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Ostkreis Mitmachen ist angesagt
Landkreis Ostkreis Mitmachen ist angesagt
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18:00 21.06.2022
Katharina Weber und Bruder Linus (links) sprachen mit Martin Fladt beim Ortsrundgang in Amöneburg über die Mauern und den ungewollten Bewuchs, zum Beispiel auf dem im Hintergrund zu sehenden Schwedenturm.
Katharina Weber und Bruder Linus (links) sprachen mit Martin Fladt beim Ortsrundgang in Amöneburg über die Mauern und den ungewollten Bewuchs, zum Beispiel auf dem im Hintergrund zu sehenden Schwedenturm. Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

Die Amöneburger bekommen in den nächsten Jahren (bis 2028) die Möglichkeit, über die Dorfentwicklung mit Unterstützung des Landes ihre Heimat zu gestalten beziehungsweise umzugestalten. Rundgänge durch die fünf Stadtteile haben bereits stattgefunden. Bürgerinnen und Bürger tauschten sich dabei über ihre Gedanken zu und ihre Ideen für die Amöneburger Dörfer aus.

Sie sprachen über Stärken, Schwächen und die Charakteristika der Orte. Am Donnerstag um 19.30 Uhr steht nun das Auftaktforum der Dorfentwicklung auf dem Programm. Dann liegt der Fokus auf der gesamten Stadt. Verschiedene Arbeitsgruppen sollen sich dann mit den auserkorenen Schwerpunkten auseinandersetzen und die Ansätze reflektieren und konkretisieren. Aber sie können natürlich auch weitere Ideen und Anregungen aufs Tableau bringen. Die Stadt Amöneburg arbeitet bei der Dorfentwicklung, beziehungsweise dem Erstellen eines „Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes“ (Ikek – dieses soll im Frühjahr 2023 vorliegen), mit dem in Frankfurt ansässigen Büro „UmbauStadt PartGmbB“ zusammen.

Architekt Martin Fladt stellt heraus, dass am Donnerstag die Frage im Mittelpunkt steht: „Welche Handlungsfelder stehen für eine zukünftige zukunftsweisende Entwicklung auf der Agenda?“

Als zentrale Punkte für die Kernstadt hat er die Aktivierung des Marktplatzes, die verkehrliche Anbindung des Berges und die Entwicklung des Ensembles aus Kirche und Friedhof herausgearbeitet. Im Workshop nach dem Rundgang waren noch viele weitere Themen aufs Tableau gekommen, unter anderem die Wiederbelebung des alten Bahnhofs, die Attraktivierung der Spielplätze oder auch die Entwicklung des ehemaligen Steinbruchs.

Für Rüdigheim stellt er die Gestaltung von Plätzen als Begegnungsorte, die Gestaltung des Sportplatzes und den Wunsch nach Dorfladen/Kulturscheune heraus. Dort war auch die Verbesserung der Infrastruktur am Radweg ein Thema gewesen.

Der obere Bereich Amöneburgs stand beim Rundgang vor einigen Wochen besonders im Fokus. Quelle: Florian Lerchbacher

Der Wunsch nach einem Dorfladen und nach Schaffung oder Aufwertung von Orten der Begegnung steht auch in den anderen Ortsteilen ganz oben auf der Liste. In Erfurtshausen soll es zudem darum gehen, neue Wohnformen zu denken. Aber unter anderem auch im Carsharing und in den Streuobstwiesen sehen die Bürgerinnen und Bürger Potenziale – und wünschen sich zudem einen Mittagstisch.

Für Mardorf sind auserkorene Themen der Wunsch nach einer Speisegaststätte und der Aufwertung des Lamborn, es gibt aber auch Ideen für einen Wasserspielplatz oder die Verschönerung von Raabs Saal, einem traditionellen Veranstaltungsort. Für Roßdorf stellt Fladt die „Umnutzung Goldener Stern“ und das Thema „Backhaus“ heraus. Dort hatten die Teilnehmenden des Dorfrundgangs eine ganze Reihe von Wünschen und Ideen zusammengestellt, unter anderem auch für die Ausweitung von Solaranlagen auf Dächern.

„Ich habe den Eindruck, dass es noch nicht in der breiten Bevölkerung angekommen ist, dass wir in der Dorfentwicklung mitmachen“, bedauert Bürgermeister Michael Plettenberg und betont, dass es um die Gestaltung der Zukunft, der eigenen Heimat geht. Es sei also sinnvoll, die Termine wahrzunehmen – und es sollten „nicht immer die üblichen Verdächtigen“ mitmachen und sich und ihre Wünsche und Gedanken einbringen. Die Ortsrundgänge seien sehr gute und kreative Termine gewesen, aber die Entwicklung der Pläne gehe ja noch weiter. Aus diesem Grund appelliert der Rathauschef an die Bürgerinnen und Bürger der fünf Stadtteile: „Kommen Sie am Donnerstag nach Roßdorf. Es macht Spaß.“

Von Florian Lerchbacher

20.06.2022
20.06.2022