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Nordkreis Zukunft der Lahnfelshalle ist noch offen
Landkreis Nordkreis Zukunft der Lahnfelshalle ist noch offen
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15:58 29.07.2021
Die Zukunft der Lahnfelshalle in Goßfelden hängt mit davon ab, ob rund 200 Meter entfernt eine Drei-Felder-Sporthalle gebaut werden kann oder nicht.
Die Zukunft der Lahnfelshalle in Goßfelden hängt mit davon ab, ob rund 200 Meter entfernt eine Drei-Felder-Sporthalle gebaut werden kann oder nicht. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Caldern

In der Sitzung des Lahntaler Gemeindeparlaments vor der Sommerpause im Feuerwehrhaus Caldern brachte die CDU einen Antrag ein, wonach der Gemeindevorstand beauftragt werden sollte, zur Vorbereitung der abschließenden Entscheidung über den Bau einer Kultur- und Sporthalle in Goßfelden zwei Kostenschätzungen zu erstellen.

Zum einen eine Kostenschätzung mit Rückbau der Lahnfelshalle zu einem reinen Bürgerhaus inklusive Sanierung der verbleibenden Gebäudeteile. Zum anderen eine Kostenschätzung, bei der die Lahnfelshalle komplett abgerissen wird und eine Umnutzung des Grundstücks durch die Gemeinde erfolgt.

Bereits im Hauptausschuss war dieser Antrag durchgefallen. Vier Mitglieder hatten sich gegen eine positive Empfehlung für die Gemeindevertreter ausgesprochen. Es war also ziemlich klar, dass die CDU auch in der Gemeindevertretung scheitern würde, aber sie hielt den Antrag aufrecht, weil sie von ihm überzeugt war.

Dr. Claus Opper von den Grünen versuchte noch, der CDU eine Brücke zu bauen. Er sagte, dass das Thema durchaus wichtig und interessant sei, aber einfach zu früh komme. Es belaste jetzt nur die Verwaltung und verursache Mehrkosten. Er hätte es gerne gesehen, wenn die CDU ihn zurückgezogen hätte, um ihn einfach später noch einmal in die Diskussion zu bringen. Im Bau-, Energie- und Umweltausschuss habe sich das dortige CDU-Mitglied auch auf eine Rücknahme eingelassen.

Bürgermeister Manfred Apell (SPD) machte deutlich, dass die ganzen Überlegungen erst dann eine Rolle spielen, wenn klar ist, dass es die Förderung zur Drei-Felder-Halle gibt. Bis dahin werde die Lahnfelshalle, so wie sie ist, gebraucht.

Doris Hilberger von der CDU vertrat die Ansicht, dass man durchaus jetzt die Möglichkeiten abwägen sollte, um später nicht in Zeitnot zu geraten. Die Fragen würden sich ja nicht verändern. So könne sie es sich auch vorstellen, dass die Lahnfelshalle komplett abgerissen wird, wenn 200 Meter weiter eine Kultur- und Sporthalle entstehe, die auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden könne.

Um zu erfahren, wie Vereine die Lahnfelshalle auslasten, wollte die CDU eine Aufstellung aus den beiden zurückliegenden Jahren, um das auch mit in die Diskussion zu bringen. Es sei wichtig zu wissen, ob in einer neuen Halle alle ein Zuhause finden. Dann könnte die Lahnfelshalle komplett abgerissen werden, die Gemeinde könnte den Grund neu nutzen, etwa für Wohnbebauung.

Bürgermeister Apell meinte, dass es keine gute Idee sei, mehrere Vereine in der neuen Halle gleichzeitig üben zu lassen. Es sei in erster Linie eine Sporthalle. Sicher könnten dort auch mal Konzerte stattfinden, etwa zu Weihnachten, aber alles in die Sporthalle zu verlegen, hieße, sich selbst zu schädigen und das Mehr, das man für den Sport gewinnen würde, wieder infrage zu stellen. Er plädierte, dieses Thema noch einmal umfassend zu diskutieren, wenn es tatsächlich die Förderung für die Halle gibt.

Hilberger konterte, dass jetzt die Zeit richtig sei, um auch rechtzeitig Bürgerbeteiligung herzustellen. Apell hielt wieder dagegen. Was solle eine Kosten verursachende Kostenschätzung erreichen, wenn noch gar nichts gesichert sei, fragte er. Und er erinnerte daran, dass seine Verwaltung derzeit wahrlich ausgelastet sei. „Wir müssen eine Krippe in Sterzhausen bauen, uns um das Haus am Wollenberg kümmern und an die Feuerwehr Sterzhausen denken.“ Die CDU ließ nicht locker. Es sei jetzt wichtig, einen Finanzhintergrund zu haben, um entscheiden zu können, was die besseren Lösungen sind. An diesem Punkt reichte es Hans Jung aus der SPD-Fraktion. Es könne nicht sein, sich im Parlament ausufernd über Themen zu unterhalten, die im Ausschuss schon deutlich abgelehnt wurden, meinte er und beantragte das Ende der Debatte. Rainer Kieselbach von der SPD versuchte, die CDU noch einmal zum Zurückziehen ihres Antrages zu bewegen, weil dieser im Kern nicht falsch sei, aber zum falschen Zeitpunkt komme.

Die CDU bestand auf Abstimmung und kassierte mit 15 Nein-Stimmen eine klare Absage. Ein CDU-Fraktionsmitglied enthielt sich wie zwei weitere Parlamentarier, so dass am Ende nur vier der fünf anwesenden Christdemokraten mit „Ja“ stimmten.

Von Götz Schaub

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