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Ostkreis Drei Tritte in die Pedale
Landkreis Ostkreis Drei Tritte in die Pedale
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11:00 06.03.2022
Die Ziegelhütte ist so etwas wie der Radweg-Knotenpunkt Amöneburgs – von dort soll parallel zur Landesstraße 3073 ein Radweg entstehen.
Die Ziegelhütte ist so etwas wie der Radweg-Knotenpunkt Amöneburgs – von dort soll parallel zur Landesstraße 3073 ein Radweg entstehen. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Gleich an drei Stellen dürfen Radfahrer im Amöneburger Stadtgebiet auf Verbesserungen hoffen. Eins davon liegt in kommunaler Hand. Doch auch die anderen seien letztendlich Ergebnisse jahrelanger Bemühungen um Verbesserungen im Radwegenetz, sagt Bürgermeister Michael Plettenberg – der in den vergangenen beiden Stadtverordnetenversammlungen jeweils Kritik gehört hatte, er würde sich nicht um die Thematik bemühen. Die Stadtverordneten haben daher den Magistrat beauftragt, ein Radverkehrskonzept auf den Weg zu bringen – und der SPD-Fraktionsvorsitzende Winfried Nau sprach davon, der Stadt seien zwei straßenbegleitende Radwege „wie reife Früchte in den Schoß gefallen“. Eine Aussage, der Plettenberg entgegenhält, beim Radwegebau seien unter anderem in Sachen Naturschutz „dicke Bretter“ zu bohren und man habe jahrelang gegen Windmühlen ankämpfen müssen – weder Land noch Kreis oder Kommune hätten Kritik verdient.

Mit den beiden straßenbegleitenden Radwegen sind Verbindungen zwischen Mardorf und der Brücker Mühle sowie von der Ziegelhütte zum Kirchhainer Kreisel gemeint. Erstere schließt an die Planungen der Stadt an: Die Kommune will von der Mardorfer Biogasanlage die Strecke bis zur Kreisstraße 27 asphaltieren – also die letzten 700 Meter des Lange-Hessen-Radweges, die noch nicht befestigt sind, wie Plettenberg betont.

Radweg soll parallel zur Landesstraße entstehen

Vom Aussiedlerhof zwischen Mardorf und Amöneburg bis zur Brücker Mühle will dann der Landkreis aktiv werden und parallel zu den Kreisstraßen 27 und 28 einen Radweg schaffen. Dies gehe aus dem Radverkehrsbericht des Kreises hervor, freut sich der Bürgermeister und zitiert, dass die „Beauftragung der Planungsleistungen Anfang 2022“ erfolgen soll.

Eher durch Zufall habe er derweil vom dritten Projekt erfahren, dass das Land Hessen im Planungsprogramm 2022 und 2023 festgehalten hat und ein Ergebnis der Dringlichkeitsbewertung von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen ist. Auf 2,9 Kilometern soll von der Ziegelhütte bis zum Kirchhainer Kreisel parallel zur Landesstraße 3073 ein Radweg entstehen. Ein Vorhaben, über das sich Plettenberg besonders freut. An der Ziegelhütte endet schließlich der Asphaltausbau des Radweges 6 und die Strecke nach Kirchhain führt lediglich „auf geschotterten Wegen im Zickzack“ nach Kirchhain weiter. „Das ist wunderschön, aber unnötig lang“, so der Rathauschef und ergänzt, dass ein Fernradweg wie dieser eine „vernünftige Oberfläche und eine klare Routenführung“ dringend benötige. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass das Fahrrad für den Alltagsverkehr immer wichtiger werde. Und gerade bei parallel zu Straßen verlaufenden Radwegen gebe es großen Nachholbedarf, stellt der Rathauschef heraus. Ein gutes Beispiel sei die Strecke Mardorf–Roßdorf.

Bürgermeister findet Radverkehrskonzept sinnvoll

Entsprechend hält er auch das Erstellen eines Radverkehrskonzeptes – für das es vom Land hohe Fördermittel gebe – für sinnvoll. Zwar erwarte er davon keine großen Überraschungen, aber es sei gut, einen „ganzheitlichen Überblick“ zu bekommen. Vor allem könne ein solches Konzept vielleicht auch helfen, sich Gehör zu verschaffen, Interesse zu wecken und Projekte nach vorne zu bringen. Zum Beispiel auch bei einer Verbindung aus dem Stadtgebiet nach Marburg auf die Lahnberge – ein Anliegen, das die FWG einst aufs Tableau gebracht hatte und wegen dessen sich die Stadt mit Unterstützung aus Marburg und Ebsdorfergrund ans Land gewandt habe. Dort ist aber noch keine Entscheidung zur Priorität gefallen.

Ein Ansatz, den andere Kommunen bereits vorleben und den Plettenberg für sinnvoll hält, ist bei Planungen und eventuell auch bei der Umsetzung von Radwegen in finanzielle Vorleistung zu gehen und sich anschließend Gelder vom Land zurückzahlen zu lassen: „So kann man unter Umständen den Turbo zünden.“

Im Köcher hat die Stadt Amöneburg noch eine Anbindung Erfurtshausens an den Radweg 6 beziehungsweise damit an die Stadt Homberg. „Der Naturschutzbeirat des Kreises hat schon Bereitschaft signalisiert“, sagt Plettenberg. Allerdings stehe noch die Zustimmung vonseiten der Naturschutzbehörde aus. Des Weiteren möchte die Stadt zwei Fahrspuren auf dem einst über die Flurbereinigung geschaffenen Radweg zwischen Roßdorf und Kleinseelheim befestigen: „Ein Spurweg ist da das Maximale, auf das wir hoffen können“, betont der Bürgermeister.

Von Florian Lerchbacher

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