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Ostkreis Auch in der Erstaufnahme gelten strenge Regeln
Landkreis Ostkreis Auch in der Erstaufnahme gelten strenge Regeln
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17:58 22.03.2020
Die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung Neustadt müssen ebenfalls mit Einschränkungen leben. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Neustadt

In der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen gab es am Donnerstag erstmals den Fall, dass bei einem 24-jährigen Flüchtling aus Afghanistan COVID-19, das Coronavirus, festgestellt wurde. Es ist der erste Fall in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Hessen, wie das Regierungspräsidium Gießen (RP) mitteilt. Der Flüchtling sei bereits bei seiner Ankunft am Dienstag aufgefallen und separat untergebracht und getestet worden, berichtet das RP.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen in Hessen leben aktuell 3 162 Flüchtlinge, 497, nach Stand Donnerstag, davon in Neustadt. Es gab in Neustadt bisher keinen Krankheits- oder Verdachtsfall, so das RP auf Nachfrage der Oberhessischen Presse. Auch in der Erstaufnahmeeinrichtung gibt es deutliche Einschränkungen im Alltag, wie das RP auf Anfrage dieser Zeitung berichtet. Besucher dürfen die Einrichtung nicht mehr betreten. Alle ehrenamtlich organisierten Betreuungsangebote und Gruppenbetreuungen sind eingestellt. Es gibt „nur“ noch die Grundbetreuung, wie Thorsten Haas mitteilt. Er ist stellvertretender Pressesprecher des RP.

Infos in vielen Sprachen

Es gibt zahlreiche weitere Veränderungen innerhalb des Geländes. So ist die Essensausgabe neu geregelt. Sie erfolgt in mehreren Räumen und über einen längeren Zeitraum verteilt. Informationen sind wichtig in diesen Zeiten. Deshalb gibt es Aushänge und Informationsmaterial in allen nötigen Sprachen. Eine wichtige Rolle spielen bei der Kommunikation von je her die Dolmetscher und die Sozialbetreuung. Wie Thorsten Haas berichtet, vermitteln sie den Bewohnern in den Erstaufnahmen wie in Neustadt die nötigen Informationen. Es gebe außerdem eigene Informationspunkte, wo sich Flüchtlinge persönlich beraten lassen könnten, wenn es Bedarf gibt.

Auch in Neustadt selbst gibt es Informationen für Flüchtlinge rund um Corona und die richtigen Verhaltensweisen, wie Bürgermeister Thomas Groll der OP berichtet. Am Geschäft der Gemeinwesenarbeiten sind im Schaufenster zahlreiche Zettel in mehreren Sprachen ausgehängt. Er habe sich bereits vor einiger Zeit mit dem Regierungspräsidium in Gießen in Verbindung gesetzt, so Groll. Dabei habe er auch mitgeteilt, dass das Einwohnermeldeamt nicht mehr in der gewohnten Weise genutzt werden kann, etwa für Meldebescheinigungen. Ein Punkt war ihm beim Kontakt mit dem RP und der Abstimmung besonders wichtig: „Ich habe dringend darum gebeten, dass die Flüchtlinge nicht in großen Gruppen in die Stadt gehen.“ Er habe vom RP entsprechende Zusicherungen erhalten. „Mein Eindruck beim Gang durch Neustadt ist es, dass sich daran auch gehalten wird“, so Groll.

Von Michael Rinde