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Ostkreis Aufatmen bei Bürgermeister
Landkreis Ostkreis Aufatmen bei Bürgermeister
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15:59 20.12.2019
Für das „Atmen“-Gelände gibt es laut Bürgermeister Interesse ­eines Investors. Details gibt er nicht preis. Quelle: Florian Lerchbacher/Archiv
Amöneburg

Die Wogen scheinen sich zu glätten, die Stadtverordneten blicken wohlwollender auf das „Atmen-
Projekt“ beziehungsweise die Pläne für die Erddeponie.

Es gebe eine Perspektive für die zukünftige Nutzung, die ein echter Gewinn für die Region wäre, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Jan-Gernot Wichert während seiner Haushaltsrede und ergänzte, es sei eine umsetzbare und realisierbare Idee, die nichts mit „babylonischen Turmbauten“ zu tun habe. Dem schloss sich Winfried Nau (SPD) an und äußerte die Hoffnung, dass das vorgestellte „zarte Pflänzchen“ wachsen möge.

Was genau geplant ist, gaben die Fraktionsvorsitzenden nicht preis – sie verrieten aber, dass Bürgermeister Michael Plettenberg gemeinsam mit dem möglichen Investor das Gespräch mit ihnen gesucht habe. Auch der Rathauschef will noch keine Details preisgeben, betont aber, dass es sich um einen Investor aus der Region handele, der schon zwei Projekte dieser Art umgesetzt habe.

Keine Übernachtungsmöglichkeiten

Vorgesehen sei eine Art Freizeitpark – allerdings nicht im Stile eines Phantasialands, sondern eher eine Freizeiteinrichtung für Familien, in der es beispielsweise die Möglichkeit gebe, Tiere zu streicheln. Ein für die Umsetzung nötiger Eingriff ins Gelände würde gering ausfallen und die Anlage sei weder laut noch besonders auffällig: aber außergewöhnlich und für die Region einmalig. Ein riesiges Bauwerk wie die 
einstmals angedachte Aktionshalle würde auch nicht kommen, verspricht er und spricht von einer eher naturnahen ­Gestaltung.

Auch Übernachtungsmöglichkeiten seien nicht mehr vorgesehen – auch wenn sie sich, ebenso wie die Halle und alle weiteren einst angedachten Punkte, weiterhin im Bebauungsplan finden. Selbigen beschlossen die Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung des Jahres – und das ohne jegliche Diskussionen.

Gutachten wird schon erstellt

Genehmigt das Regierungspräsidium den Plan, herrscht in einigen Monaten Baurecht. Für den neuen Ansatz seien dann aber wohl noch einige Änderungen notwendig, meint Plettenberg. Da aber eine „deutliche Rücknahme an Bausubstanz“ erfolgen würde, sieht er darin keinen Grund zur Sorge.

Derzeit ist ein Wirtschafts­prüfer damit beschäftigt, ein Gutachten für das Gelände zu erstellen. Dies hatten die Stadtverordneten gefordert. Die Hälfte der Kosten in Höhe von 39.000 Euro trägt das Land Hessen aus Mitteln der Interkommunalen Zusammenarbeit – weil Fragen darin beantwortet werden sollen, die auf andere Kommunen übertragbar sein könnten, so der Rathauschef. „Wenn nach all den Querelen solch eine Attraktion rauskommt und auch noch Arbeitsplätze, dann hat es sich gelohnt und wir haben alles richtig gemacht“, lautet sein Fazit.

von Florian Lerchbacher