Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Amöneburg bekommt ein Repair-Café
Landkreis Ostkreis Amöneburg bekommt ein Repair-Café
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 01.01.2022
Burkhard Wachtel (von links), Jana Schaber, Raphael Kaiser, Guido Barth, Till Adhikary und Dirk Schaber sind die Initiatoren des Repair-Cafés im Mardorfer Schwesternhaus. 
Burkhard Wachtel (von links), Jana Schaber, Raphael Kaiser, Guido Barth, Till Adhikary und Dirk Schaber sind die Initiatoren des Repair-Cafés im Mardorfer Schwesternhaus.  Quelle: Privatfoto
Anzeige
Mardorf

Der Bürgerverein Mardorf und die Amöneburger Grünen tun sich zusammen und wollen ein Repair-Café für das Stadtgebiet und die Umgebung auf die Beine stellen. „Kaputte Fahrräder, defekte Elektrogeräte und eingerissene Kleidung sollen nicht weggeworfen und ersetzt, sondern repariert und weiterverwendet werden“, stellen die Initiatoren heraus und betonen: „Wir möchten Nachhaltigkeit und Gemeinschaft fördern. Wir sind keine Dienstleister und möchten keinem Handwerksbetrieb die Kunden abspenstig machen, sondern bieten Hilfe zur Selbsthilfe an.“ Repariert werde daher auch gemeinsam.

Letztendlich solle auch die Gemeinschaft gefördert werden, sagt Jana Schaber: „Bei der Gründung fragten wir uns, wie wir als Grüne uns in die Gesellschaft einbringen können.“ Gleichzeitig hatten Mitglieder des Bürgervereins die Idee geäußert, in dem in der Renovierung befindlichen ehemaligen Stall des Schwesternhauses neben einer Pilger-Unterkunft auch ein Repair-Café einzurichten. „Das war also ein perfect Match“, freut sich Schaber.

Allerdings ist das mit der Gemeinschaft, die im Schwesternhaus eigentlich gepflegt wird, in den vergangenen Wochen und Monaten Corona-bedingt so eine Sache, was zunächst zu einigen Verschiebungen führte. Doch im Januar 2022 soll es nun doch losgehen – eben unter anderen Voraussetzungen als ursprünglich geplant. Geplant ist ein „abgespeckter Start“: Wer etwas reparieren möchte, muss vorher einen Termin vereinbaren – im Sommer könne dann vielleicht die richtige Eröffnung des Repair-Cafés stattfinden, ergänzt Guido Barth.

Da die Umgestaltung des ehemaligen Stalls auch noch nicht abgeschlossen ist, wie Bürgervereins-Vorsitzender Burkhard Wachtel hinzufügt, findet das erste Repair-Café daher am 16. Januar ab 14 Uhr in den Räumen des Schwesternhauses statt. Repariert werden können beispielsweise kleine elektrische Werkzeuge wie Bohrmaschine, Stichsäge oder Akkuschrauber, Haushalts-Kleingeräte wie Toaster, Mixer oder Kaffeemaschinen sowie technisches Gerät wie Handy, Tablet, Notebook und Desktop mit den Betriebssystemen Android, Windows oder Linux. Und selbst bei kaputter Kleidung gibt es noch Hoffnung.

Alles geht nicht – aber

die Helfer geben ihr Bestes

Eine Garantie, dass die defekten Geräte auch wirklich repariert werden können, gibt es natürlich nicht – und auf Reparaturen wird es auch keine Garantien geben. Aber die Helfer des Repair-Cafés werden selbstverständlich ihr Bestes geben. Um die Reparatur-Versuche gut vorzubereiten, sind Menschen, die das Angebot in Anspruch nehmen wollen, aufgerufen, sich zunächst anzumelden: Bis zum 2. Januar muss dafür entweder eine Mail geschrieben oder ein Anruf getätigt und mitgeteilt werden, was genau repariert werden soll. Dabei soll eine möglichst genaue Beschreibung geliefert werden, also um was für ein Gerät es sich handelt (Name, Typ, Hersteller, ungefähres Baujahr) und was das Problem ist. Sinnvoll wäre auch, ein Foto beizufügen.

Raphael Kaiser sei beispielsweise in einem technischen Beruf tätig und handwerklich sehr talentiert, erklärt Wachtel. Guido Barth und Till Adhikary kämen aus dem IT-Bereich und würden sich daher in diesem Feld gut auskennen und wüssten auch Fahrräder zu reparieren, was auch ein Bereich von Dirk Schaber sei. Hinzu kämen noch Bärbel Allamode aus Rauischholzhausen, die sich mit Stoffen und Nähmaschinen auskenne und auch schon einen Näh-Kurs gegeben habe, sowie Diether Opper aus Homberg/Ohm, der Elektromeister im Ruhestand ist, berichtet Wachtel und stellt heraus, dass das Repair-Café nichts mit Parteigeklüngel zu tun habe, sondern einfach nur eine soziale Initiative sei, die Nachhaltigkeit zum Ziel habe.

Wer bis zum 2. Januar gemailt oder angerufen hat, soll bis zum 12. Januar eine Antwort bekommen, ob sich das geschilderte Problem am 16. Januar lösen lässt. Manchmal könne es auch sein, dass noch ein Folgetermin notwendig werde, um einen Schaden zu heben, betont Barth und erklärt, dass das Angebot kostenfrei ist – aber Spenden natürlich willkommen seien, um das Repair-Café und die Ausrüstung auszubauen. Zunächst greifen die Helfer auf eigenes Werkzeug zurück.

Ziel ist es, das Repair-Café einmal im Monat zu veranstalten. Beim ersten Termin (es gilt die 2G-Regel!) werden warme Getränke und Kekse im Außenbereich des Schwesternhauses bereitstehen, so dass – mit ausreichend Abstand – zumindest im kleinen Rahmen die Gelegenheit zum Warten und Plauschen gegeben ist. Weitere Helfer sind jederzeit willkommen, stellen die Organisatoren heraus.

Kontakt: E-Mail repaircafe@buergerverein-mardorf.de, Telefon 01 76 / 53 75 22 28. Das Telefon wurde extra für das Repair-Café angeschafft und ist nicht dauerhaft besetzt. Anrufer sind angehalten, die im Text genannten Informationen auf die Mailbox zu sprechen. Sie sollen dann zurückgerufen werden. Außerdem ist geplant, Details zum Repair-Café auf die neu gestaltete Homepage des Bürgervereins unter www.buergerverein-mardorf.de zu stellen.

Von Florian Lerchbacher