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Ostkreis Startschuss fürs Radkonzept
Landkreis Ostkreis Startschuss fürs Radkonzept
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16:00 22.04.2022
Die einen schieben, die anderen quälen sich hoch: Wer auf den Berg will, dem steht ein steiler Anstieg bevor – daran wird auch ein Radkonzept nichts ändern.
Die einen schieben, die anderen quälen sich hoch: Wer auf den Berg will, dem steht ein steiler Anstieg bevor – daran wird auch ein Radkonzept nichts ändern. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

„Es gibt eine Fülle von Förderprogrammen“, sagt Thorsten Hitz, der mit seinem Planungsbüro aus Gießen das Radkonzept für die Stadt Amöneburg erstellen soll. Einen Auftrag haben die „HS Ingenieure“ – die einst auch unter anderem für die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen Radverkehrskonzepte erstellt hatten – allerdings noch nicht erhalten, stellt Bürgermeister Michael Plettenberg heraus: Den gibt es erst, wenn die Stadt die entsprechenden Fördermittel im Sack hat. In diesem Zusammenhang sagt Hitz in Richtung der Kommune: „Eins ist sicher: Dass nichts sicher ist. Daher sollten Sie sich früh mit den Förderstellen in Verbindung setzen.“

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie stand Hitz den Amöneburgerinnen und Amöneburgern schon einmal Rede und Antwort. Er erklärte dabei, dass eine Analyse des Status quo natürlich notwendig sei. Und dabei müsse sich die Frage gestellt werden, welche Verbindungen vorhanden sind, welche verbessert werden müssen und welche es unbedingt zu schaffen gelte. „Sie müssen sich auch fragen, welche Ziele zu erfassen sind – also welche Anlagen und Freizeiteinrichtungen Sie haben, die auch mit dem Rad erreichbar gemacht werden sollen.“ Manchmal ergebe das Angebot die Nachfrage, insofern sei auch die Frage nach Abstellplätzen für Fahrräder oder auch Servicestellen eine zentrale: „Das sind elementare Dinge, die die Attraktivität von Fahrradrouten steigern.“ Und auch Unfallschwerpunkte oder Gefahrenstellen gelte es zu benennen.

Drei Schritte für das mögliche Vorgehen

Letztendlich unterteilte er die mögliche Vorgehensweise in drei Schritte: von der Grundlagenerfassung über die Dokumentation des Bestandes bis hin zur „Erarbeitung von Maßnahmen“, die unter anderem den Abgleich der Wunschlinien mit den tatsächlich vorhandenen Wegen, der Berücksichtigung von Schutzgebieten, der Definition von „Maßnahmen“ wie Streckenveränderungen oder Markierungen beinhaltet. Im dritten Schritt gelte es auch, die möglichen Kosten zu ermitteln. „Jetzt ist die Frage, wie wir vorgehen“, sagte Hitz zu den Ausschussmitgliedern, woraufhin Jan-Gernot Wichert (CDU) auf eine Beschlussvorlage verwies und fragte, ob unter anderem die Prioritätensetzung auf „kurze Verbindungen, komfortable Fahrbahnbeschaffenheit und Trennung vom Straßenverkehr“ nicht ausreiche. „Doch, das schon. Aber ich würde empfehlen, nicht nur auf Verbindungen zu schauen“, entgegnete Hitz noch einmal.

An dieser Stelle kam Till Adhikary ins Spiel: Das Mitglied der Amöneburger Grünen ist leidenschaftlicher Radfahrer und hat bereits eine Karte erstellt, die insbesondere ein Augenmerk auf schlechte Verbindungen legt. Winfried Nau (SPD) bezeichnete dies als super Grundlage, die auch den Ortsbeiräten zur Verfügung gestellt wird – denn die Mitglieder dieser Gremien sollten als Fachleute aus den Ortschaften unbedingt auch in die Erstellung beziehungsweise Entwicklung eines Radkonzeptes für die Großgemeinde eingebunden werden. Nicht zu vergessen sei dabei, dass die Stadt drei neue Radwege bereits im Sack habe: die straßenbegleitenden Verbindungen zwischen Mardorf (vom Aussiedlerhof) und der Brücker Mühle sowie von der Ziegelhütte zum Kirchhainer Kreisel sowie die Strecke von der Biogasanlage bis zur Kreisstraße 27.

Als nächstes sollen die Ortsbeiräte sich mit Adhikarys Karte auseinandersetzen. Die Stadt will sich um den Förderantrag kümmern und Hitz dann wieder in die Mai-Sitzung des Ausschusses kommen.

Von Florian Lerchbacher