Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Auch im Lockdown nicht allein
Landkreis Ostkreis Auch im Lockdown nicht allein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:58 01.01.2021
Zusammen senden sie eine Botschaft an Bewohner und Pflegekräfte in Altersheimen: Wir denken an Euch! Quelle: FotoMontage: Hirsch
Anzeige
Kirchhain

Es ist eine Botschaft, die von Herzen kommt und ins Herz geht: Ihr seid nicht allein. Vor kurzem sendeten Schülerinnen und Schüler diese mutmachende Video-Botschaft zu denen, die wohl am meisten unter der Corona-Pandemie gelitten haben: zu Menschen in Alters- und Pflegeheimen. „Wir wollten einfach zeigen, dass wir auch weiterhin an die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Pflegekräfte im Landkreis denken“, erklärt Sebastian Sack im Gespräch mit der OP. Bereits im Frühjahr hatte der Lehrer der Alfred-Wegener-Schule mit der AG „Schule ohne Rassismus“ und dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (BSJ) eine Konzertreihe ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Solidarität der Generationen“ organisierten die Kinder und Jugendlichen Konzerte vor Alters- und Pflegeheimen in Marburg-Biedenkopf. Die Marburger Band „Bloody Merry“ trat in den Gärten der Einrichtungen auf – Bewohner und Pflegekräfte lauschten auf den Balkonen und in den Fenstern.

Für alle Beteiligten eine sehr bewegende Erfahrung. „Ich hatte mehrmals Tränen in den Augen, wenn ich die Reaktion der älteren Menschen auf die Musik gesehen habe“, erinnert sich Sack. Auch Tizian Rückert, Vorsitzender des Kreisschülerrats, war als AWS-Schüler mit dabei. „Es ist wichtig, sich solidarisch mit den älteren Menschen zu zeigen“, findet er.

Anzeige

Die Konzerte waren im Sommer. Im Herbst verschlechterte sich die Corona-Lage in den Heimen. In vielen Einrichtungen begann das Virus zu grassieren. Menschen erkrankten oder mussten in Quarantäne, Besuche wurden wieder eingeschränkt. „Als wir dann mitbekommen haben, dass auch Bewohnerinnen und Bewohner, vor denen wir gespielt haben, gestorben sind, hat uns das sehr betroffen und traurig gemacht“, sagt Sebastian Sack.

Er und seine Schülerinnen und Schüler wollten etwas tun.

Wollten ein Zeichen setzen, eine Botschaft senden. Auch an die Pflegerinnen und Pfleger, die sich aufopferungsvoll um ihre älteren Schützlinge kümmern und das gesamte Jahr schon über ihre Belastungsgrenze arbeiten. Also erstellte Sack mit seiner „Schule ohne Rassimus“-AG ein Video. Zu der bewegenden Musik von Schülerin Vanessa hielten die Kinder und Jugendlichen Schilder hoch, die im Video zusammengeschnitten eine mutmachende Botschaft ergaben. Dann sendeten sie das Video in die Einrichtungen, um zu zeigen, dass weder die Bewohnerinnen und Bewohner noch die Pflegekräfte allein sind.

„Eine wunderbare Geste, die uns wirklich Kraft gegeben hat“, bestätigt Björn Borgmann auf Nachfrage der OP. Der Pflegedienstleiter des Haus Elisabeth in Kirchhain betont noch einmal, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Belegschaft, „wahnsinnig gefreut haben über diese mentale Unterstützung“.

Von Nadine Weigel