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Ostkreis Irgendwo zwischen wandern und spazieren
Landkreis Ostkreis Irgendwo zwischen wandern und spazieren
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15:56 09.10.2021
Birgit Gruß (von links), Bürgermeister Michael Plettenberg, Dr. Armin Feulner und Klaus Erber weihten den neuen Premium-Spazierwanderweg „Berger Erlebnis Momente“ ein.  
Birgit Gruß (von links), Bürgermeister Michael Plettenberg, Dr. Armin Feulner und Klaus Erber weihten den neuen Premium-Spazierwanderweg „Berger Erlebnis Momente“ ein.   Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Wem ein Spaziergang zu kurz und vielleicht auch zu langweilig, aber eine Wanderung zu lang ist, der findet in Amöneburg jetzt eine Neuerung, mit der die Stadt mit gutem Beispiel im Landkreis Marburg-Biedenkopf vorangeht: einen vom Deutschen Wanderinstitut zertifizierten „Premium Spazierwanderweg“. Er trägt den klangvollen Titel „Berger Erlebnis Momente“ und hält auf seinen vier Kilometern, was der Name verspricht, wie Klaus Erber, der Leiter des Wanderinstituts, betont. Zum einen gehe es über unterschiedlichste Wege – vom schmalen Pfad bis hin zu den befestigten Straßen der historischen Altstadt. Zum anderen führe die Strecke vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten – von der Wenigenburg über das Schloss, das Kloppwerk und die Säulenbasaltwand bis hin zur Pestsäule und die Statue des Heiligen Nepomuk. Von der spektakulären Aussicht über das Ohmtal und in den Vogelsberg ganz zu schweigen. Sie sei also in Sachen Naturerlebnis aber auch in Sachen Kulturhistorie spannend, betont Erber und freut sich, dass es dann auch noch die Möglichkeit zur Einkehr gibt. „Das wird der Hit bei Familien mit Kindern“, sagt er, was die für die Strecke verantwortliche städtische Mitarbeiterin Birgit Gruß zum Hinweis verleitet, dass der Premium-Spazierwanderweg auch noch an drei Spielplätzen vorbeiführt, also zusätzliche Abwechslung sicher sei. „Geschichte, Religion, Geologie und Natur bieten viele Erlebnis-Momente. Hügel, Berge, Felsen und Schluchten gilt es zu erkunden. Gutes Schuhwerk ist unabdingbar", fasst sie die Attraktionen zusammen.

„Es wird schwierig, da ranzukommen“

In Amöneburg gibt es neben dem Mauerrundweg bereits zwei Geotouren und vor allem die beliebte Amanaburch-Tour – ein rund 20 Kilometer langer, ebenfalls vom Wanderinstitut zertifizierter Premium-Wanderweg. „Ein Premium-Spaziergänger will Qualität sehen“, weiß auch Bürgermeister Michael Plettenberg und stellt heraus, dass der neue Spazierwanderweg genau das biete – was auch durch das jüngst überreichte Qualitätssiegel unterstrichen werde. An manchen Stellen führe das neue Angebot zwar über bereits bekannte Wege, es halte aber auch für Menschen, die in Amöneburg wohnen oder dort regelmäßig unterwegs sind, neue Pfade bereit. Hinzu komme die Erlebnisdichte, die auf der verhältnismäßig kurzen Strecke ihresgleichen suche: „Es wird schwierig, da ranzukommen“, sagt er und spricht Gruß großes Lob für die Auswahl der Strecke aus. Vor allem auch, weil sie es geschafft habe, diese so zu gestalten, dass die Spazierwanderer nicht allzu große Höhenunterschiede überwinden müssen – bei der Stadt auf dem Berg durchaus eine Kunst.

650 zertifizierte Premiumwanderwege gebe es bisher, bei den Spazierwanderwegen seien es um die 80, berichtet Erber und freut sich, dass die Menschen dieses Angebot rege nutzten – und die Begeisterung in Corona-Zeiten noch zugenommen habe. Amöneburg eignete sich aufgrund seiner unterschiedlichen Angebote in diesem Bereich nun schon für ein verlängertes Wochenende – und wenn man die Premium-Wege der Region noch hinzunimmt, sogar noch länger.

Immer der Beschilderung folgen

Dr. Armin Feulner von der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH stellt heraus, dass der Spazierwanderweg ohne Karte und nur anhand der Wegweiser erkundbar ist. In diesem Zusammenhang verweist Plettenberg darauf, dass der Einstieg in der Nähe des Festplatz-Parkplatzes (hinter der Schlossruine) ist und dort noch ein Wegweiser Richtung Eingangsportal aufgestellt wird. Ebenfalls noch aufgestellt werden einige Bänke, von denen es am Wegesrand aber durchaus schon eine große Anzahl gibt. Außerdem wird noch ein Geländer erneuert.

Und sechs neue Infotafeln wurden auch noch platziert, beispielsweise an der Pestsäule, am neuen Stiftsgarten und an der Nepomuk-Statue – was Gruß ein besonders Anliegen war, da viele Besucher und auch Bürger der Stadt gedacht hätten, dies sei eine Statue des Heiligen Bonifatius.

Die „Berger Erlebnis Momente“ wurden komplett über den Kommunalen Entwicklungsfonds des Landkreises finanziert.

Von Florian Lerchbacher