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Ostkreis Zum Jubiläum ein paar Lebens(t)räume
Landkreis Ostkreis Zum Jubiläum ein paar Lebens(t)räume
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18:58 02.10.2021
Dr. Astrid Wetzel hat das Naturschutz-Informationszentrum zum Stadtjubiläum umgestaltet.
Dr. Astrid Wetzel hat das Naturschutz-Informationszentrum zum Stadtjubiläum umgestaltet. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Die Zahl 13 ist im Jahr des 1300-jährigen Bestehens in Amöneburg allgegenwärtig. Auch im Naturschutz-Informationszentrum (Niza) soll das Jubiläum sichtbar werden. Aus diesem Grund hat Leiterin Astrid Wetzel die Einrichtung umgestaltet und eine Ausstellung mit dem Titel „Lebens(t)räume“ entwickelt – bei der natürlich die 13 das inspirierende Moment darstellt.

Sie habe geschaut, wo sich die 13 in der Natur wiederfinden lasse, und sei bei den Lebensraumtypen fündig geworden, berichtet Wetzel im Gespräch mit der OP. Es gibt die sogenannte Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, das ist die Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union. Darin sind 231 Lebensraumtypen (und rund 1 000 Arten und Unterarten) aufgelistet, die es zu schützen gilt.

Und 13 davon gibt es in und rund um Amöneburg mit seinem Naturschutzgebiet, das seit 2004 zudem als Flora-Fauna-Habitat im Rahmen des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000 gemeldet ist. Wobei die Niza-Leiterin ein kleines bisschen geschummelt hat, wie sie zugibt: Der Quellsumpf sei in der europäischen Kategorisierung noch nicht aufgenommen, gelte aber gemäß deutschem Naturschutzgesetz als schützenswerter Lebensraum. Noch dazu gebe es den Plan, dass der Amöneburger Quellsumpf in einem Areal liege, das bald als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden solle, verrät Bürgermeister Michael Plettenberg.

„13 Lebensräume = 13 Lebensträume?“, lautet die Frage, die Wetzel in der Ausstellung beantworten will. Vor allem möchte sie Kindern und Jugendlichen die Tier- und Pflanzenwelt in den Lebensraumtypen näherbringen, beispielsweise die durch exzessive Nutzung entstandene „Magere Flachlandmähwiese“. Es geht quasi von trockenen über frische Gebiete hin zu Wiesen und Wäldern – und gerade an Wäldern gebe es in Amöneburg so einiges zu entdecken, beispielsweise den Hang-Schluchtwald nahe des Hainerturms.

Gucklöcher - insbesondere für Kinder

Und so hat jeder der 13 oftmals ineinander übergehenden Lebensräume eine eigene Ecke im Niza bekommen. Die alten Vitrinen hat die Niza-Leiterin dafür teilweise mit Folien beklebt, die im Look der jeweiligen Lebensräume daherkommen.

Es gibt Gucklöcher, durch die insbesondere Kinder die dahinter versteckten und in dem Raum lebenden Tiere entdecken können. Es gibt aber auch Tierpräparate, die ohne Guckloch zu sehen sind. Hinzu kommt ein digitaler Bilderrahmen, über den Wetzel zusätzliche Informationen über die Lebensräume den Besuchern bereitstellt. „Das ist teilweise ein bisschen trockener Stoff“, sagt sie lachend und erklärt, dass sie bei der Gestaltung der Vitrinen auf möglichst wenig Text gesetzt habe.

Die Ausstellung kommt also über das Optische, das Wetzel in Zukunft noch weiter ausbauen möchte. Aus diesem Grund ruft sie Bürger und Besucher Amöneburgs dazu auf, Fotos von Pflanzen im Stadtgebiet zu schießen und diese einzuschicken. Sie werde dann bei der Bestimmung der Pflanzen helfen.

Eine Auswahl der Bilder soll dann letztendlich ebenfalls gezeigt werden. Aufnahmen von Vögeln oder Tieren seien auch in Ordnung: „Aber da haben wir eigentlich die Präparate, die wir präsentieren. Bei Pflanzen ist das nicht so einfach, daher möchte ich da gerne mit Fotos arbeiten.“

Los geht es offiziell um 13.30 Uhr

Die Ausstellung wird am Sonntag eröffnet. Los geht es um 13.30 Uhr mit einem Empfang auf dem Museumsvorplatz. Um 14 Uhr folgen Grußworte Plettenbergs und Wetzels, ab 14.30 Uhr sind dann die „Lebens(t)räume“ erkundbar.

Bis zum 31. Oktober ist die Ausstellung immer sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Zudem kann das Niza unter der Woche vormittags nach Absprache mit der Verwaltung besucht werden – und gelegentlich auch samstags nach Absprache mit und Anmeldung bei der Leiterin, wenn diese vor Ort ist.

„Ich wünsche mir, dass vor allem Schulen und Kitas die Einrichtung besuchen“, betont Wetzel und freut sich, dass sich im Jahrgang zehn der Stiftsschule jüngst eine Naturschutzgruppe gegründet hat, mit der sie bereits im Austausch steht.

Von Florian Lerchbacher