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Ostkreis Auf dem Weg von der Studie zum Projekt
Landkreis Ostkreis Auf dem Weg von der Studie zum Projekt
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10:00 26.01.2021
Die Umgestaltung des Spielplatzes Mengsberg war ein Projekt der Dorferneuerung.
Die Umgestaltung des Spielplatzes Mengsberg war ein Projekt der Dorferneuerung. Quelle: Florian Lerchbacher
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Momberg

Rund 100 000 Euro hat die Stadt Neustadt bisher im Zuge der Dorfentwicklung in Mengsberg, Momberg und Speckswinkel gesteckt beziehungsweise eingeplant. Was vielleicht gar nicht so viel wirkt, doch dabei gilt es einzuberechnen, dass das Land Hessen fast 650 000 Euro an Fördermitteln hinzuschießt. Und dabei sind vorerst nur die kommunalen Projekte einberechnet.

Im Herbst 2017 hatte Umweltministerin Priska Hinz Neustadts Stadtteile ins Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen. Dann galt es, zu planen und ein „Integriertes Entwicklungskonzept“ zu erstellen, das die Wirtschafts- und Infrastrukturbank im Frühjahr 2019 genehmigte – was der Stadt wiederum ermöglichte, die Umsetzung von Projekten auf den Weg zu bringen. Insgesamt zehn mit einem Gesamtwert an „förderfähigen Ausgaben“ in Höhe von fast 750 000 Euro sind das bisher gewesen. Sichtbar ist das bereits am Spielplatz in Mengsberg, der mithilfe der Bürger bereits umgebaut wurde. Außerdem gibt es eine Revitalisierungsstudie für den Ortskern von Speckswinkel – ein Thema, das Bürgermeister Thomas Groll schon seit zwölf Jahren beschäftigt – sowie Machbarkeitsstudien zur Umgestaltung des alten Kindergartens in Momberg zu einem multifunktionalen Haus und den Bau eines Gemeinschaftshauses in Mengsberg. Die Umgestaltung des ehemaligen Kindergartens am Dorfgemeinschaftshaus soll im Frühjahr beginnen – ebenso wie die Sanierung der Fassade des Mengsberger Backhauses.

Neben den kommunalen Projekten unterstützt das Land auch private Vorgaben in den drei Stadtteilen. Rund 40 Beratungsgespräche mit Bürgern habe Architektin Monika Heger bereits geführt, teilt Groll mit und betont, dass neun Vorhaben bewilligt worden seien. Für diese werden insgesamt 636 000 Euro fällig – zumindest sind das die „mitzuwendungsfähigen Ausgaben“. Das Land steuert an dieser Stelle 214 000 Euro bei.

Bürgermeister Groll freut sich über die „beachtlichen Zahlen“ beziehungsweise die Investitionen. „Sie zeigen, dass die Anmeldung für dieses Förderprogramm richtig war, und dass auch in unseren Stadtteilen erhebliche Mittel investiert werden.“ Zudem freute er sich über Worte von Mena Söhlke, der zuständigen Sachbearbeiterin beim Landkreis, die Neustadt als sehr rege Kommune bezeichnet habe. Das Lob gab er zurück und stellte ihre Unterstützung bei Planung, Beantragung und Umsetzung der Projekte heraus. In diesem Zusammenhang lobte er auch die Ortsvorsteher, den Dorfentwicklungsbeirat und Guendalina Balzer von der städtischen Verwaltung, die alle „Anteil an der positiven Entwicklung“ hätten.

Noch bis zum Jahr 2024 läuft die Dorfentwicklung. Bis dahin würden noch einige Projekte folgen, für die ebenfalls Fördermittel fällig werden, blickt Groll voraus und kündigt an, dass die kommunalen Schwerpunkte auf der Wiederbelebung der Ortsmitte Speckswinkels und der Schaffung barrierefreier Gemeinschaftsräume in Mengsberg liegen sollen. Die Stadt wolle beide Projekte in diesem Jahr vorantreiben – also sozusagen dafür sorgen, dass die Studien aus der Theorie in die Praxis gehievt werden.

Groll strebt an, dass bis Ende 2024 rund 3,5 Millionen Euro in die Stadtteile investiert werden: „Damit würde der Slogan ,Unser Dorf hat Zukunft‘ nicht nur in Wettbewerben verwendet werden, sondern auch in der Realität mit Leben gefüllt.“

Von Florian Lerchbacher