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Ostkreis 148 Radfahrer kämpfen sich den Berg hoch
Landkreis Ostkreis 148 Radfahrer kämpfen sich den Berg hoch
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18:18 04.07.2021
Der Ortseingang war einer der Punkte zur Staffelübergabe durch Abklatschen.
Der Ortseingang war einer der Punkte zur Staffelübergabe durch Abklatschen. Quelle: Gianfranco Fain
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Amöneburg

Fünf, vier, drei, zwei, eins – los. Mit einem kräftigen Tritt in die Pedale begeben sich am Sonntag kurz nach dem Amöneburger Kreisel die 148 Teilnehmer des Einzelzeitfahrens im Minutentakt auf die Strecke. Es gilt die 2,6 Kilometer lange Strecke auf der Nordrampe bis zur Stiftskirche in möglichst kurzer Zeit zu bezwingen. Manche der mehr oder weniger professionell ausgestatteten Pedaleure gehen die Herausforderung ehrgeizig, andere eher gelassen an.

Kaum ist ein Radrennfahrer hinter der ersten Straßenbiegung verschwunden, steht schon der Verfolger oder die Verfolgerin am Start bereit, um die Steigung von sechs Prozent zu überwinden. Unter den Wartenden ist Madelaine Bähr, offensichtlich gut trainiert, was sich auch aus ihrer Aussage schließen lässt, dass sie dieses Jahr schon 3000 Kilometer abgespult hat. Die 31-jährige Starterin der Triathlon-Abteilung des TSV Kirchhain nimmt am erstmalig ausgerichteten Zeitfahren „King of Mountain“ teil, weil „es schön ist, dass endlich wieder etwas stattfindet“.

Dieselbe Motivation treibt Hedwig Riehl den Berg hinauf. Von Hause aus Läuferin des SV Erfurtshausen, meldete sie sich zum Radrennen an, da dieses Jahr bisher alle Laufveranstaltungen ausfielen. Sie wirkt ziemlich gelassen, obwohl sie mit ihrem Rennrad 162 Höhenmeter überwinden muss. „Hochkommen werden wir schon“, äußert sich die mit 62 Jahren älteste Starterin des Frauen-Wettbewerbs zuversichtlich und hält, was sie verspricht. An Ende des Tages steht fest, dass Hedwig Riehl den Vergleich als 13. des 17 Teilnehmerinnen umfassenden Starterfeldes beendete. Sie benötigte für die Strecke 11.45 Minuten.

Fünf Staffeln waren am Start

Zuvor fand der Staffelwettbewerb statt. Fünf Dreier-Teams gingen an den Start, übergaben bis zum Ziel an zwei festgelegten Stellen den „Stab“ durch einfaches Abklatschen. Als beste Kletterer erwies sich das Team der RSG Gießen & Wieseck, die insgesamt 5:45 Minuten benötigte und damit fast acht Minuten weniger als die letztplatzierten Friclaja untrainiert k.e.V. mit 13:35 Minuten.

Es waren aber die Jüngsten, die den Renntag eröffneten, altersgerecht auf einer verkürzten Strecke vom Marktplatz bis zur Schlossruine. An der Spitze der rund 20 Kinder durchfuhr Mio Ramrod die Ziellinie. Er erhielt einen Pokal und durfte sich wie alle anderen Starter aus einer großen Kiste mit Süßigkeiten bedienen.

Nicht nur die Kinder strahlten. Er habe nur lachende Gesichter gesehen, berichtete Ralf Jennemann. Der 43-Jährige ist der Initiator des Rennens, dass er dem Verein „Amöneburg 13Hundert“ vorschlug, als dieser nach Ideen für das Festjahr suchte. Das Feedback der Teilnehmer und auch der Zuschauer, die der gebürtige Stausebacher über den Tag verteilt auf rund 500 schätzt, sei „nur positiv“ gewesen. Zudem hätte das Wetter nicht besser sein können und die Mitarbeiter des Rettungsdienstes hatten auch keinen einzigen Einsatz.

So gesehen war es laut Jennemann „ein Super Einstand nach Maß“, der „auf jeden Fall“ eine erneute Auflage nach sich ziehen wird. „Das wird aber im Zwei-Jahres-Rhythmus geschehen, damit der Stellenwert der Veranstaltung hoch bleibt“, erklärt Jennemann.

Rangliste

Beim „King of Mountain“ nahmen am Sonntag 148 Radrennfahrer die rund 2,7 Kilometer lange Steigung in Angriff, manche sogar zwei Mal, da fünf Dreier-Teams beim Staffelrennen starteten. Unter den Teilnehmern am Einzelzeitfahren war Tamino Fenner mit 11 Jahren der Jüngste, bei den Frauen Teresa Dönges mit ihren 20 Jahren. Die ältesten Starter waren die 73-jährigen Lorenz Rosada und Klaus Hoffmann sowie die 62-jährige Hedwig Riehl.

Die schnellste Zeit fuhr der Jugendliche des Jahrgangs 2005 Max Bock von der RFG Guntersblum mit 5.58 Minuten. Schnellster heimischer Fahrer war mit 6.16 Minuten Maximilian Lohmaier, Jahrgang 1989, von der RG Marburg - RSV Marburg, als vierter des Gesamtklassement und Sieger der Senioren 1.

Das Gesamtklassement der Frauen führt Julia Schallau (1989) mit 7.46 Minuten an, gefolgt von Birgit Jüngst-Dauer (1967) vom FSC Bad Endbach/VfL Marburg Tri, die 8.03 Minuten benötigte und damit auch Siegerin bei den Seniorinnen 3 wurde.

Von Gianfranco Fain