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Ostkreis Klares Signal zum Marktplatz
Landkreis Ostkreis Klares Signal zum Marktplatz
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13:57 22.03.2022
Fahren auch in Zukunft weiterhin Autos über den Kirchhainer Marktplatz?
Fahren auch in Zukunft weiterhin Autos über den Kirchhainer Marktplatz? Quelle: Tobias Hirsch
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Kirchhain

Mitten im Bürgermeisterwahlkampf kam das Thema autofreier Marktplatz in Kirchhain auf. Es war eines unter vielen Elementen bei den Überlegungen für Kirchhains künftiges „integriertes Standortentwicklungskonzept“ (Isek genannt). Noch ist „Isek“ jedoch nicht ausformuliert, geschweige denn beschlossen. Das obliegt allein dem Stadtparlament.

Einzelhändler reagierten auf die Überlegungen für eine komplette Sperrung des Platzes vor dem historischen Rathaus aber deutlich – unter anderem mit klaren Statements und mit einer Unterschriftensammlung unter Kunden. Das Ergebnis: An der Unterschriftensammlung beteiligten sich 1750 Bürger, beileibe nicht nur aus Kirchhain.

Harald Pausch, einer der beteiligten Händler, hat die zusammengekommenen Unterschriften statistisch ausgewertet. Wie nicht anders zu erwarten, stammt die breite Masse der Unterschriften (67,7 Prozent oder in absoluten Zahlen 1184) aus Kirchhain. Davon wiederum sind mehr als die Hälfte der Unterschriften aus den Stadtteilen.

Auch Auswärtige unterschreiben

„Also von Personen, die besonders auf den Individualverkehr angewiesen sind“, heißt es in dem Schreiben an den Kirchhainer Magistrat. Es geht um 22 Parkplätze, die nach der bisher letzten Umgestaltung des Marktplatzes noch zur Verfügung stehen und stark frequentiert sind während des Tages.

Es zeigt sich bei der Auswertung der Unterschriften auch, dass das Thema „autofreier Marktplatz“ Auswärtige ebenso zu beschäftigen scheint. Und dass Kirchhain in der Tat eine regionale Einkaufsstadt ist. Demnach unterschrieben auch 125 Kunden aus Amöneburg (7,1 Prozent), 97 aus Stadtallendorf (5,5 Prozent) und 73 aus Rauschenberg (4,2 Prozent) auf den Listen in den beteiligten Geschäften.

In ihrem Begleitschreiben erklären beteiligte Einzelhändler, dass die Unterschriftensammlung „politisch Verantwortlichen als Hilfestellung für ihre Entscheidung dienen soll“.

Stadtparlament entscheidet

Die Beratungen und der Beschluss über das künftige Kirchhainer Entwicklungskonzept sind bisher für den Sommer vorgesehen. Hintergrund für dieses Konzept: „Isek“ ist ein Bestandteil des Förderprogramms „Lebendige Zentren“, in das Kirchhain aufgenommen wurde und das über insgesamt zehn Jahre läuft. Das Programm ermöglicht Fördergelder für öffentliche Bauprojekte.

Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) reagiert auf die Bitte der OP um eine Einordnung kurz und knapp auf den Abschluss der Unterschriftensammlung und deren Ergebnis. Denn aus seiner Sicht gibt es inhaltlich nichts Neues rund um das Thema „Kirchhainer Marktplatz“. Kritisch sieht Hausmann dabei die aus seiner Sicht „sehr einseitige Fragestellung“. Der Magistrat nehme die Zahlen zur Kenntnis und werde sie bei der weiteren Beratung berücksichtigen. Am Ende stehe dabei ohnehin eine politische Entscheidung des Stadtparlaments.

Neben einzelnen Händlern aus der Kirchhainer Innenstadt hatte sich auch der Vorstand des Verkehrsvereins klar gegen einen autofreien Marktplatz positioniert.

Zum künftigen „Isek“ für Kirchhain gehört allerdings weit mehr als nur ein denkbarer autofreier Marktplatz. Bei den Vorschlägen des beauftragten Planungsbüros „UmbauStadt“ geht es unter anderem um eine Achse von der Deutschordensmühle bis hin zum Bahnhofsumfeld und einschließlich der Fußgängerzone. Wie gesagt: Kirchhain profitiert über ein Jahrzehnt von den Fördergeldern aus „Lebendige Zentren“.

Von Michael Rinde

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