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Nordkreis Zwei Menschen im Landkreis mit Q-Fieber infiziert
Landkreis Nordkreis Zwei Menschen im Landkreis mit Q-Fieber infiziert
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06:54 28.07.2022
Schafe, aber auch Ziegen und Rinder sowie Haustiere und Vögel sind potenzielle Träger von Q-Fieber-Erregern.
Schafe, aber auch Ziegen und Rinder sowie Haustiere und Vögel sind potenzielle Träger von Q-Fieber-Erregern. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg-Biedenkopf

Das Q-Fieber beschäftigt in diesen Tagen sowohl das Gesundheitsamt als auch die Veterinärbehörde des Kreises Marburg-Biedenkopf. „Wir können bestätigen, dass in einer Nordkreiskommune bei zwei Personen der Erreger des ,Q-Fiebers’ nachgewiesen worden ist“, sagte Kreis-Pressesprecher Stephan Schienbein am Mittwoch auf Nachfrage. Demnach sei ein Fall im Juni, ein weiterer Fall im Juli registriert worden.

Bei einer Person bestehe ein Kontakt zu Tieren, so Schienbein weiter: „Bei diesen Tieren waren allerdings entsprechende Laboruntersuchungen negativ.“ Bei der anderen Person konnte kein infektionsrelevanter Kontakt zu Tieren ermittelt werden.

Erreger des Q-Fiebers ist das – mit Ausnahme der Antarktis und Neuseeland – weltweit verbreitete Bakterium Coxiella burnetii. Durch Zecken oder Kontakt mit infizierten Exkrementen geht die Infektion von Naturherden wie Nagetieren und Wild auf Nutztiere über – vor allem Schafe, Ziegen und Rinder, aber auch auf Haustiere und Vögel. Der Mensch infiziert sich fast ausschließlich durch Inhalation kontaminierten Staubes getrockneter tierischer Ausscheidungen.

Übertragung von Mensch zu Mensch selten

Der Erreger ist sehr widerstandsfähig gegenüber Austrocknung, Hitze und Kälte und kann durch die Bildung von Dauerformen (Sporen) jahrelang überleben und infektiös bleiben. Zecken übertragen den Erreger zwischen Haus- und Wildtier, spielen aber für die Infektion des Menschen keine Rolle. Eine Übertragung beim Verarbeiten von tierischen Produkten oder beim Verzehr von Rohmilchprodukten ist grundsätzlich möglich, aber sehr selten.

Die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch ist ebenfalls sehr selten. Die Infektion verläuft beim Menschen bei rund 50 Prozent der Betroffenen ohne Symptome. Andere zeigen nur milde grippeähnliche Symptome. Zumeist heilt die Erkrankung spontan nach ein bis zwei Wochen wieder aus. Die akute Infektion spreche gut auf Antibiotika an, so die Auskunft des Kreis-Sprechers, der darüber hinaus sagte: „Eine Isolierung von Erkrankten ist in der Regel nicht erforderlich, ebenso wenig spezielle Maßnahmen für Kontaktpersonen.“

Da die Tiere der einen betroffenen Person negativ getestet wurden, besteht seitens der Veterinärbehörde aktuell kein akuter Handlungsbedarf. Das Gesundheitsamt sensibilisiert die Hausärzte in der Region zu diesem Thema und steht weiterhin in engem Austausch mit der Veterinärbehörde.

Von unseren Redakteuren