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Ostkreis Mit dem Rad gegen A-49-Weiterbau
Landkreis Ostkreis Mit dem Rad gegen A-49-Weiterbau
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21:28 27.09.2020
Die Fahrraddemo am Samstag von Kassel bis nach Dannenrod. Gegen 17.30 machten die Teilnehmer auf einem Parkplatz an der B 454 kurz vor Stadtallendorf noch einmal Station. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Die Anmelder der Fahrrad-Demonstration von Kassel bis in den Dannenröder Forst am Samstag hatten offensichtlich etwas zu hohe Erwartungen gehabt. Statt der genannten 3 000 bis 5 000 Teilnehmer waren auf dem größten Teil der Strecke 150 bis 170 Menschen unterwegs, ab Stadtallendorf schlossen sich noch einmal ein paar Unterstützer an. Dabei war die Route schon sehr symbolträchtig. Ab Gudensberg ging es nämlich über die bereits vorhandene A 49 bis in die Region, in der der Weiterbau verhindert werden soll.

Begleitet wurden die Radfahrer auf der gut 90 Kilometer langen Strecke von der Polizei, die im Vorfeld die Straßen für den Demo-Zug frei hielt und absicherte. Auf einem kleinen Parkplatz an der B 454 oberhalb des Autohofes vor Stadtallendorf sammelten sich die Demo-Teilnehmer noch einmal, um für den letzten Abschnitt bis Dannenrod diverse logistische Dinge abzusprechen, aber auch, um einer Wald-Besetzerin, die vermummt auftrat, zuzuhören, die kurz die Gründe für ihr Handeln darlegte.

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Sie gab dabei zu, dass der Dannenröder Forst, durch den die Autobahn führen soll, derzeit nicht in einem optimalen Zustand sei, sondern nach seiner Rettung auch „klimagerecht“ umgestaltet werden müsse, was bei den Teilnehmern der Demo gut ankam. Dann antwortete sie Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi, der in der OP geäußert hatte, dass man niemanden von außerhalb brauche, der einem sage, was hier vor Ort geschehen müsse. Er solle lieber mal zur Kenntnis nehmen, dass unter den Protestlern durchaus sehr viele seien, die aus dieser Region kommen. Auch diese Aussage wurde insbesondere von denen, die aus den umliegenden Orten kamen, laut beklatscht.

Der Weiterbau der A 49 sei nun mal ein Teil eines veralteten Verkehrskonzeptes und müsse zugunsten der Bekämpfung des Klimawandels als Teil einer radikalen Verkehrswende aufgegeben werden. Auch wenn die Wald-Besetzerin für eine generelle Reduzierung von Konsum und globalen Warenaustausch eintrat, hatte sie auch für in Stadtallendorf ansässige Firmen einen Vorschlag, wie sie ihre Produkte transportieren könnten, nämlich einfach über die Eisenbahn.

Kritik an Familienfest der Autobahn-Befürworter

Kurz sprach sie auch die für den nächsten Tag geplante Demo von A-49-Befürwortern an (siehe oberen Artikel) und fand es dabei befremdlich, dass diese daraus ein Familienevent mit Hüpfburg für die Kinder und Würstchenbraten machen wollten. Sie rief dazu auf, den Befürwortern zu zeigen, dass ein Weiterbau einfach nur „scheiße“ sei.

Der Abschluss der Demo fand schließlich in Dannenrod statt mit Essen und einem Beisammensein.

Von Götz Schaub

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