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Ostkreis Raupen ebnen Fläche für A-49-Betonwerk
Landkreis Ostkreis Raupen ebnen Fläche für A-49-Betonwerk
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15:56 13.04.2021
Planierraupen und Bagger arbeiten auf der Fläche des künftigen A-49-Betonwerkes.
Planierraupen und Bagger arbeiten auf der Fläche des künftigen A-49-Betonwerkes. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Bagger, Planierraupen und Lastwagen rollen über die gerodete Fläche am TNT-Zwischenlager. Wie die OP berichtete, entsteht dort in den nächsten Monaten ein mobiles Betonwerk für die Bauwerke der A49. Mitte des Jahres soll es zur Verfügung stehen.

Betrieben wird es von der „Bau-Arbeitsgemeinschaft“, bestehend aus den Unternehmen Strabag und Leonard Weiss. Je nach benötigter Betonqualität könne die Anlage bis zu 100 Kubikmeter Beton in der Stunde produzieren, heißt es von der Arbeitsgemeinschaft gegenüber dieser Zeitung. Die tatsächliche Menge werde schwanken und vom jeweiligen Bedarf der Baustelle abhängen.

Bis Mitte 2024, so der Plan, wird das Betonmischwerk gebraucht werden. Der Fahrzeugverkehr soll über die Bundesstraße 454 und die Autobahntrasse laufen, um die Stadtallendorfer Innenstadt nicht zusätzlich zu belasten. Das Betonwerk wird in zwei Jahren wieder zurückgebaut.

Das TNT-Zwischenlager ist neu aufgeteilt worden, wie diese Zeitung berichtete. Zum eigentlichen Lager gehören eine Freifläche und eine Halle, derzeit betrieben von der HIM GmbH, dem Altlastensanierungsträger für das Land Hessen. Jenes Lager besteht seit 1992. Aktuell stehen dort etwa 30 gasdichte Container mit Erdreich von der Sanierungsbaustelle in der Elbestraße (diese Zeitung berichtete). Außerdem liegt Erde unter Planen bereit, die später wieder in die Baugrube gefüllt wird.

Bewohner wandte sich an die OP

Im Zwischenlager kann möglicherweise belastetes Erdreich aus dem DAG-Gebiet oder dem Wasag-Gelände untergebracht und vor einer Verwertung auf Schadstoffe beprobt werden. Damit wird sichergestellt, dass Belastungen mit Schadstoffen erkannt werden und entsprechend damit umgegangen wird. Das Wasser, das auf die Freifläche fällt, wird gesammelt und in eine Zisterne geleitet. „Bevor es in den Kanal abgelassen wird, wird es untersucht“, sagt Zrinko Rezic, der Projektleiter der HIM in Stadtallendorf.

Doch wie geht es perspektivisch weiter mit dem Zwischenlager? Ein Bewohner des DAG-Gebietes fragte dieser Tage in der OP-Redaktion auch nach der Möglichkeit, privat Erdreich im Zwischenlager abgeben zu können. Das war in der Vergangenheit üblich, nach Ende der hauptsächlichen Sanierungsarbeiten aber nicht mehr in dem früheren Umfang nötig.

Somogyi: HIM braucht Lager langfristig

Bürgermeister Christian Somogyi betont gegenüber der OP, dass die Zukunft des Zwischenlagers auf Dauer gesichert werden müsse. „Diese Fläche darf die Stadt nicht mehr aus der Hand geben“, so der Bürgermeister. Er verhandele gerade mit einem künftigen möglichen Betreiber darüber. Wichtig ist aus seiner Sicht, dass neben der Stadt auch die Stadtwerke eingebunden sind.

„Dort gibt es immer wieder kurzfristige Bauarbeiten, auch im DAG-Gebiet. Es muss sichergestellt sein, dass die Stadtwerke Erde in das Zwischenlager bringen können“, so Somogyi. Zudem werde die HIM seines Wissens noch rund 15 Jahre in Stadtallendorf zu tun haben und brauche das Lager für ihre Baustellen.

Gemäß eines Parlamentsbeschlusses wird nun auch asphalthaltiger Bauschutt vom Gelände entsorgt werden, der noch aus der kurzen Phase stammt, wo dort ein Recyclingbetrieb bestand. Es geht um mehrere Tausend Tonnen. Zahlen muss dafür die Stadt als Geländeeigentümer.

Von Michael Rinde