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Ostkreis Anfang 2022 sind die Bürger gefragt
Landkreis Ostkreis Anfang 2022 sind die Bürger gefragt
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13:41 10.11.2021
Die Leitlinien stehen. Im ersten Quartal 2022 sollen Bürger ihre Ideen für die Zukunft des Atmen-Geländes einbringen. 
Die Leitlinien stehen. Im ersten Quartal 2022 sollen Bürger ihre Ideen für die Zukunft des Atmen-Geländes einbringen.  Quelle: Archivfoto: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Ging es während der ersten Stadtverordnetenversammlungen nach der Wahl auch mal hitzig zu, so verlief die Sitzung am Montag in der Mehrzweckhalle Roßdorf vergleichsweise ruhig und unspektakulär.

Die Stadtverordneten legten dabei fest, wie es in Sachen Steinbruch/Erddeponie weitergehen soll. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie hatte den Auftrag bekommen, ein moderiertes Bürgerbeteiligungsverfahren auf den Weg zu bringen.

Die Mitglieder des Gremiums um Vorsitzenden Christoph Grimmel (SPD) haben Leitlinien festgelegt, die als Rahmen für das weitere Vorgehen und als Selbstverpflichtung dienen sollen.

Diese beinhalten folgende Punkte, die bei der Nachnutzung zu beachten sind: Nachhaltigkeit, naturnahe Gestaltung, sanfter Tourismus, Erlebnischarakter, Bereiche für Gemeinschaft/Bürgerschaft, Entlastung der Kernstadt (Autoverkehr), Nutzung des Alleinstellungsmerkmals, keine Abhängigkeit von einem einzelnen Investor/Betreiber, modularer Aufbau, finanzielle Tragfähigkeit, keine Veräußerung. Nächster Schritt soll ein öffentlicher Kreativ-Workshop sein, der im ersten Quartal 2022 stattfindet. Dann können Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbringen. Dafür sollen die Mitglieder des Magistrats in Zusammenarbeit mit Grimmel eine „geeignete Person für die Moderation“ engagieren.

RSV Roßdorf bekommt Fördermittel

Die Stadtverordneten segneten diese Planungen bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme ab. Diese kam von Reinhard Franke (CDU), der kritisierte, dass der Ortsbeirat hätte mit einbezogen werden sollen. Außerdem dauere es ihm zu lange, bis die Öffentlichkeit einbezogen wird – und die Vorgehensweise sei „zu aufgebläht“. Des Weiteren stimmten sie einer Vereinsförderung entsprechend der Richtlinien zu: Der RSV Roßdorf will die Wärmepumpe der 19 Jahre alten Heizungsanlage im Sportheim erneuern – zum einen, weil die Anlage in den vergangenen Monaten immer wieder ausfiel, zum anderen, um sie auf den neuesten Stand zu bringen und auch Energie einzusparen.

Die Kosten belaufen sich auf rund 18 500 Euro. Die Stadt trägt zehn Prozent der Nettokosten, übernimmt laut Beschluss also 1 550 Euro.

Außerdem verwiesen die Stadtverordneten drei Anträge in verschiedene Ausschüsse, um darüber zu beraten: CDU und Grüne regen an, ein „analoges und digitales Informationsangebot“ zu entwickeln, um Menschen, die im Stadtgebiet bauen wollen, die Fördermöglichkeiten des Dorfentwicklungsprogramms näherzubringen.

Hintergrund ist, dass im Zuge des Programms der „Innenentwicklung“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll und für „Sanierungen, Umnutzungen, Verdichtungen etc. im innerörtlichen Bereich für private Bauvorhaben Fördermöglichkeiten im nennenswerten Umfang zur Verfügung stehen werden“, wie die Fraktionen betonen.

Corona-Hilfen für Vereine sollen angedacht werden

Von der SPD kamen zwei Anträge: Zum einen schlägt die Fraktion nach dem Bericht von Stadtbrandinspektor Stefan Krähling in der vorvergangenen Sitzung vor, 25 000 Euro in die Ausrüstung der Feuerwehren mit Medientechnik zu stecken – um die Möglichkeiten beispielsweise für Online-Schulungen zu verbessern. Der Stadtbrandinspektor sei darüber auch schon mit dem Magistrat im Gespräch, freute sich Fraktionsvorsitzender Winfried Nau, der anregt, das Thema auch in die Haushaltsberatungen für das Jahr 2022 einzubinden.

Die Sozialdemokraten möchten außerdem rund 15 000 Euro für Vereine als Corona-Hilfe zur Verfügung stellen. Vereine seien schließlich die Keimzelle des sozialen Lebens, betonte Grimmel.

Allerdings habe das Vereinsleben an sich stark unter der Pandemie gelitten und neben Training und Spielen seien auch Feiern ausgefallen, die aber zumeist das Geld in die Kassen spülten.Daher halte er es für sinnvoll, Vereine mit weniger als 100 Mitgliedern mit 150 Euro und Vereine mit mehr als 100 Mitgliedern mit 250 Euro zu unterstützen. Dies sei bei vielen der 69 Amöneburger Vereinen zwar vielleicht nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“, die Unterstützung solle aber als Signal gesehen werden, „dass wir zusammenstehen und die Vereine nicht im Stich gelassen werden“.

Grimmel sagte, er habe aus dem Ältestenrat gehört, dass der Antrag in der jetzigen Form wohl keine Mehrheit im Parlament finden werde, daher solle er im Haupt- und Finanzausschuss erst noch einmal diskutiert werden.

Von Florian Lerchbacher

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