jetzt im nächsten Schritt die nötigen Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet werden. Darüber debattierte am Dienstagabend der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Bauwesen. Ein Grund für eine Kontroverse: Rauschenberg will auf ein vereinfachtes und damit schnelleres Verfahren setzen, dass der Gesetzgeber im Baugesetzbuch ermöglicht (siehe Infokasten).

Sorgen gab es im Vorfeld hinsichtlich der geringeren Umweltvorgaben bei diesem. Hinzu kam eine Reihe von Fragen rund um Erschließung und Wasserversorgung. Die Fraktionen von B90/Die Grünen und FBL hatten Fragenlisten eingereicht. Darum saßen auch Vertreter des Planungsbüros Groß und Hausmann und Thomas Barg von Geissler Infra in der Sitzung. Was Wasserversorgung und Abwasserentsorgung angeht, zerstreute Bürgermeister Emmerich bestehende Sorgen. Der Rauschenberger Hochbehälter sei für etwa 3.000 Menschen ausgelegt und habe genügend Kapazitäten. Ähnliches gilt auch für die Kläranlage, in Schwabendorf erwartet die Stadt ebenfalls keine Schwierigkeiten.

Sonderregel § 13b

Bei diesen Baugebieten will Rauschenberg auf den Paragrafen 13b des Baugesetzbuches zurückgreifen. Der ist befristet und dient der schnelleren Bereitstellung neuen Wohnraumes. Dafür kann die förmliche Umweltprüfung wegfallen und es ist kein Ausgleich nötig. Außerdem muss der Flächennutzungsplan nicht aufwendig geändert werden. Das Neubaugebiet muss sich an vorhandene Bebauung anschließen.

Doch wie steht es um Ökologie und Klimaschutz? Hans-Jürgen Haberzettl (B90/Die Grünen) verwies auf Leerstände in der Kernstadt und Baulücken und stellte indirekt die Frage nach der Notwendigkeit der Baugebiete. Ein Baulücken-Kataster will Rauschenberg jetzt aufbauen, weil es auch das Regierungspräsidium fordert. Bei Leerständen verwies Bürgermeister Emmerich auf die bisherigen positiven Entwicklungen (die OP berichtete).

Vonseiten der CDU formulierte Axel Schmidt ein klares Statement. Auch er forderte die höchstmögliche Klimafreundlichkeit der neuen Bauplätze. Er verwies aber auch auf die Tatsache, dass Rauschenberg über viele Jahre hinweg zwischen 500 und 600 Einwohner verloren habe. Das könne so nicht weitergehen. „Wir werden mit Freude Ja sagen“, so seine Position als Fraktionsvorsitzender.

20 Prozent für Solaranlagen

Es sollen klimafreundliche Baugebiete entstehen, so die klaren Aussagen von Emmerich wie auch Thomas Barg. Im Einzelnen bedeutet das Vorgaben für künftige Bauherren: So müssen 20 Prozent der Dachfläche mindestens für Solaranlagen genutzt werden, es werden Zisternen vorgeschrieben, Flachdächer sind zu begrünen und sogenannte Schottergärten werden untersagt. Außerdem soll ein Nahwärmeanschluss vorgesehen werden, wie das ausgestaltet wird, ist aber noch zu klären.

Thomas Barg hält es für möglich, dass Mitte bis Ende 2024 die ersten Häuser gebaut werden können. Bei allem intensiven Austausch gab es in der Ausschusssitzung klare Ergebnisse am Ende. Bei Enthaltung der Grünen billigte das Gremium die Aufstellung beider Bebauungspläne. Entscheiden muss nun das Stadtparlament, das am 25. April wieder tagt.

Von Michael Rinde

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