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Ostkreis Was passiert mit dem Steinbruch?
Landkreis Ostkreis Was passiert mit dem Steinbruch?
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18:00 13.07.2022
Der ehemalige Steinbruch (Deponie) Amöneburg.
Der ehemalige Steinbruch (Deponie) Amöneburg. Quelle: Thorsten Richter
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Amöneburg

Was soll auf jeden Fall kommen? Was bleibt in der Diskussion? Was ist auf keinen Fall gewünscht? Diese drei Fragen standen im Mittelpunkt eines weiteren moderierten Workshops, in dem sich rund 25 Bürgerinnen und Bürger Amöneburgs mit der Zukunft des ehemaligen Steinbruchs auseinandersetzten. Die Veranstaltung basierte auf einem ersten Workshop, in dem es um Ideen für die Entwicklung des Gebietes am Berg ging. Komplett gestrichen wurde letztlich kein Ansatz, doch bei Vorschlägen wie einer Seilbahn, die in die Kernstadt führen könnte, zeigte sich schnell, dass sich dafür wohl keine Mehrheit finden wird.

Aber es fanden sich gleich mehrere Ideen, die auf große Zustimmung stießen und für die die Teilnehmenden dann auch gleiche Bereiche des ehemaligen Steinbruchs festlegten, in denen die Umsetzung erfolgen könnte – immer unter der Voraussetzung, dass alles „naturnah“ gestaltet wird.

Und nicht zu vergessen, dass am Ende ohnehin noch eine endgültige Entscheidung getroffen werden muss. Zudem sind einige Stellen des Gesamtgebietes auch schon verplant beziehungsweise „vergeben“, so zum Beispiel ein Areal zum Schutz der Kammmolche sowie eines für Zauneidechsen und eines, in dem Beweidung im Vordergrund steht.

Kristina Oldenburg moderierte den Workshop. Quelle: Florian Lerchbacher

Ganz oben auf der Liste der Wünsche finden sich sowohl ein Radweg, der quer durch das Gebiet führen und ein „Erleben“ möglich machen soll, als auch ein Wanderpfad, der aus Richtung des Kloppwerks kommen soll. Wie genau insbesondere der Radweg an bereits bestehende Strukturen angebunden werden beziehungsweise wie diese ausgeweitet werden können, das seien Detailfragen, die in folgenden Schritten geklärt werden müssen, erklärte Moderatorin Kristina Oldenburg (Kokonsult). Das gilt auch für die Gestaltung von Wohnmobilstellplätzen, die – mit Blick vom Eingangstor an der Hauptstraße – oben rechts auf einer Anhebung in der Nähe der Kreisstraße entstehen sollen. Dort könnte auch noch eine Parkfläche entstehen. Option zwei für Parkplätze ist wiederum unten, links vom Eingang. Allerdings gab es insbesondere über das Für und Wider von Parkflächen Diskussion.

Ob es dafür überhaupt Bedarf gibt, lautete eine zentrale Frage. „Wir haben vorgeschlagen, das Thema Parken dann genauer zu betrachten, wenn feststeht, welche Angebote tatsächlich auf dem Areal verwirklicht werden“, betonte Judith Becker, Junior-Beraterin von Kokonsult. Gewünscht ist in jedem Fall eine Grillhütte – am besten in Holzbauweise, um sie auch „naturnah“ zu gestalten. Zudem soll ein Mountainbike-Trail entstehen – in einer Umgebung, in der insgesamt „Spiel und Sport“ im Vordergrund stehen könnten. Des Weiteren wünschen sich die Amöneburgerinnen und Amöneburger eine Stelle, an der es Informationen rund um die Naturbildung gibt.

Noch keine Nachnutzung für Schwimmteich

Und auch die einst bei der Präsentation des Atmen-Projektes angedachte Multifunktionsfläche erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit. „Es steht allerdings noch nicht fest, welche Art von Angebot es auf der Fläche geben soll“, resümierte Becker und ergänzte: „Klar ist, dass auch diese Maßnahme dem Leitgedanken der Naturnähe folgen muss und es keine Dauerbeschallung geben soll.“

Für Diskussionen sorgte derweil die einst als Schwimmteich angelegte Fläche, für die noch keine Nachnutzung angedacht ist. Allerdings berichtete Planer Folke Diederich, dass dieser noch mit rund 20 000 Kubikmetern Erde verfüllt werden muss – was insbesondere Jan-Gernot Wichert und Winfried Nau, den Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD die Zornesröte ins Gesicht trieb.

Schon im Jahr 2019 habe das Parlament die Entscheidung getroffen, dass der Teich verfüllt werden soll, kritisierten sie und ärgerten sich, dass dies seitdem nicht umgesetzt wurde.

Von Florian Lerchbacher

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