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Ostkreis Ehre, wem Ehre gebührt
Landkreis Ostkreis Ehre, wem Ehre gebührt
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16:59 09.10.2021
Jochen Splettstößer (links) und Michael Plettenberg (von rechts) ehrten Peter Greib, Dr. Stefan Heck, Winfried Bieker, Jochen Luzius, Bernhard Schick und Peter Hörl.
Jochen Splettstößer (links) und Michael Plettenberg (von rechts) ehrten Peter Greib, Dr. Stefan Heck, Winfried Bieker, Jochen Luzius, Bernhard Schick und Peter Hörl. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Mehr als 200 Jahre kommunalpolitische Erfahrung sind der Stadt Amöneburg bei den Wahlen im Frühjahr des Jahres verloren gegangen. Dafür hat sie jetzt zwei neue Ehrenstadtverordnetenvorsteher, einen neuen Ehrenortsvorsteher, drei neue Ehrenstadträte und einen neuen Ehrenstadtverordneten – und da ist Rudi Rhiel noch gar nicht eingerechnet: Er wurde schon vor fünf Jahren zum Ehrenstadtverordneten ernannt, ist jetzt „nur noch“ aus dem Roßdorfer Ortsbeirat ausgeschieden – und hat über 50 Jahre kommunalpolitische Arbeit auf dem Buckel.

20 Jahre im Amt

Damit hätte Rhiel sich gleich zweieinhalb Ehrentitel verdient, denn gemäß der Amöneburger Satzung wird allen Menschen eine solche Ehrenbezeichnung verliehen, die mindestens 20 Jahre ihr Mandat oder Amt ausgeübt haben. „Man kann ehrenamtliches Engagement nicht hoch genug einschätzen“, betonte Stadtverordnetenvorsteher Jochen Splettstößer, der gemeinsam mit Bürgermeister Michael Plettenberg die Auszeichnungen vornahm. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz würde das gesellschaftliche Leben in Deutschland nicht funktionieren: „Das schließt unsere Demokratie mit ein. Die Ehrenbezeichnungen sind ein riesengroßer Dank und ehren die Leistungen und den Willen, sich einzubringen.“ Es gehe darum, gemeinsam etwas zu bewegen und die Weichen zu stellen – und das hätten alle sieben Männer nach allen Regeln der Kunst getan.

Dem schloss sich Plettenberg an, der an alle Geehrten auch noch ein paar persönliche Worte richtete. So sagte er beispielsweise über Peter Greib (einst AWG), dass er „kein Diplomat, aber ein ehrlicher Arbeiter“ sei. Berni Schick (CDU) bezeichnete er als „kritischen, aber auch konstruktiven Geist“ und lobte ihn für mehr als 40 Jahre Einsatz für die Feuerwehr Mardorf. Und Peter Hörl (SPD), der einzige „Zugezogene“, bewundert der Bürgermeister für seine ruhige und sachliche Art und vor allem die Gabe, niemals die gute Laune zu verlieren. „Ehrungen sind aber kein Abschied. Wir werden Sie alle wiedersehen – wenn auch in anderen Funktionen“, resümierte er.

Auch einige Geehrte griffen kurz zum Mikro: Winfried Bieker appellierte an die Stadtverordneten, dem Spruch am Rathaus Ehre zu erweisen und „einig, einig, einig“ zu sein: „Ihr seid doch alles liebe Menschen!“ Berni Schick gab zu, dass nicht immer alles richtig gewesen sei, was er gesagt habe und bezeichnete sich scherzhaft als „bösen, negativen Menschen“. Jochen Luzius freute sich über die Auszeichnung: „Das ehrt mich sehr.“ Und Stefan Heck sprach von einer prägenden, spannenden und lehrreichen Zeit im Parlament und hob hervor, dass er mehr als die Hälfte seines Lebens Stadtverordneter gewesen sei. „Aber irgendwann ändert sich das“, bemerkte der 39-Jährige.

Die Geehrten

Dr. Stefan Heck (CDU) war von 2001 an Stadtverordneter und ab 2011 Stadtverordnetenvorsteher. Er ist nun Ehrenstadtverordnetenvorsteher.

Karl-Friedrich „Freddy“ Greib (der an der Zeremonie nicht teilnehmen konnte) war zwischen 1997 und 2006 Stadtverordneter beziehungsweise Stadtverordnetenvorsteher und saß ab 2001 im Amöneburger Ortsbeirat. Er ist nun Ehrenstadtverordnetenvorsteher.

Peter Hörl (SPD) war ab 1997 Stadtrat und gehörte von 1985 bis 1997 dem Ortsbeirat Mardorf an. Er ist nun Ehrenstadtrat.

Jochen Luzius (FWG) war von 1993 bis 1997 Mitglied des Ortsbeirats Roßdorf, von 1997 bis 2011 Stadtverordneter und ab 2011 Stadtrat. Er ist nun Ehrenstadtrat.

Bernhard Schick (CDU): Er war von 1997 bis 2011 Stadtverordneter und ab 2011 Stadtrat. Er ist nun Ehrenstadtrat.

Peter Greib war zwischen 1981 und 1985 sowie ab 1997 Mitglied des Ortsbeirats Amöneburg und von 1993 bis 2016 Stadtverordneter für die AWG. Er ist nun Ehrenstadtverordneter.

Winfried Bieker (SPD) war von 1977 bis 1981 Stadtverordneter und ab 1993 Mitglied des Ortsbeirats Roßdorf. Ab 2011 fungierte er als stellvertretender Ortsvorsteher. Im März 2018 übernahm er nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers und kongenialen Karnevalskumpels Stefan Maus das Amt des Ortsvorstehers. Er ist nun Ehrenortsvorsteher.

Von Florian Lerchbacher