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Ostkreis Polizei erwartet Rodung ab Donnerstag
Landkreis Ostkreis Polizei erwartet Rodung ab Donnerstag
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19:33 30.09.2020
Die Polizei, hier beim Schutz einer Demo in Stadtallendorf, rechnet mit einem schwierigen, langen Einsatz. Quelle: Thorsten Richter
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Gießen

Die mittelhessische Polizei rechnet fest damit, dass Unternehmen jetzt mit Rodungsarbeiten entlang der geplanten A-49-Trasse beginnen werden. Am Mittwoch (30. September) war noch nicht klar, wo genau Bäume gefällt werden sollen. Insgesamt sollen 85 Hektar Wald für den Autobahnbau gefällt werden, davon 49 Hektar im Herrenwald rund um Stadtallendorf und 27 Hektar im teilweise besetzten Dannenröder Wald. Die Polizei hat sich auf einen lange andauernden und komplexen Einsatz eingestellt. Bis 28. Februar dürfen Bäume gefällt werden.

Klar ist für die mittelhessische Polizei auch, dass sie in den nächsten Monaten mit großem Widerstand zu rechnen hat. Etwa 150 Waldbesetzer halten sich nach Schätzungen der Polizei derzeit im Dannenröder Wald auf. Außerdem befinden sich einzelne Baumhäuser seit wenigen Wochen in einem kleinen Camp im Herrenwald bei Stadtallendorf. Dort hielten sich zuletzt etwa 10 Aktivisten auf. Die Polizei will Lage und Entwicklung in den nächsten Wochen täglich neu bewerten. Sammelstellen für die eingesetzten Polizisten gibt es auch in der Hessen-Kaserne.

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Weitreichende Hygienemaßnahmen für Polizisten

Zum Schutz vor der Corona-Pandemie seien weitreichende Vorkehrungen getroffen worden, berichtete Polizeisprecherin Sylvia Frech in Gießen. Eigene Hygiene-Scouts sollen darauf achten, dass die eingesetzten Beamten die Schutzregeln stets einhalten. Wie viele Polizisten in den nächsten Wochen zum Einsatz kommen, lässt die Polizei offen. Die Beamten werden bei Bedarf aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen.

Die gestellten Fristen, die der Vogelsbergkreis und der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Waldbesetzern in ihren Verfügungen gestellt hatten, sind alle abgelaufen. Es gab erwartungsgemäß keine Reaktionen der Besetzer. Unterdessen hat das Verwaltungsgericht in Gießen eine Anordnung des Gesundheitsamts des Vogelsbergkreises bestätigt, dass ein Zeltlager am Rande der Mahnwache aufzugeben ist. Dieses Zeltlager besteht bereits seit mehreren Monaten. An der Gerichtsentscheidung gab es gestern Abend scharfe Kritik des Versammlungsteams, das auf das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts verweist und von „Gießener Landrecht“ spricht.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie (kostenpflichtig) hier: Polizei erwartet großen Widerstand

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Wenn die Rodungen beginnen, halten wir Sie auf unserer Website mit einem Ticker auf dem Laufenden. Über unseren Nachrichtendienst "Hessenger" bekommen Sie zudem aktuelle News von der A 49 direkt auf Ihr Handy.

von Michael Rinde