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Ostkreis Baumhäuser in über 20 Metern Höhe
Landkreis Ostkreis Baumhäuser in über 20 Metern Höhe
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20:23 17.11.2020
Quelle: Nadine Weigel
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20 Uhr: Einsatzbilanz der Polizei

Überwiegend friedlich gestaltete sich der Einsatz am heutigen Tag nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Im Norden und Süden des Dannenröder Forstes entfernten die Einsatzkräfte demnach wieder Gefahrenstellen wie verbotene Bauten oder Barrikaden. Dabei fanden sie einige Verstecke mit gefährlichen Gegenständen wie Krähenfüße und Vorrichtungen zum Anketten von Personen.

Der Einsatz wurde laut Pressemitteilung zwar von Protestaktionen gegen das Verkehrsprojekt begleitet, diese blieben aber weitestgehend friedlich. Gegen 18 Uhr kam es zu einem Angriff auf Polizeikräfte an der B62. Mehrere Vermummte warfen nach aktuellem Stand faustgroße Steine auf ein vorbeifahrendes Einsatzfahrzeug der Polizei. Verletzt worden sei niemand. Am Fahrzeug entstand Sachschaden.

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16.24 Uhr: Forstunternehmen fällen größere Flächen

Aus Sicht der Polizei ist heute ein besonders ruhiger Tag während des Einsatzes im Dannenröder Wald. Forstunternehmen haben an verschiedenen Teilen des Forstes heute auf größeren Flächen Bäume ohne größere Störungen fällen können.

12.15 Uhr: Baumbesetzer in Gefahr

Ein Höheninterventionsteam des SEK Überlegt, wie sie Baumbesetzer möglichst sicher auf den Boden bekommen. „Die Äste dieser alten Eiche sind alle kaputt und brüchig. Das ist schon Wahnsinn, in welche Gefahr die sich begeben.“ 

Foto: Nadine Weigel

Hinzukommt: Die Baumbesetzer halten sich nicht nur in 25 Metern Höhe auf, sie leisten dort auch Widerstand.

Foto: Nadine Weigel

12 Uhr: Polizei schaltet Hotline

Ihr habt Fragen zum Weiterbau der A49? Zu Straßen, die wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt sind? Oder zu anderen Maßnahmen der Polizei rund um den Autobahn-Weiterbau? Dann könnt Ihr Euch ab sofort an die A49-Hotline der Polizei Mittelhessen wenden: 

  • Telefonnummer: 0641/70065445
  • Sprechzeiten: montags bis freitags je von 8 bis 16 Uhr
  • E-Mail-Adresse: A49-Buergerinfo@polizei.hessen.de

11.30 Uhr: Räumung von Camp "Drüben"

Polizisten tragen den ersten Autobahngegner aus Camp "Drüben". 

Foto: Nadine Weigel

11 Uhr: Helme gesucht

Waldbesetzer im Dannenröder Forst sorgen sich um die eigene Sicherheit. Auf Twitter bitten sie um Kletterhelme. Unter Waldbesetzern laut Twitterkanal @keineA49 außerdem knapp: Handys und Powerbanks, um die "sich häufend lebensgefährlichen oder brutalen Räumaktionen" zu dokumentieren. 

10 Uhr: Warten auf den Riesenkran

Weil die Baumhäuser rund um das Camp „Drüben“ in über 20 Metern Höhe liegen, warten Polizisten auf die Ankunft eines Riesenkrans. Polizisten sagen gegenüber der OP: „Wir hoffen auf einen ruhigen Tag." Am Vortag wurde in diesem Bereich von einem Baumhaus aus mit Flaschen auf Bagger geworfen.

Foto: Nadine Weigel

9 Uhr: Appell an Waldbesetzer

Polizeisprecherin Sylvia Frech wendet sich mit einem Video auf Twitter an die Waldbesetzer. "Bleibt mit uns im Gespräch! Macht uns auf Risiken aufmerksam!", sagt sie. Die Aufgabe der Polizei sei, den Wald zu räumen, um Fällarbeiten zu ermöglichen, stellt sie erneut klar. Und sie betont: "Unser persönlicher Anspruch dabei ist es, dass niemand verletzt wird." Im Wald gelte für die Polizei, Sicherheit vor Geschwindigkeit. Und das sei keine Phrase. 

8 Uhr: Der Wald erwacht

Langsam erwacht der Wald. Polizisten bereiten die Räumung eines Waldstücks in der Nähe der Bundesstraße 62 vor. 

Foto: Nadine Weigel

Von Nadine Weigel, Friederike Heitz und unserer Agentur dpa

---Dieser Artikel wird aktualisiert---

Rückblick auf Tag 7

Zum Absturz einer Waldbesetzerin aus einer Plattform im Dannenröder Forst gibt es neue Erkenntnisse. Außerdem erließ eine Richterin Haftbefehle gegen mutmaßliche Steinewerfer. Hier geht's zu unserer  Zusammenfassung des siebten Einsatztages der Polizei im Dannenröder Forst (erst einloggen, dann lesen).

Hintergrund

Die Straße

Die A49 soll einmal Kassel und Gießen miteinander verbinden. Insgesamt sollen dafür 85 Hektar Wald entlang der geplanten Trasse gefällt werden. Davon gehören 27 Hektar zum Dannenröder Wald sowie weitere 49 Hektar zum nahe gelegenen Herrenwald.

Der Streit

Der Streit um den Ausbau der Autobahn schwelt seit Jahrzehnten. Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrslärm in den umliegenden Dörfern, kürzere Wege für Pendler und eine bessere Anbindung für Unternehmen in der Region. Gegner halten das Projekt angesichts der Klimakrise für überholt. Sie fordern eine Verkehrswende. Außerdem befürchten sie katastrophale Folgen für die Natur. Aktivisten halten die Waldstücke seit rund einem Jahr besetzt.

Der Zeitplan

Die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn 49 sind am 1. Oktober im Herrenwald bei Stadtallendorf gestartet. Seit dem 10. November bereiten Polizisten die geplanten Rodungen im Dannenröder Forst vor. (dpa, fgk)