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Ostkreis 15.000 Schmetterlinge für 150 Kinder
Landkreis Ostkreis 15.000 Schmetterlinge für 150 Kinder
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12:00 08.05.2020
Auf dieser Collage zeigen teilnehmende Kinder, was sie aus dem Material der Stadtjugendpflege gezaubert haben. Quelle: Fotocollage: Jugendpflege Rauschenberg
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Rauschenberg

Am Mittwoch hofften etwa 150 Kinder und ihre Eltern in Rauschenberg auf ein Klingeln an der Tür, auf den kurzen Besuch von Stadtjugendpfleger Stefan Ullrich oder seiner Anerkennungs-Praktikantin Sophie Baumgart. Die beiden bringen Bastelmaterial für das nächste kleine Projekt. Mittlerweile läuft die Aktion der Rauschenberger Stadtjugendpflege in der dritten Woche. Und die Resonanz ist riesig. In dieser Woche gibt es ein Herz und viele kleine Schmetterlinge dazu. Daraus wird dann ein ganz besonderes Muttertagsgeschenk der Kinder.

Zum Start gab es ein Spiel, ein Tic-Tac-Toe, das die Kinder selbst zusammenbastelten. Wie sie das machen, erfahren sie per Video, das Ullrich und Baumgart aufgenommen haben. Sie können es sich auf dem Computer der Eltern ansehen, die Videos sind auf der Plattform YouTube zu finden oder auf der Rauschenberger Homepage. Für das Muttertagsgeschenk haben die Stadtjugendpfleger eine Leinwand, ein Herz und ganz viele Schmetterlinge bereitgestellt. Baumgart und Ullrich haben für die Kinder 15 000 Schmetterlinge ausgestanzt, jedes Kind bekam allein 100 weiße Schmetterlinge und auch einige andersfarbige. Dazu gibt es Leinwand und ein Herz. So viel sei verraten: Am Ende entsteht ein kleines dreidimensionales Kunstwerk. Wer neugierig ist, kann schon mal einen Blick in das Video der Stadtjugendpflege werfen. Mütter sollten aber einfach im Sinne der Überraschung bis Sonntag warten.

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Und damit die Kinder eine zusätzliche Motivation bekommen eifrig loszubasteln, schicken sie Bilder ihrer Arbeiten an die Stadtjugendpflege. Aus den Bildern entsteht dann eine aufwendige Collage, die veröffentlicht wird, auf der Internetseite der Stadt und in den „Rauschenberger Nachrichten“.

Jede Nachricht der Kinder wird beantwortet. Denn Ullrich und Baumgart wollen in Corona-Zeiten bei geschlossenen Kindergärten und ausfallenden Bastelgruppen den Kontakt zu den Kindern nicht verlieren. „Und wir wollen, dass sie eine Abwechslung haben. Die ist jetzt wirklich ganz wichtig“, sagt Ullrich.

Die Rückmeldungen, die die Jugendpflege bisher hat, zeigen, dass die Idee sehr gut ankommt, auch bei den Eltern. Zugleich sei es gelungen, noch mehr Kinder kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Denn bei jeder Übergabe von Bastelmaterial, bei jeder Mail der Kinder gibt es Gespräche. Manches Kind hat sich auch mit Fragen zur Bastelanleitung an die beiden Jugendpflegemitarbeiter gewandt.

Am Anfang hatte sich Ullrich auf die Kinder aus den Bastelgruppen beschränkt und dann den Kreis auf weitere Kinder in Rauschenberg erweitert. Schnell kamen über 50 Neuanmeldungen hinzu. Immer mittwochs werden die Bastelmaterialien verteilt, für die Familien sind sie kostenlos. Viel Arbeit für Ullrich und Baumgart. „Aber ich war echt von den Socken über die große Freude, die wir den Kindern damit machen, das ist es wert“, sagt Rauschenbergs Stadtjugendpfleger.

Wesentlich schwieriger ist es, mit den Rauschenberger Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Dort weiß Ullrich noch kein Patentrezept. „Das ist im Moment ganz, ganz schwer“, bekennt er.

Von Michael Rinde

07.05.2020
05.05.2020
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