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Ostkreis Auch die Jüngsten leiden massiv unter der Pandemie
Landkreis Ostkreis Auch die Jüngsten leiden massiv unter der Pandemie
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12:00 14.03.2022
Maske vor dem Gesicht – so manches Kind kennt aus der Öffentlichkeit kaum einen anderen Anblick.
Maske vor dem Gesicht – so manches Kind kennt aus der Öffentlichkeit kaum einen anderen Anblick. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Neustadt

Die Corona-Pandemie ist eine Belastung für die Menschen. Auch für die Jüngsten. „Sie haben Angst vor fremden Kindern, vor Gruppen oder vor Lautstärke – das ist ganz anders als früher,“ nennt Roswitha Trümpert als markanteste Auffälligkeiten, die ihr während ihrer Tätigkeit als Tagesmutter in Neustadt und Speckswinkel in den vergangenen Monaten begegneten.

Allerdings sei das ja eigentlich auch nicht überraschend: „Wie sollen Kinder denn offen sein, loslassen können und die Welt entdecken, wenn sie eigentlich bisher nur Mama und Papa kennengelernt und höchstens mal die Großeltern besucht haben“, ergänzt sie und verweist darauf, dass noch dazu außerhalb des Hauses die meisten Gesichter hinter Masken verborgen seien.

„Dabei ist gerade die Phase von null bis drei Jahren eine der wichtigsten des Lebens: Es wird ein Fundament gesetzt.“ Insofern sei es nicht verwunderlich, dass gerade in der sozialen Entwicklung und dem sozialen Verhalten deutliche Defizite zu verzeichnen seien.

Erstes Treffen am 22. März

„Meist wurden, wenn es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie ging, nur Kinder und Jugendliche thematisiert. Das ist natürlich auch wichtig. Aber man darf die Null- bis Sechsjährigen, die sich selbst noch nicht oder noch nicht so gut ausdrücken können, nicht vergessen. Diese Gruppe findet entsprechend kein oder kaum Gehör – aber die Auswirkungen der Pandemie und der Lockdowns und Einschränkungen sind riesig“, sagt Trümpert und betont, dass auch die Eltern viel vorsichtiger seien und mehr Ängste hätten als früher.

Aus diesem Grund initiiert sie eine interdisziplinäre Gesprächsrunde zum Thema „Kindesentwicklung im Alter von null bis sechs Jahren unter Berücksichtigung der Corona-bedingten Einschränkungen“.

Die Veranstaltung findet unter dem „Dach“ des Bürgervereins „Wir für uns“ statt, der sich seit rund zwei Jahren in der Junker-Hansen-Stadt einer Vielzahl an sozialen Themen widmet. Das Treffen ist für Dienstag, 22. März, 10 Uhr, im historischen Rathaus geplant.

„Vielfältige Hilfestellungen“

Eingeladen seien bisher Vertreter aus Praxis, Theorie und Betreuung, so Trümpert, beispielsweise Kitas, die Erziehungsberatungsstelle oder die Frühförderstelle: „Aber insgesamt richtet sich die Veranstaltung an alle, die sich von der Thematik angesprochen fühlen.“ Sie hoffe, dass sich möglichst viele Menschen für die Thematik interessieren und dass Kooperationen entstehen, damit Initiativen in Zukunft vermehrt miteinander statt nebeneinander agierten: „Die Hilfestellungen können vielfältig sein.“

Zudem solle ein Ideenpool entstehen, wie sich Kinder – aber auch Eltern – unterstützen ließen. Ziel sei also, dass aus der Veranstaltung etwas Dauerhaftes wachse: „Was genau daraus wächst, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Wir müssen schließlich zum Beispiel definieren, wo die Bedarfe sind und was sich machen lässt.“ Und wichtig sei in diesem Zusammenhang auch, dass sich nicht nur Neustädter angesprochen fühlten, sondern insgesamt Menschen aus dem Ostkreis beziehungsweise aus den Nachbarkommunen.

Aus organisatorischen Gründen bittet Roswitha Trümpert um Rück- beziehungsweise Anmeldung bis zum 18. März. Dafür sowie für weitere Informationen steht sie zur Verfügung unter Telefon 0 173 / 47 24 36 5.

Von Florian Lerchbacher