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Ostkreis Polizei umstellt Camp "Woanders"
Landkreis Ostkreis Polizei umstellt Camp "Woanders"
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22:20 18.11.2020
Quelle: Nadine Weigel
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20 Uhr: Einsatzbilanz der Polizei

Der heutige Einsatztag verlief nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelhessen ruhig und ohne Zwischenfälle. Es seien wie in den Tagen zuvor verbotene Bauten beseitigt, Barrikaden auf den Waldwegen entfernt und Gräben und Löcher aufgefüllt worden, um die Rettungswege wieder befahrbar zu machen. Insgesamt wurden laut Polizei 52 Personen in Gewahrsam genommen sowie zwei Ermittlungs- und 52 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 52 Platzverweise ausgesprochen.

Unsere Bilder des heutigen Tages:

11 Uhr: Verklebte Hände

Eine Herausforderung fürs Höhenrettungsteam der Polizei: Eine Waldbesetzerin umarmt einen Baum und verklebt ihre Hände. Selbst kann sie so nicht mehr vom Baum klettern. Polizisten klettern deshalb nach oben und holen sie vom Baum.

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Foto: Nadine Weigel

--Hier unser Video von der Aktion--

10 Uhr: Die Lage im Wald

Von Dannenrod aus haben Polizisten heute das Baumhausdorf ‚Woanders‘ umstellt. Nadine Weigel, unsere Reporterin vor Ort, sieht am Camp etwa 20 Waldbesetzer in Bäumen ausharren. Dahinter fällen Forstarbeiter Bäume mit Motorsägen und Harvestern. Gestern wurde das Camp "Drüben" an der B62 geräumt.

Foto: Nadine Weigel

--Live-Video aus dem Wald--

9 Uhr: B62 frei, L3343 dicht

Die Bundesstraße 62 ist zwischen Niederklein und Lehrbach einspurig befahrbar. Polizisten regeln den Verkehr. Die Landesstraße 3334 zwischen Dannenrod und Appenrod ist zudem wegen starker Verschmutzung nun auch nachts komplett gesperrt. Das teilt die Polizei auf Twitter mit. 

8 Uhr: Polizei hofft auf Einsatz-Ende vor Weihnachten

Die Polizei setzt den Großeinsatz im Dannenröder Forst am Mittwochmorgen (18. November) fort. Harald Zwick, Landesvorstandsmitglied der Gewerkschaft der Polizei in Hessen (GdP), spricht von einer enormen Belastung für die Beamten. Lange Einsatzzeiten seien keine Einzelfälle. «Wir waren ja schon überlastet ohne Corona, ohne A49 und ohne Castor.» Wie lange sich der Einsatz im Dannenröder Wald noch hinziehen wird, hänge auch von der Zahl der zur Verfügung stehenden Beamten - auch aus anderen Bundesländern - ab. «Fest steht: Je weniger Kräfte wir zur Verfügung haben, um da zu räumen und anschließend zu roden, umso länger dauert das.» Er hoffe aber, «dass das Ganze deutlich vor Weihnachten beendet ist».

0 Uhr: Zwillen und Wasserwerfer

Kurz vor Mitternacht berichtet die Polizei auf Twitter, dass Einsatzkräfte am Logistikzentrum im Süden des Dannenröder Forsts mit Zwillen und Pyrotechnik angegriffen wurden. Die Polizei antwortete nach eigenen Angaben mit einem Wasserwerfer. Auch Waldbesetzer berichten von dem Vorfall. Hier die Tweets beider Seiten:

 

Der Hintergrund

Im Dannenröder Wald fallen trotz heftiger Proteste von Umwelt- und Klimaschützern die Bäume für den Lückenschluss der Autobahn 49. Sowohl im nördlichen als auch südlichen Teil der Waldstücks bei Homberg/Ohm hat die Projektgesellschaft Deges seit Beginn der Arbeiten vor einer Woche Bäume für das Verkehrsprojekt fällen lassen. Man gehe davon aus, den Zeitplan einhalten zu können, sagte ein Deges-Sprecher am Dienstag. Das Ziel, die Baumfällarbeiten für die Trasse bis zum Ende der Fällperiode am 28. Februar 2021 abzuschließen, sei «aus unserer Sicht nicht in Gefahr». Die Polizei hofft gar auf ein Ende des Einsatzes vor Weihnachten. Die Aktivisten kündigten derweil weiteren Widerstand an.

von Nadine Weigel und unserer Agentur dpa

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