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Ostkreis Zum Jubiläum gibt’s eine Rose
Landkreis Ostkreis Zum Jubiläum gibt’s eine Rose
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13:00 10.05.2021
So sieht sie aus, die extra gezüchtete Bonifatiusrose.
So sieht sie aus, die extra gezüchtete Bonifatiusrose. Quelle: Privatfoto
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Amöneburg

Sie sieht schön aus, duftet oft herrlich und hat verschiedene Bedeutungen. Unter anderem ist die Rose ein Mariensymbol – nicht umsonst werden derzeit bei der Gestaltung des Tympanons über dem Eingangsportal der Amöneburger Stiftskirche zur Verzierung Rosen oberhalb der Mutter Gottes in den Stein gehauen.

150 Jahre ist es her, dass das Gotteshaus geweiht wurde, 1300 Jahre liegt die urkundliche Ersterwähnung Amöneburgs zurück. Und das muss trotz Corona-Pandemie natürlich irgendwie gefeiert werden. Und so hat sich der Förderverein der Stiftskirche einiges einfallen lassen. Größtes Projekt ist natürlich die, wie Pfarrer Marcus Vogler sagt, „Vollendung“ des Gotteshauses durch das für Kirchen eigentlich so typische Kunstwerk oberhalb der Tür. 35 000 Euro kostet das Projekt, das jeweils zur Hälfte der Förderverein und die Kirchengemeinde tragen.

Robust und geeignet für rauere Standorte

Doch die Amöneburger haben sich noch etwas Weiteres ausgedacht, das bleibenden Charakter hat und an verschiedenen Orten noch lange an das Festjahr erinnern soll: Sie – allen voran Küster und Mitglied Markus Ruhl und Vorsitzende Marlies Franke – ließen in der Rosenstadt Steinfurth eine Rose züchten. Eine typische Rugosa-Hybride, wie Franke erklärt und betont: „Sie hat eine offene Blüte, die von Insekten angeflogen werden kann, ist robust und geeignet für rauere Standorte.“ Und robust müsse man in Amöneburg ja auch sein – in jeglicher Hinsicht, wirft Gabi Clement ein.

Dazu passe auch der Name, den die Rose bekommen solle: „Sankt Bonifatius 721“ (in Anlehnung an die Klostergründung durch Bonifatius und die urkundliche Ersterwähnung „Amanaburchs“ vor 1300 Jahren). „Außerdem riecht sie gut und hat neben einer wunderschönen Blüte auch noch Dornen und ist wehrhaft. Das passt ebenfalls sehr gut zu Bonifatius und den Amöneburgern“, resümiert Clement.

Die Rosentaufe übernimmt Züchter Werner Ruf von der gleichnamigen Rosenschule in Steinfurth. Pfarrer Vogler wird sie später noch segnen. Eine limitierte Menge der getopften Rosen sind am Montag, 17. Mai, und Dienstag, 18. Mai, jeweils ab 16 Uhr vor der Stiftskirche zum Preis von 22,50 Euro pro Stück zu erwerben. Vorbestellungen sind nicht möglich.

Kostbarkeiten aus dem Kirchenfundus

Oberhalb des Eingangsportals wird dann auch Bildhauer Daniel Rupprecht am Tympanon arbeiten.

Innen ist eine Ausstellung zur Geschichte des Gotteshauses zu sehen, die auf die verstorbene ehemalige Vorsitzende des Fördervereins, Antonie Köhl, zurückgeht. Knapp zwei Wochen später, während der ab dem 3. Juni geplanten Festwoche, organisiert der Förderverein in und um die Kirche eine Paramentenausstellung. Dann werden einige der „besonderen Kostbarkeiten aus dem Fundus der Stiftskirche gezeigt“, kündigt Franke an. Paramente sind Textilien, die in Gottesdiensten verwendet werden: vor allem Gewänder der Priester, Diakone und Messdiener – aber auch Tücher am Altar oder Lesepult oder die zur Verhüllung liturgischer Gefäße dienen. „Die ältesten Paramente stammen aus der Barockzeit. Wertvolle Stickereien zeigen religiöse Symbole oder Darstellungen der Heilsgeschichte oder Insignien von Heiligen wie zum Beispiel von Bonifatius“, resümiert die Vorsitzende.

Von Florian Lerchbacher