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Ostkreis Annette Stratmann koordiniert Bürgerhilfe
Landkreis Ostkreis Annette Stratmann koordiniert Bürgerhilfe
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00:18 11.06.2019
Die Vorstandsmitglieder Helmut Schmidt (von links),  Elke Köhler, die neue Koordinatorin Annette Stratmann und Anja Striecks sowie Cristian Caldarola vom Vorstand arbeiten am Start der Vereinsangebote.  Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Der Marburgerin Annette Stratmann ist ihre Freude über ihre aktuelle Arbeit sichtbar anzumerken. Heute ist sie in Amöneburg zu Gast. Um zu lernen und von den Erfahrungen der Bürgerhilfe Amöneburg zu profitieren. Künftig koordiniert die Diplom-Pädagogin Annette Stratmann die Helfer und die Stadtallendorfer, die ihre Hilfe benötigen und wünschen.

Sie stimmt nicht nur die Hilfen ab, sie organisiert auch die Schulungen und Fortbildungen für neue wie schon aktive Helfer und sie kümmert sich um die Abrechnung der Leistungen mit der Pflegekasse. In aller Regel werden die haushaltsnahen Hilfen oder Dienstleistungen von der Pflegekasse bezahlt, wenn der betreffende Kunde zumindest den Pflegegrad I hat. Zehn Stunden solcher Hilfen im Haushalt sind pro Monat durch die Pflegeversicherung abgedeckt.

Es geht um Unterstützung im Alltag: beim Einkauf, bei Behördengängen oder auch im Haushalt, etwa bei kleinen Reparaturen oder einfach nur dem Hereintragen der schweren Einkäufe. Ausdrücklich sieht sich der Bürgerhilfeverein Stadtallendorf als eine Ergänzung zu den Leistungen von Pflegediensten, auf keinen Fall als Konkurrenz.

Personal für haushaltsnahe Dienstleistungen fehlt

Zumal Pflegedienste bereits darüber klagten, dass ihnen das Personal für haushaltsnahe Dienstleistungen schlichtweg fehlt (die OP berichtete auf „Marburg“). Natürlich gebe es auch Hilfe, wenn jemand keinen Pflegegrad habe und die Unterstützung im Alltag selbst bezahlen wolle, erklärt Helmut Schmidt vom Vorstand des Bürgerhilfevereins. Die Helfer ihrerseits erhalten neben der kostenfreien Schulung und den Fortbildungen auch eine Aufwandsentschädigung.

Schließlich haben sie bei ihrem Einsatz auch Kosten. Annette Stratmann hat Erfahrungen im Koordinieren und Managen. Die 41-Jährige hat unter anderem auch beim Verein Fib in Marburg gearbeitet und war auch dort für „Hilfen im Alltag“ zuständig. 20 Wochenstunden hat sie für ihre Arbeit zur Verfügung.

Doch sie wird nicht allein bleiben. Neben den ehrenamtlichen Vorständen wird es auch eine zweite Koordinations-Fachkraft geben, mit der sich Annette Stratmann die Arbeit aufteilt. „In der nächsten Woche laufen die Vorstellungsgespräche“, erklärt Vorsitzender Cristian Caldarola im Gespräch mit der OP.

Im Herbst startet eine neue Helferschulung

Für den in Kürze geplanten Start der Hilfsangebote gibt es bereits einige Helfer. 17 hat der Verein in den vergangenen Monaten selbst ausgebildet, fünf weitere hatten bereits die nötigen Qualifikationen. Einige Formalia müssen aber vor dem Start noch abgearbeitet sein.

Warum hat sich Annette Stratmann auf diese Stelle beworben? Es liege ihr, zu koordinieren. „Und ich engagiere mich eben gerne für Dinge, die gesellschaftlich wertvoll und nicht austauschbar sind“, schiebt sie hinterher. Elke Köhler, im Vereinsvorstand und zugleich hauptberuflich in der Stadtallendorfer Seniorenarbeit tätig, verspricht sich noch mehr Effekte von der Arbeit der Koordinatoren und der Helfer.

Einige Senioren seien einsam. Da könne ein Helfer sie auch über die Angebote der Stadtallendorfer Seniorenarbeit informieren und vielleicht zu Veranstaltungen bringen. Helfer kann der Verein weiterhin ebenso gut gebrauchen wie zusätzliche Mitglieder. Im Herbst startet in jedem Falle eine weitere Helferschulung.

von Michael Rinde