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13:58 30.03.2022
Auf dem Marktplatz galt es, noch einmal richtig Gas zu geben.
Auf dem Marktplatz galt es, noch einmal richtig Gas zu geben. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Unermüdlich drehten die 860 Schülerinnen und Schüler aber auch Lehrerinnen und Lehrer der Stiftsschule während eines Spendenlaufs zugunsten der Ukraine-Hilfe Runde um Runde. Die einen im Dauerlauf und mit ordentlich Speed, die anderen gemütlich mit geringerem Tempo, während sie mit den Klassenkameradinnen und -kameraden auch mal ein Schwätzchen hielten oder Musik hörten.

Hauptsache, sie legten möglichst viele der vom Marktplatz hinter der Schule und der Schlossruine langführenden, rund 800 Meter langen Runden zurück – denn für jede Runde zahlen die im Vorfeld gewonnenen Sponsoren einen bestimmten Betrag, der für den guten Zweck gedacht ist. Wobei der Betrag individuell festgelegt wurde (und zwischen 10 Cent und 10 Euro lag) und die Sponsoren auch die Möglichkeit hatten, eine Maximalsumme zu definieren.

32 Runden in drei Stunden

Denn so manche Kinder und Jugendlichen machten jede Menge Meter: Herausragend war ein Schüler der Q4, der in den drei Stunden 32 Runden schaffte – was rund 25,6 Kilometern entspricht. Zudem hätten viele Schülerinnen und Schüler mehr als 20 Runden geschafft, freut sich Simon Föster, der gemeinsam mit Kollegin Marion Schierl die Federführung über den von der Sportfachschaft initiierten Spendenlauf innehatte.

Insgesamt kamen rund 9.500 Runden zusammen – was einen ordentlichen Betrag für die Ukraine-Hilfe bedeuten wird (die genaue Summe muss noch errechnet werden, nach 6 von 24 ausgezählten Klassen liegt sie bei rund 20.000 Euro – und dann kommt noch die Oberstufe hinzu).

Schulleiter als Streckenposten

Schon mehrfach hatte die Stiftsschule Spendenläufe organisiert. Entsprechend habe es auf der Hand gelegen, sich auch für die Menschen aus der Ukraine zu engagieren, sagt Föster. Es sei gut, wenn die Schülerinnen und Schüler sich aktiv einsetzten, um Hilfe auf den Weg bringen zu können, fügt Schulleiter Björn Mayr hinzu – der selber auch die Laufschuhe schnürte. Und wer selber nicht laufen konnte, der habe sich eben anders eingebracht – beispielsweise als Streckenposten. „Unsere Schülerinnen und Schüler sind toll. Sie haben die Aktion sehr gut angenommen und sich eingebracht. Es ist aber auch wichtig, dass sie ein Gefühl dafür bekommen, wie sie etwas tun können“, lobt der Schulleiter.

Im Vorfeld hatten die einzelnen Klassen mit ihren jeweiligen Klassenlehrern sich über den Krieg in der Ukraine ausgetauscht. Einige Lehrkräfte hatten dazu die entsprechenden Informationen zusammengetragen. „Aber eigentlich wäre das auch gar nicht nötig gewesen, denn die Schüler hatten so viele Fragen, dass wir das vorbereitete Material nicht gebraucht hätten“, sagt Mayr.

Die Auswirkungen auf Deutschland

Vornehmlich sei es darum gegangen, was mit den Geflüchteten aus der Ukraine passiert, wie man diese unterstützen und sie integrieren kann. Außerdem seien zentrale Themen gewesen, wie es in der Ukraine mit dem Krieg weitergeht und welche Auswirkungen die Geschehnisse auf die Menschen in Deutschland haben. Die Antworten schlechthin gebe es auf diese Fragen nicht, so der Schulleiter: „Es geht darum, die Sorgen der Jugendlichen aufzunehmen. Und dabei sollte man ruhig auch sagen, dass man selber auch Angst hat – sonst wären wir nicht authentisch.“

Wichtig sei auch, ihnen klarzumachen, dass sie die Krise nicht ändern, aber zumindest etwas unternehmen könnten, den unter dem Krieg leidenden Menschen zu helfen.

Schon länger läuft die Aktion „Blumen statt Bomben“: An der Schule gibt es vom Verein Amöneburgia gespendete Saatkugeln (und Überraschungseier) für den guten Zweck zu kaufen. Der Erlös kommt drei Initiativen zugute, die in direktem Kontakt zur Schule stehen und sich ebenfalls für die Ukraine-Hilfe einsetzen.

Von Florian Lerchbacher

30.03.2022
29.03.2022