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Ostkreis A49-Gegner fordern Moratorium
Landkreis Ostkreis A49-Gegner fordern Moratorium
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08:54 05.09.2020
Journalisten und A49-Gegner verfolgten am Freitag, 4. September, die Presseerklärungen am Rande des Dannenröder Forstes mit Lilly Claudi (Moderatorin, von links), Clara Thompson (Wald statt Asphalt), Barbara Schlemmer (Keine A49), Wolfgang Dennhöfer (BUND), Waldbesetzerin Robin Sommer und Lola Löwenzahn vom Bündnis Autokorrektur. Quelle: Thorsten Richter
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Dannenrod

Entgegen erster Ankündigungen soll es offenbar an diesem Samstag, 5. September, noch keine Aktivitäten auf dem Schweinsberger Festplatz geben.

Das ist der einzige von vier beantragten Standorten, für die das Regierungspräsidium Gießen unter Auflagen ein Protestcamp erlaubt hatte. Laut eines Sprechers des „Aktionsbündnisses keine A49“ will man den Ausgang der Eilanträge vor dem Verwaltungsgericht Gießen abwarten.

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Das Übernachtungsverbot in Schweinsberg komme für das Camp einem Versammlungsverbot gleich, so der Sprecher. Noch ist unklar, wann das Gericht über die Eilverfahren und Klagen entscheiden wird.

Außerdem kündigten die A49-Gegner eine weitere Protestwoche an. Am 12. September ist unter anderem die Eröffnung eines weiteren Camps in Dannenrod, möglicherweise auf dem dortigen Sportplatz, geplant. Für die Camps haben die Organisatoren bis zu 2.000 Teilnehmer angemeldet.

Sorge um Trinkwasservorkommen

Bei einer Pressekonferenz am Rande des Dannenröder Forstes gab es seitens der verschiedenen Bündnisse die Forderung nach einem Moratorium für Rodung und Baubeginn und weitere Forderungen. BUND-Sprecher Wolfgang Dennhöfer erneuerte Befürchtungen für die Trinkwasservorkommen in der Region und nannte den A49-Weiterbau „ökologischen Wahnsinn“.

Unterdessen hat das Stadtallendorfer Stadtparlament am Donnerstagabend, 3. September, eine weitere Resolution zur Autobahn 49 verabschiedet. Darin wird der absehbare Weiterbau ausdrücklich begrüßt. Gleichzeitig fordert das Parlament die Waldbesetzer dazu auf, ihre Baumhäuser friedlich zu verlassen. In der Debatte wurde die Angst der Parlamentarier vor drohender Gewalt in der Region deutlich. Sie fordern vom Land und dem Unternehmen Deges ein Sicherheitskonzept.

Am vergangenen Mittwoch, 2. September, wären Polizeireiter im Dannenröder Forst beinahe in gespannte Drahtseile geraten. Hierzu erklärte eine Waldbesetzerin am Freitag, 4. September, gegenüber der OP lediglich, dass sie mit keinem gesprochen habe, der diese Seile gesehen habe und dass sie persönlich Gewalt ablehne. Polizei und Staatsanwaltschaft Marburg ermitteln wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Den ausführlicheren Artikel lesen Sie hier (für OP-Abonnenten nach Anmeldung kostenfrei).

Von Michael Rinde

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