Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Rund 50 Gegner aus den Bäumen geholt
Landkreis Ostkreis Rund 50 Gegner aus den Bäumen geholt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 20.10.2020
Ein Waldarbeiter fällt einen Baum auf der A-49-Trasse zwischen Niederklein und Stadtallendorf. Quelle: Foto: Thorsten Richter
Anzeige
Stadtallendorf

Die Baumfällarbeiten für den Weiterbau der A 49 sind gestern erneut rund um den Geiersberg fortgesetzt worden, wieder begleitet von einem starken Polizeiaufgebot und wieder begleitet von Protesten und Widerstand von A-49-Gegnern. In diesem Gebiet will das Unternehmen Deges auch in den nächsten Tagen weiterarbeiten.

Es geht um Fällarbeiten für die Abfahrt Stadtallendorf-Süd wie auch für die Trasse der A 49. Laut Polizei mussten gestern erneut kleinere Barrikaden von Protestierern aus dem Weg geräumt werden. Erneut waren die Höhenrettungsteams, Polizisten aus Spezialeinsatzkommandos, besonders gefordert.

Anzeige

Kleine Nägel, hohes Risiko

So mussten etwa 50 Personen aus Bäumen geholt und aus dem Sicherheitsbereich gebracht werden.

Es gab wieder besondere Situationen für die Einsatzsatzkräfte: So fanden Waldarbeiter auch erneut zahlreiche Bäume vor, die mit sogenannten „Spikes“, kleinen Nägeln, bestückt worden waren. Nicht alle so bestückten Bäume waren von den unbekannten Tätern dabei mit Hinweisschildern versehen.

Von jenen „Spikes“ gehe eine unmittelbare Gefahr aus, wenn Maschinen wie Harvester oder Kettensägen überraschend auf sie träfen, erklärte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage dieser Zeitung. „Dann besteht Gefahr für die Waldarbeiter, aber auch alle umstehenden Personen wie Polizisten und Aktivisten“, so Sprecherin Denise Abersfelder. Ketten können zerstört werden und durch die Umgebung fliegen.

Erneut sperrte die Polizei die Landstraße zwischen Stadtallendorf und dem Stadtteil Niederklein. Das betraf abermals auch den Radweg, was keineswegs überall auf Verständnis stieß. So schrieb ein verärgerter Niederkleiner der OP, dass es „der größte Witz“ sei, dass man noch nicht einmal den Radweg benutzen dürfe und der ja eigentlich nur der Polizei als Parkplatz diene. Ihm fehlte außerdem ein frühzeitiger Hinweis auf die Sperrung, wie eine Radiomeldung, die vor allem Anlieferern helfen könnte.

Auf Nachfrage der OP erklärte eine Sprecherin für den A-49-Einsatz der Polizei, dass die jetzige komplette Sperrung für Fahrzeuge und Fußgängerverkehr vor allem dem Schutz vor Störungen und Manipulationsversuchen an den Polizeifahrzeugen diene.

Es habe zu Beginn der Sperrung gestern Morgen eine Rundfunkwarnmeldung gegeben. Der abgesperrte Bereich diene primär als Aufstellort der eingesetzten Polizeikräfte, inklusive der Zu- und Abfahrtswege und sei auch zum Freihalten von Rettungswegen gedacht.

Laut Deges-Sprecher Michael Zarth haben die Waldarbeiter in den vergangenen beiden Tagen zwei Hektar Bäume gefällt. Einschließlich der 3,5 Hektar im Maulbacher Wald sind damit rund 23 Hektar Bäume seit Beginn der Arbeiten am 1. Oktober gefallen. Allein im Herrenwald müssen 49 Hektar Wald für die A 49 gefällt werden.

Von Michael Rinde

20.10.2020
20.10.2020