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Ostkreis An der GBS ist das Netz bereits stabil
Landkreis Ostkreis An der GBS ist das Netz bereits stabil
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13:58 24.03.2021
Schüler, Lehrer und Kreismitarbeiter sind mit den Fortschritten bei der Digitalisierung an der Büchner-Schule sehr zufrieden.
Schüler, Lehrer und Kreismitarbeiter sind mit den Fortschritten bei der Digitalisierung an der Büchner-Schule sehr zufrieden. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Schnelles Netz überall, wo es in der Schule gebraucht wird. Bis 2022 will der Landkreis als Schulträger es schaffen, an allen seinen 73 Schulen für alle Räume Wireless Lan (Wlan) anzubieten. Ein Mammutprojekt. An der Stadtallendorfer Georg-Büchner-Schule ist der größte Teil des Weges zu diesem Ziel technisch bereits geschafft.

Jeder Raum verfüge über Beamer und Wlan, berichtet Björn Wagner, an der Schule für die Edv mitverantwortlich. Er ist begeistert über die guten Arbeitsbedingungen vor Ort. Digitalisierung im Unterricht ist aber weit mehr, wie bei einem Ortstermin an der GBS schnell klar wird.

Vor fünf Jahren war der Startschuss

Im Jahr 2016 startete die erste Ipad-Klasse an der Stadtallendorfer Gesamtschule. Jetzt stehen Nurgül Aslan, Miray Malakcioglu und Steffen Spielmann vor ihrem Schulabschluss. Sie haben auch die Phase des Distanzunterrichts während der Lockdowns miterlebt – und aus eigener Sicht auch dank der Technik gut bewältigt. Allein die GBS verfügt aktuell über 250 Ipads, verteilt auf ihre Schüler. Neue Ipad-Klassen kommen ab dem folgenden Schuljahr wieder hinzu.

Miray Malakcioglu demonstriert, wie sie mit wenigen Klicks im landesweiten „Schulportal“ einen abfotografierten Hausaufgabentext hochlädt, ihre Klassenlehrerin Kristin Drenkelfuß zeigt, wie sie mit elektronischem Stift in roter Farbe ihre Korrekturen vornimmt und den Text zurücksendet. Alles das dauert nur wenige Minuten.

Konzept und Technik müssen stimmen

In ihrer digitalen Arbeitsmappe hat die Schülerin wenige Augenblicke später die Rückmeldung ihrer Lehrerin, je nachdem dann auch mit Note. An der GBS sind die Erfahrungen mit dem Schulportal (früher „Lanis“) bisher sehr gut. Verbesserungsvorschläge gibt es natürlich auch. Etwa, dass das Land die Technik dafür schafft, dass die Schüler Nachricht bekommen, wenn neue Materialien in ihren digitalen Fächern liegen.

Ja, er fühle sich technisch gut vorbereitet auf die nächsten Schritte in Schule und Berufsausbildung, sagt Steffen Spielmann rückblickend über seine Zeit als einer der ersten „Ipad“-Schüler im Landkreis. „Am Anfang haben uns nur Lehrer gefehlt, die uns technisch weiterhelfen konnten. Aber das ist vorbei“, sagt er. Die Zeit des Lockdowns und des Distanzunterrichts haben sie dank ihrer Erfahrungen mit Technik und Schulportal sehr gut überstanden, berichtet Miray Malakcioglu.

Lehrer und Referendare müssen ihre Endgeräte oft selbst kaufen

Schuldezernent und Vizelandrat Marian Zachow (CDU) machte beim Termin in der Stadtallendorfer Schule deutlich, wie wichtig das enge Verzahnen von pädagogischem Konzept und dem Bereitstellen der dafür nötigen Digitaltechnik war und ist. Auch deshalb hat sich der Landkreis ein enges Zeitkorsett für die Ausstattung seiner Schulen mit Wlan und Co gegeben.

Bei der Anschaffung von Endgeräten für die Schüler war der Kreis Marburg-Biedenkopf bundesweit einer der ersten, der die Bundesförderung bekam und die ersten Geräte ausgeben konnte. Inzwischen sind im Landkreis mehr als 5.000 der Tabletcomputer der Marke Apple bei Schülern im Einsatz. Aber: Lehrer und Referendare mussten sich häufig ihre Endgeräte selbst anschaffen, um technisch auf demselben Stand wie ihre Schüler zu sein, für die die Versorgung mit Geräten sichergestellt wurde.

Viel Zeitersparnis im Tagesgeschäft

Bei der Digitalisierung von Schule geht es um mehr als nur um Lernen. Auch die Verwaltungsabläufe spielen eine Rolle. Stefan Seibert, der stellvertretende Schulleiter, arbeitet seit einem Jahr an der GBS daran, wobei er gleich betont, dass dies eine Gemeinschaftsaufgabe sei. „Das klappt, wenn wie bei uns alle mitziehen“, sagt er.

Das mehrfache Erfassen von Noten von Hand wird Zug um Zug überflüssig zum Beispiel. Für die Lehrer eine Zeitersparnis. Gerade laufen die Vorarbeiten dafür, dass die Eltern auch eigene Zugriffsrechte auf die digitalen Mappen ihrer Kinder bekommen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Seibert lobt die Unterstützung durch die Administratoren des Schulportals. Es gebe bei Problemen sehr schnelle Antworten und Hilfe.

Medienzentrum des Kreises unterstützt GBS

Ausdrücklich loben die Verantwortlichen an der Stadtallendorfer Gesamtschule die Unterstützung durch das Medienzentrum des Kreises. Aber es zeichne sich ab, dass es an der Schule über kurz oder lang einen festen eigenen Administrator brauchen werde, sagt Stefan Seibert. Schuldezernent Marian Zachow sieht diesen Bedarf an den größeren Schulen auch.

Wlan an allen Schulen

Ein großes Thema bleibt das frei verfügbare „Wlan“ an allen 73 Schulstandorten der Kreiskommunen. Schuldezernent und Vizelandrat Marian Zachow (CDU) hält daran fest, dieses Ziel bis zum nächsten Jahr zu erreichen. Zwischen sechs und sieben Millionen Euro müssen dafür investiert werden, Geld, das vor allem aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern stammen wird. Reiner Röder, Leiter des Fachbereichs Schulen und Gebäudemanagement, verweist auf die umfassenden Planungsarbeiten, die nötig seien. Der Kreis habe erst 2010 damit begonnen, in Schulgebäuden Leerrohre für neue Kabel einzusetzen, nennt Zachow ein Beispiel. Auch die Stromversorgung für Endgeräte ist ein Thema, teilweise müssen Verteilungen angepasst werden, es fehlen Steckdosen. Die Ausschreibung der Arbeiten soll in Gruppen oder Clustern erfolgen. Ein Gesamtpaket für alle Schulen macht für die Kreisverwaltung keinen Sinn. „Das kann eine einzelne Firma nicht bewältigen“, sind Zachow und Röder sicher.

Von Michael Rinde

24.03.2021
22.03.2021