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Ostkreis Der Berg bekommt einen König
Landkreis Ostkreis Der Berg bekommt einen König
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12:58 22.06.2021
Ralf Jennemann ist Initiator des Rennens.
Ralf Jennemann ist Initiator des Rennens. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Wer Rennrad fährt, sucht die Herausforderung und fährt gerne bergauf – sagt der Amöneburger Ralf Jennemann (43) und gibt zu: „Für andere Menschen mag das verrückt klingen, aber als Radfahrer denkt man eben ein bisschen anders.“ Zunächst gilt es, sich der Herausforderung zu stellen und den Schmerz der übersäuernden Muskeln zu ignorieren (oder zu genießen). Am Ziel angekommen, wartet dann die Belohnung: das Gefühl, den Berg erklommen zu haben – und natürlich der Ausblick, der im Fall Amöneburgs ein ganz besonderer ist. Und genau in diesen Genuss sollen Radfahrer im Amöneburger Festjahr kommen, denn Jennemann hat ein Rennen – genauer gesagt ein Bergzeitfahren – mit dem Titel „King of Mountain“ initiiert, das am 3. Juli stattfinden wird.

„Ich habe damit schon länger geliebäugelt“, sagt er und betont, selbst schon an Veranstaltungen an der Sackpfeife und am Hoherodskopf teilgenommen und dabei gedacht zu haben, dass so etwas auch gut in seine Wahlheimat passen würde. Entsprechend schlug er das Rennen vor, als der Verein „Amöneburg 13Hundert“ nach Ideen für das Festjahr suchte, und bekam grünes Licht – damals, also weit vor Beginn der Corona-Pandemie, hätte wahrscheinlich niemand gedacht, dass „King of Mountain“ die erste Veranstaltung sein würde, die auch tatsächlich in Präsenz stattfinden kann. Bisher musste der Verein alles absagen und verlegte sich auf die Umsetzung bleibender Projekte, doch nun soll endlich auch eine Veranstaltung stattfinden, bei der Menschen zusammenkommen können. Allerdings maximal 200, stellte Jennemann heraus und verweist auf die pandemiebedingten Vorgaben zu Versammlungen.

Er ist Initiator, der Verein Organisator und die Stadt Veranstalter. Sie kümmerte sich entsprechend auch um die Sperrung der Strecke, die der Verkehrsdienst Hessen übernehmen wird. Die Route ist 2,6 Kilometer lang und führt vom Amöneburger Kreisel die Nordrampe rauf bis zur Stiftskirche. Bei einer Steigung von sechs Prozent müssen die Rennfahrer 162 Höhenmeter überwinden. Extrem sei die Anforderung nicht, gibt der gebürtige Stausebacher zu, aber es handele sich beim Basaltkegel eben um eine der wenigen Steigungen der Region – und vor allem ist der Berg ein markanter und nicht zu übersehender Ort, den auch Hobbyfahrer gerne anfahren. „Es ist gut machbar – aber man kann sich auch richtig müde machen“, sagt Jennemann über die Strecke. Auf „der anderen Seite des Berges“ sei die Steigung zwar etwas anspruchsvoller: „Aber da ist es auch nicht so schön wie auf der Nordrampe.“

Es sind nur nochwenige Plätze frei

„King of Mountain“ ist für Samstag, 3. Juli, von 14 bis 18.30 Uhr geplant. Los geht es um 14.30 Uhr mit einem Kinderrennen, an dem alle Jungen und Mädchen bis zehn Jahren teilnehmen können, die vor Ort sind und mitmachen wollen. Sie müssen sich auch nicht den ganzen Berg hochkämpfen, sondern fahren (im Massenstart) vom Marktplatz hoch zur Kirche. Danach geht es um 15 Uhr weiter mit einer aus drei Personen bestehenden Staffel (bisher haben fünf Teams gemeldet): Fahrer eins fährt vom Kreisel zum Wanderparkplatz, Fahrer zwei von dort bis zum Ortseingang, wo dann Fahrer drei übernimmt.

Um 15.30 Uhr beginnt dann das Bergzeitfahren der Erwachsenen. 150 haben sich bisher angemeldet, es seien also nur noch wenige Plätze frei, betont Jennemann (mit Verweis auf die Corona-Vorgaben). Vorgesehen ist, dass jeder Teilnehmer einen Transponder bekommt, damit die Zeitmessung an Start und Ziel elektronisch erfolgen kann. Unter Umständen findet danach auch noch ein Massenstart-Rennen (ohne Zeitmessung) statt. Das ist aber abhängig davon, was gemäß der Corona-Vorschriften überhaupt möglich ist. Ein Fun-E-Bike-Rennen war ursprünglich auch angedacht. Da sich aber nur drei Personen anmeldeten, ist dieser Programmpunkt wieder gestrichen worden.

In der Schlossruine, also am Ziel, wird ein Foodtruck stehen. Der Verein 13Hundert kümmert sich um die Getränke und verkauft seine T-Shirts, Franks Radladen wird Fahrräder ausstellen. Ein ursprünglich vorgesehener Dämmerschoppen entfällt, es gibt aber die Möglichkeit, auch nach der Siegerehrung noch bis 18 Uhr oder 18.30 Uhr an Amöneburgs höchstem Punkt zu verweilen. „Der Spaß soll im Vordergrund stehen“, sagt Jennemann, hebt aber auch hervor, dass Radfahrer willkommen sind, die das Rennen sportlich angehen wollen. Wenn es gut läuft und die Resonanz angemessen ist, dann könnte der „King of Mountain“ alle zwei Jahre gekrönt werden, resümiert der Initiator.

Anmeldung unter www.amoeneburg13hundert.de

Von Florian Lerchbacher

21.06.2021
21.06.2021