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Ostkreis A 49: Förster entsetzt über Schranken-Zerstörung
Landkreis Ostkreis A 49: Förster entsetzt über Schranken-Zerstörung
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07:58 25.08.2020
Eine der am Wochenende im Wald zerstörten Schranken. Die Polizei ist laut Forstamtsleitung informiert.
Eine der am Wochenende im Wald zerstörten Schranken. Die Polizei ist laut Forstamtsleitung informiert. Quelle: Privatfoto
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Stadtallendorf

Je näher die A-49-Bauarbeiten an den Dannenröder Forst rücken, desto rauer wird das Klima an der Landkreisgrenze: Nach OP-Informationen sind zwei erste Mitte vergangener Woche zum Wald- und Wegeschutz aufgebaute Schranken am vergangenen Wochenende zerstört, die Einzelteile gestohlen worden. Mutmaßlich von A-49-Gegnern, die seit Monaten im Forst auf Baumhäusern ausharren und die Rodung, den Trassenbau verhindern wollen.

Den Vorfall bestätigt Hubertus Bieneck, rund um Schweinsberg zuständiger Forstamtsleiter, auf OP-Anfrage. „Das hier ist kein Protest mehr, es wird ein Krieg provoziert“, sagt er und vermutet die Täter in den Reihen der Straßenbau-Gegner. Die Arbeiten im Forst – auch der Aufbau der nun zerstörten Schranken – seien angesichts der zunehmenden Beleidigungen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen nur noch unter Polizeischutz möglich.

Die A-49-Gegner, die für die OP gestern nicht für eine Stellungnahme zu den Schäden erreichbar waren, fühlen sich ihrerseits von einem engagierten Sicherheitsdienst bedrängt und bedroht (die OP berichtete).

Die Aktivisten würden laut Bieneck vorgeben, die Natur schützen zu wollen. Tatsächlich, das hätten sie spätestens mit der Schranken-Aktion bewiesen, schadeten sie ihr. Denn die Barriere hätte laut Bieneck die unkontrollierte Zufahrt in den dürrebedingt unter erhöhter Waldbrandgefahr leidenden Forst verhindern sollen.

Autos würden das Risiko für einen Brand erhöhen. „Ein Funke, und binnen Minuten stehen hektarweise Wald in Flammen, werden Hunderte Bäume vernichtet. Das wird offenbar billigend in Kauf genommen“, sagt Bieneck mit Verweis auf die damit verbundene Lebensgefahr für die Protestierenden selbst.

Schon alleine durch das andauernde Belagern und Verschmutzen des Wald- und eines Wasserschutzgebiets, die reine Dauerpräsenz und das Erschweren von Gehölzpflege und Jagd „werden erhebliche Schäden angerichtet. Wenn das hier irgendwann überstanden ist, habe ich schon Angst vor der Zustands-Begutachtung des Gebiets.“

Schon jetzt sei sichtbar, dass der Verbiss zugenommen habe und die Käfer-Problematik aus dem Ruder laufe.

Von Björn Wisker

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