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Ostkreis Kinder werden zu Artisten
Landkreis Ostkreis Kinder werden zu Artisten
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21:59 14.07.2022
Für die Mädchen aus der Akrobatikgruppe ist ein Spagat kein Problem. 
Für die Mädchen aus der Akrobatikgruppe ist ein Spagat kein Problem.  Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

„Ich bin total fasziniert und kann gar nicht wegschauen“, sagt Amöneburgs Grundschulleiterin Christine Ehrlich und schaut gebannt zu, wie sich Flex-Klassen-Schülerin (erste und zweite Klasse) Sophia von Felix Frank die Hand auf den Kopf legen lässt. Anschließend dreht der Zirkusdirektor den Arm irgendwie ein, während sich die Siebenjährige ebenfalls irgendwie bewegt und dreht und auf einmal, wie von Geisterhand, in luftiger Höhe einen Kopfstand macht. Zirkusakrobatik – manchmal ist sie für den Laien schwer nachvollziehbar.

„Das ist auch nicht so ganz einfach“, gibt dann auch Sophia zu, die im „normalen Leben“ eigentlich keine Turnerin ist, wie sie berichtet. „Man muss den Körper auf Spannung halten“, verrät sie und ergänzt, bei ihrer Aufführung keinerlei Angst zu haben: „Es macht Spaß.“ Und das sogar mehr als der sonstige Schulalltag.

Von dem sind die rund 165 Kinder aus den Grundschulen Amöneburg und Mardorf in dieser Woche meilenweit entfernt. Sie dürfen derzeit in die Zirkuswelt hineinschnuppern – dank einer Kooperation der beiden Grundschulen und ihrer Fördervereine, die das gemeinsame Projekt initiiert haben. Finanzielle Unterstützung bekamen die Fördervereine über die Coronahilfen des Landkreises, und vor allem von Monika Aberle. Die Mutter hatte beim Hessischen Rundfunk an einem Gewinnspiel teilgenommen, gewonnen und 7 000 Euro für das Zirkusprojekt zur Verfügung gestellt. Eigentlich sollte die Umsetzung bereits im vergangenen Jahr erfolgen. Doch Corona machte dies unmöglich. Ein Ausfall kam aber nicht infrage, schließlich sei ein solches Projekt sehr wertvoll, wie Ehrlich betont: „Die Kinder können zeigen, was in ihnen steckt – aber nicht als Solisten, sondern in der Gemeinschaft. Sie müssen sich in Gruppen integrieren und ihre Rollen ausfüllen.“ Sie hatten unter anderem die Wahl zwischen Clownerie, Seiltanz, Feuerschlucken, Jonglage oder Akrobatik – und werden am Freitag und Samstag ihr Können zeigen. Jedes Kind hat zwei Auftritte, insgesamt gibt es vier Aufführungen. „Es fördert das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein, wenn die Kinder zeigen können, was in ihnen steckt“, stellt Ehrlich.

Regulären Unterricht gibt es diese Woche übrigens nicht, stattdessen gsetzen sich die Schüler mit Zirkusthemen auseinander. Dabei lernen sie Fachbegriffe wie Manege oder Jonglage kennen. Doch am besten ist es natürlich, wenn die Einheiten im Zirkuszelt anstehen, berichtet Drittklässlerin Lucy, die sich in die Akrobatikgruppe eingewählt hat und am liebsten menschliche Pyramiden baut.

  • Aufführungen gibt es am Freitag (14. Juli) um 15 und um 18 Uhr sowie am Samstag (16. Juli) um 11 und um 15 Uhr im Zirkuszelt auf dem Festplatz. Es gibt für alle Aufführungen noch Karten an der Abendkasse.

Von Florian Lerchbacher

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