Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Ziel bleibt der Erhalt des Hallenbades
Landkreis Nordkreis Ziel bleibt der Erhalt des Hallenbades
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:56 23.03.2022
Der Eingang des Hallenbades in Wetter. Wird das Bad in eine neue Zukunft gebracht, etwa in einem Zweckverband oder unter Vereinsträgerschaft?
Der Eingang des Hallenbades in Wetter. Wird das Bad in eine neue Zukunft gebracht, etwa in einem Zweckverband oder unter Vereinsträgerschaft? Quelle: Götz Schaub
Anzeige
Wetter

Ist das Hallenbad in Wetter noch zukunftsfähig? Von seiner Substanz allemal, doch produziert es pro Jahr um die 400 000 Euro Defizit. Eine Summe, die sehr belastet und eigentlich, so sagte es CDU-Fraktionsmitglied Volker Drothler am Dienstagabend während der Sitzung des Stadtparlamentes, „so nicht mehr hinnehmbar ist“. Wer ein Blick in den Geldsäckel der Stadt Wetter wirft, weiß sofort warum. Drothler umschreibt es so: „Wir sind Schuldenmeister geworden.“ In seiner Stimme schwingt keine Verbitterung mit. Er stellt es einfach nur nüchtern fest und die übrigen Fraktionen wissen natürlich auch um den Schuldenstand der Stadt. Da spielt es eigentlich keine große Rolle, dass das Defizit des Hallenbades zuerst bei den Stadtwerken Wetter aufschlägt. Es bleibt doch alles in der kommunalen Verantwortung.

Das erste Bad im Kreis

Das Hallenbad in Wetter wurde im Jahre 1968 erbaut und war damit im Landkreis Marburg-Biedenkopf das erste Hallenbad außerhalb Marburgs. Im Laufe der Jahre wurde es mehrfach saniert und auch modernisiert.

Seit 2012 ist es Bestandteil des Eigenbetriebs der Stadtwerke Wetter.

Das Hallenbad steht neben dem öffentlichen Badebetrieb unter anderem für den Schulsport und den Vereinssport zur Verfügung.

Die angedachte Erhöhung der Eintrittspreise, um das Defizit zu drücken, zum Frühjahr 2022 wurde bisher noch nicht beschlossen. Doch bleibt sie angekündigt. Über die Höhe will die Stadtverordnetenversammlung nach Protesten von Nutzern noch einmal diskutiert.

Zuletzt wollte man die Eintrittspreise „anpassen“, um das Defizit etwas zu drücken. Das kam bei Nutzern, insbesondere der Aqua-Kurse, nicht so gut an. Also soll dort nachgearbeitet werden. Die Parlamentarier wollen nun aber einen größeren Wurf landen, um den Fortbestand des Bades zu einem erträglicheren Preis zu sichern. Ein Ende des Angebots will niemand. Also formulierten die vier Fraktionen – CDU, SPD, Grüne und Die Linke – zusammen mit dem FDP-Einzelabgeordneten einen gemeinsamen Antrag zur Erhaltung des Hallenbades. Dieser Antrag wurde Dienstagabend im Stadtparlament eingebracht und einstimmig beschlossen. Dabei geht es zunächst darum, dass der Magistrat beauftragt wird, zu prüfen, in welchen alternativen Rechtsformen das städtische Hallenbad betrieben werden kann. Dabei ist insbesondere die Möglichkeit eines Zweckverbandes Hallenbad mit den anderen Nordkreisgemeinden zu berücksichtigen. Die verschiedenen Betriebsmöglichkeiten – so ist auch eine Vereinsträgerschaft denkbar – sollen dargestellt werden, die jeweiligen Vor- und Nachteile kenntlich gemacht werden, um sie gegeneinander abwägen zu können. Die Ergebnisse der Prüfung sowie eine Handlungsempfehlung soll der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis gebracht werden. Ein Zeitrahmen wurde nicht angegeben, doch kann man sich auch so denken, dass es aufgrund der wiederkehrenden Defizite nicht auf die lange Bank geschoben werden kann.

Von Götz Schaub