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Ostkreis Hausbrand: 55-Jährige gestorben
Landkreis Ostkreis Hausbrand: 55-Jährige gestorben
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18:37 23.03.2020
 Bei einem Brand ist eine 55 Jahre alte Frau in Rossdorf ums Leben gekommen. Quelle: Nadine Weigel
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Amöneburg

Gegen 21.30 Uhr hatten Nachbarn einen Feuerschein gesehen und bemerkt, dass Qualm aus dem Haus im Amöneburger Stadtteil Roßdorf drang. Sie alarmierten Feuerwehr und Rettungskräfte – und verschafften sich Zugang zum Haus. Im Flur des ersten Obergeschosses entdeckten die beiden jungen Männer, Mitglieder der Roßdorfer Feuerwehr, die nicht mehr ansprechbare Bewohnerin, schafften sie aus dem Haus und begannen mit der Reanimation. Als ihre Kameraden eintrafen, übernahmen diese und später dann der Rettungsdienst, wie Stadtbrandinspektor Stefan Krähling erklärt und voller Bedauern das Versterben der Frau vermeldet. Dass ein Mensch bei einem Brand umgekommen sei, habe er in seiner Zeit in leitender Funktion noch nicht verkraften müssen. Krähling ist seit 2007 Amöneburger Stadtbrandinspektor und war davor elf Jahre lang Stellvertreter.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aller Stadtteile, die Drehleiter aus Kirchhain und die Freiwillige Feuerwehr Rauischholzhausen, die mit Roßdorf kooperiert. Zudem sorgten Kollegen aus Marburg für Nachschub bei den Atemschutzgeräten. Zunächst betraten zwei Einsatztrupps das brennende Gebäude – um das Feuer zu bekämpfen, vor allem aber, um in den zwei Wohngeschossen nach weiteren Personen zu suchen. In dem Haus waren schließlich zwei Personen gemeldet, „also mussten wir davon ausgehen, dass sich noch jemand in den Räumen befindet“, so Krähling.
Die Feuerwehrleute lokalisierten den Brandherd im Wohnzimmer recht schnell.

Gleichzeitig kam von der Polizei die Nachricht, dass sich die zweite als Bewohner gemeldete Person andernorts befinde. „Also konnten wir uns voll und ganz der Brandbekämpfung widmen“, berichtet der Stadtbrandinspektor. Das Löschen sei recht schnell erledigt gewesen: „Als wir eintrafen, griff das Feuer gerade auf die Räume neben dem Wohnzimmer über. Wir konnten die Ausbreitung aber verhindern.“

Die Ursache für das Feuer ist bisher unbekannt. Aufgrund der erheblichen Rauchentwicklung konnte der Brandort noch nicht betreten werden, teilt Polizeisprecher Martin Ahlich mit. Erste Ermittlungen hätten aber keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung ergeben, nun seien die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei Marburg an der Reihe. „Bei dem brandbetroffenen Haus handelt es sich um ein älteres, mehrgeschossiges, massiv erbautes Einfamilienhaus. Der durch den Brand entstandene Sachschaden lässt sich derzeit noch nicht bestimmen, dürfte jedoch mehrere Zehntausend Euro betragen“, ergänzt der Polizeisprecher.

Für die Mitglieder der Feuerwehren aber auch die Rettungskräfte und Ersthelfer war der nächtliche Einsatz eine Extremsituation in einer ohnehin schon extremen Zeit. Es sei nahezu unmöglich, die Vorgaben rund um den Schutz vor dem Coronavirus im Einsatz einzuhalten, gibt Krähling unumwunden zu. „Wir haben zwar Funk, aber irgendwie müssen wir uns ja auch verständigen und uns austauschen. Angesichts des Krachs, der beispielsweise durch die Fahrzeuge oder den Drucklüfter entsteht, ist es nahezu unmöglich, voneinander ausreichend Abstand zu halten: „Wir haben es versucht, aber es fällt schwer. Es müssen eben viele Menschen auf engem Raum gut zusammenarbeiten.“ Noch dazu drehten sich die Gedanken im Einsatz zunächst darum, Menschenleben zu retten und das Feuer möglichst rasch einzudämmen.

Auf die sonst übliche Nachbesprechung des Einsatzes hätten die Feuerwehrleute jedoch verzichtet: Er werde sich aber mit den Verantwortlichen der einzelnen Feuerwehren noch einmal in Verbindung setzen und auf den Sonntagabend zurückblicken: „Feedback ist wichtig. Wir wollen ja schließlich wissen, was gut lief, aber auch, was sich noch weiter verbessern lässt“, betont Krähling. Die Kommunengrenzen-übergreifende Zusammenarbeit der Rettungskräfte sei aber insgesamt sehr gut verlaufen. „Das lief rund“, resümiert er – was aber angesichts des Todes der Hausbewohnerin kaum ein Trost sei.