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Nordkreis Zwei weitere Kandidaten für Lahntal
Landkreis Nordkreis Zwei weitere Kandidaten für Lahntal
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09:00 11.11.2021
Claudia Meyer-Bairam (links) und Joachim Muth (rechts) vom Vorstand der SPD Lahntal präsentierten in Caldern den frisch gewählten SPD-Bürgermeister-Kandidaten Jörg Sauerwald nebst dessen Ehefrau Svenja.
Claudia Meyer-Bairam (links) und Joachim Muth (rechts) vom Vorstand der SPD Lahntal präsentierten in Caldern den frisch gewählten SPD-Bürgermeister-Kandidaten Jörg Sauerwald nebst dessen Ehefrau Svenja. Quelle: Götz Schaub
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Caldern

Jörg Sauerwald ist der offizielle Bürgermeister-Kandidat der SPD Lahntal. Er wurde während der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus Caldern von 20 der 22 anwesenden wahlberechtigten Mitgliedern gewählt. Ein Mitglied stimmte gegen ihn, ein weiteres enthielt sich. Er war der einzige Kandidat, der sich beworben hatte und vom Vorstand der SPD Lahntal auch empfohlen wurde.

Sauerwald kommt aus Wetter-Oberrosphe und arbeitet in der Gemeindeverwaltung Lahntal als Hauptamtsleiter. Er ist kein SPD-Mitglied, engagiert sich aber in seiner Heimatkommune Wetter für die SPD im Stadtparlament. Er dankte den Sozialdemokraten für ihr Vertrauen. Seine Kandidatur habe er sich reiflich überlegt. Er habe bisher sehr gerne in der verantwortungsvollen Position für die Gemeinde gearbeitet und bringe von seiner beruflichen Qualifikation alles mit, um entschlossen noch einen Schritt weiterzugehen und Bürgermeister zu werden.

Parteivorsitzende tritt von Amt zurück

Seine Wahl, die eigentlich zentraler Punkt der Versammlung werden sollte und auch sicher für eine gute Teilnehmerzahl sorgte, geriet allerdings etwas in den Hintergrund, weil sich zuvor eine Debatte entwickelte, die den Rücktritt der bisherigen Vorsitzenden der SPD Lahntal, Patricia Agricola, thematisierte. Angelika Löber, Mitglied der SPD Lahntal und darüber hinaus auch für die SPD im Landtag in Wiesbaden tätig, sagte, dass sie sich gefreut hätte, wenn die SPD Lahntal auch einen Kandidaten beziehungsweise eine Kandidatin aus Lahntal präsentiert hätte, der oder die auch SPD-Mitglied ist.

In diesem Zusammenhang meinte sie, dass man auch über den Rücktritt von Patricia Agricola reden müsse, von der bekannt gewesen sei, dass sie eine Kandidatur erwogen habe.

Auch sprach Löber den Austritt von Dirk Geißler aus der Fraktion an. Diese beiden Vorgänge würden ihr zeigen, dass es in der SPD Lahntal derzeit nicht „rund laufe“. Auch habe sie Kenntnis davon, dass Geißler eine Kandidatur in Erwägung ziehe. Das könne der SPD doch nicht egal sein.

Joachim Muth, stellvertretender Vorsitzender der SPD Lahntal, konterte mit der Aussage, dass im Vorstand wie auch in der Fraktion eine gute Stimmung herrsche. Weder Patricia Agricola, noch Dirk Geißler hätten sich bis zum 11. Oktober, den intern bekannten Stichtag für eine Bewerbung als Bürgermeisterkandidat, beim Vorstand gemeldet. Die Versammlung, so machten es wenigstens Hans Jung, Kurt Vogt und Dr. Herbert Koch deutlich, hätte sich nach der Kritik von Angelika Löber sehr gewünscht, wenn die beiden angesprochenen Personen auch an der Versammlung teilgenommen hätten, um sie direkt dazu hören zu können.

Interne Unstimmigkeiten als Grund

Diese Zeitung holte im Nachgang der Sitzung ihre Stimmen ein. Patricia Agricola sagte: „Ich habe den Vorstand davon in Kenntnis gesetzt, dass mich interne Unstimmigkeiten im Vorstand dazu veranlasst haben, von diesem Amt zurückzutreten.“ Mit einer möglichen eigenen Kandidatur für das Bürgermeister-Amt stehe dieser Schritt in keinem Zusammenhang, fügte die amtierende Ortsvorsteherin von Goßfelden an. Dann sagte sie: „Ich gebe zu, dass ich über eine Kandidatur nachgedacht habe. Dabei habe ich die Vor- und Nachteile abgewogen und mich dann entschieden, nicht zu kandidieren.“ Dann stellte sie klar, dass sie dem Vorstand angekündigt habe, als normales SPD-Mitglied nicht zur Jahreshauptversammlung zu kommen. Die Beweggründe für ihren Rücktritt seien dem Vorstand bekannt, an einer weitergehenden Debatte darüber sei sie nicht interessiert.

Dirk Geißler stellt gegenüber dieser Zeitung klar, dass er in der Tat als freier Kandidat ins Rennen gehen wird. „Natürlich denke ich nach wie vor politisch sozialdemokratisch“, so Geißler. Eine Kandidatur für die SPD hätte er sich in früherer Zeit natürlich vorstellen können, doch nicht mehr seit der neuen Legislaturperiode. Dabei ist es ihm wichtig zu betonen, dass seine Entscheidung, nicht für die SPD zu kandidieren, nichts mit seiner Haltung in der Diskussion um das Haus am Wollenberg in Sterzhausen und der möglichen Drei-Felder-Halle in Goßfelden zu tun hat.

  • Der Kandidat der SPD Lahntal, Jörg Sauerwald, und auch Dirk Geißler werden demnächst genauer vorgestellt. Nach Carsten Laukel von der Bürgerliste Lahntal sind nun schon drei Personen bekannt, die sich im September 2022 einer Direktwahl stellen wollen.

Von Götz Schaub