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Ostkreis Amöneburger wollen das Rad weiterdrehen
Landkreis Ostkreis Amöneburger wollen das Rad weiterdrehen
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14:00 31.12.2021
Radwege sind seit vielen Jahren ein Thema in der Amöneburger Stadtpolitik.
Radwege sind seit vielen Jahren ein Thema in der Amöneburger Stadtpolitik. Quelle: HMWEVW, Corinna Spitzbarth
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Amöneburg

Zum wiederholten Mal möchten sich Amöneburgs Stadtverordnete dem Thema „Radwege“ widmen. Und so warf SPD-Fraktionsvorsitzender Winfried Nau auch zunächst einen Blick zurück, als er den gemeinsamen Antrag der Fraktionen vorstellte, dessen Ziel ein Radwegekonzept für die Stadt ist.

Zunächst erinnerte er an einen Antrag der FWG aus dem Jahr 2019, der seiner Ansicht nach schon ähnliche Ziele gehabt habe. Unter anderem sei damals eine Prioritätenliste in Sachen Radwegebau gefordert und angeregt worden, die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung durch Förderprogramme abzuklappern.

„Aber es ist nix passiert“, ärgerte sich Nau und monierte, dass auch eine Nachfrage der FWG im Januar 2021 unbefriedigend beantwortet worden sei. Und währenddessen würden in Nachbarkommunen fleißig Radwege gebaut und Fördermittel abgegriffen. „Wir wollen keine stiefmütterliche Behandlung des Themas mehr“, resümierte er und fragte: „Worauf warten wir noch?“

Verbindung auf Lahnberge fehlt

„Wir sind uns einig, dass es sich um ein wichtiges Thema handelt“, entgegnete Bürgermeister Michael Plettenberg und wies alle Vorwürfe von sich: Der Antrag von 2019 sei nicht so umfänglich wie der neue Antrag gewesen und habe sich um die Verbindungen zu umliegenden Orten gedreht.

Nach einer Überprüfung sei festgestellt worden, dass es die meisten Verbindungen schon gebe und eigentlich nur eine auf die Lahnberge fehle. Er habe daher Kontakt zum Ebsdorfergrund und zur Stadt Marburg aufgenommen. Die Nachbargemeinde habe gesagt, dass das Thema nicht wichtig sei, und die Stadt habe gar nicht reagiert. Außerdem sei ein Brief ans Verkehrsministerium rausgegangen – auf den eine Antwort gekommen sei, die „wohlwollend, aber nichtssagend“ gewesen sei. Es sei also nicht korrekt, dass nix passiert sei.

„Ich habe den Eindruck, mit diesem Bürgermeister kommen wir hier nicht weiter“, kommentierte Reinhard Franke (CDU), während Norbert Rausch (FWG) moderierend eingriff und betonte: „Ich habe den Antrag so verstanden, dass wir jetzt nach vorne schauen.“ Allerdings drohte auch er kurz die Contenance zu verlieren, als Plettenberg auf einen Punkt des Antrages einging: Dieser beinhaltet, dass der Magistrat gebeten werde, einen Ansatz für die Erstellung eines Radwegekonzeptes in den Haushaltsplan 2022 einzustellen.

„Das geht nicht“, sagte der Bürgermeister und verwies darauf, dass er wenige Minuten zuvor den Entwurf des Finanzwerkes in der Stadtverordnetenversammlung eingebracht hatte. „Das geht sehr wohl“, entgegnete Rausch und verwies darauf, dass sich der Punkt locker während der zweiten Lesung beziehungsweise der Haushaltsberatungen einplanen lasse.

Anforderungskatalog erarbeiten

Und so beauftragten die Stadtverordneten den Magistrat einstimmig, dass das Gremium gemeinsam mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie ein Radverkehrskonzept entwickeln soll.

In diesem Zuge soll ein Radverkehrsplaner des Landkreises und/oder von Hessen Mobil hinzugezogen werden, um einen Anforderungskatalog zu erarbeiten. Dieser soll unter anderem die Verbindungen zwischen den Ortsteilen beinhalten (wobei auch die Ortsbeiräte zu Wort kommen sollen) – zu achten ist dabei auf kurze Verbindungen, „komfortable Fahrbahnbeschaffenheit“ und die Trennung vom Straßenverkehr. Zudem sollen Verbindungen der Stadtteile nach Marburg sowie Kirchhain, Stadtallendorf, Homberg und Ebsdorfergrund ins Auge gefasst werden.

Ziel ist es, dass vielleicht schon im Jahr 2023 erste Projekte umgesetzt werden können. Entsprechend gibt es auch den Auftrag, Fördermöglichkeiten auszuloten.

Von Florian Lerchbacher