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Ostkreis A 49: Befürworter machen mobil
Landkreis Ostkreis A 49: Befürworter machen mobil
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21:30 27.09.2020
Pro A49 Demo in Stadtallendorf am Sonntag. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Auch die Befürworter des Ausbaus der Autobahn A 49 machen jetzt mobil: Am Autohof neben der Araltankstelle an der Bundesstraße B 454 zwischen Stadtallendorf und Neustadt fand am Sonntag eine Kundgebung „Pro A 49“ statt. Doch zuvor machten die nach Polizeiangaben rund 280 Demonstranten noch einen kleinen Feldspaziergang durch die angrenzende Gemarkung, der entgegen der vorherigen Planungen nicht direkt an den Waldrand führte. Der Grund für diese polizeiliche Anordnung war, dass es nicht zu unkalkulierbaren Begegnungen mit Autobahngegnern kommen sollte.

Der lange Zug der A-49-Befürworter schlängelte sich dann begleitet von Polizeikräften überwiegend schweigend wie bei einem Grenzgang durch Feld und Wiesen. Die direkte Konfrontation mit rund 70 A-49-Gegnern aus dem Protestcamp Nord im Herrenwald wurde auch dadurch vermieden, dass Polizeitrupps dazwischen einzelne Kordons bildeten. So kam es nur zu einem gewissen verbalem Schlagabtausch, da sich Befürworter und Gegner in Rufweite befanden.

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Nach dem Marsch am Vormittag war der Demozug wieder am Autohof-Gelände im Stadtallendorfer Gewerbegebiet Nordost angekommen, und der Stadtallendorfer Mitinitiator Dominik Runge ergriff das Wort. Runge freute sich über den starken Zuspruch von Bürgern aus den Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Vogelsbergkreis und Schwalm-Eder-Kreis und sagte: „Es gibt eine klare Mehrheit in der Region für den Weiterbau der A 49“.

Runge kritisierte die Aktionen von Waldbesetzern im Dannenröder Forst und sagte, dass niemand das Recht auf Sachbeschädigung habe. „Wir distanzieren uns von jeglicher Form der Gewalt und der politischen Ideologisierung“, erteilte Runge auch allen links- oder rechtsextremistischen Aktivitäten eine Absage.

Bei der Kundgebung für den Autobahnweiterbau gehe es jetzt vor allem um ein Statement der Bürger. „Wir wollen der bisher schweigenden Mehrheit ein Gesicht geben“, machte Runge klar. In der wirtschaftlich florierenden Region um Stadtallendorf habe in den vergangenen Jahren auch der Verkehrsbedarf stark zugenommen, meinte Runge. Die A 49 solle aber auch den Anwohnern der Orte an den Bundesstraßen B 62, B 454 und B 3 Verkehrsentlastung geben.

Zweiter Redner war der Stadtallendorfer Bürger Thomas Seinsoth, der die Veranstaltung ebenso mitorganisiert hatte. Seinsoth betonte, dass die Planungen für den Weiterbau A 49 bereits seit mehr als 40 Jahren laufen. Und dieser Ausbau sei nach allen rechtlichen Vorgaben geplant und schaffe zudem eine Reihe von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen. „Wir haben für die jetzige Trasse das Recht und alle Parlamente auf unserer Seite“, meinte Seinsoth. Und er habe keinen Zweifel, dass jetzt das Baurecht durchgesetzt werde.

Die ständigen Provokationen der Einsatzkräfte der Polizei durch die A-49-Gegner seien allerdings keine friedlichen Demonstrationen mehr, sondern stellen nach Seinsoths Meinung einen Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung dar. Auch alle anderen Redner riefen die Waldbesetzer und Autobahngegner zur Mäßigung auf.

Bamberger: Auch Grüne stehen hinter A 49

Auch drei Politiker von CDU, FDP und SPD nahmen abschließend in ihren Reden Stellung pro A 49. „Der Weiterbau der A 49 geht auf ein breites politisches Bündnis zurück“, betonte CDU-Landtagsabgeordneter Dirk Bamberger. Er dankte den Kundgebungsinitiatoren, dass sie den Befürwortern ein Forum gegeben hätten. „Wir wollen jetzt auch, dass der Weiterbau durchgesetzt wird und dass es endlich losgeht“. Auch die Grünen, Koalitionspartner der CDU in der Landesregierung, stünden hinter dem Projekt, wenngleich sie dazu momentan einen politischen Spagat hinlegen würden.

Neben dem FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Matthias Büger hielt auch SPD-Kreistagsabgeordneter und SPD-Unterbezirks-Vorstandsmitglied Sebastian Sack eine Rede pro A 49. „Eine Anbindung an die Autobahn für unsere liebenswerte und ländliche Region ist sehr wichtig, weil sie enorm viele Arbeitsplätze sichert und schaffen kann“, sagte Sack. Zudem nehme die A 49 den „tausendfachen Verkehr aus kleinen Ortschaften“ und schütze Menschen, „die unter Lärm und Staub unfassbar leiden“.

Von Manfred Hitzeroth

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