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Nordkreis Ein „Polizist zum Anfassen“
Landkreis Nordkreis Ein „Polizist zum Anfassen“
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13:59 12.10.2021
Wolfgang Höhl (Vierter von rechts) wurde von Staatssekretär Dr. Stefan Heck (Zweiter von rechts) ins neue Amt eingeführt, im Beisein von Münchhausens Bürgermeister Peter Funk (von links), Polizeirat Heinz Frank, Leitender Polizeidirektor Manfred Kaletsch, Polizeipräsident Bernd Paul, Leitender Kriminaldirektor Frank Göbel und Claudia Meyer-Bairam, Erste Beigeordnete von Lahntal.
Wolfgang Höhl (Vierter von rechts) wurde von Staatssekretär Dr. Stefan Heck (Zweiter von rechts) ins neue Amt eingeführt, im Beisein von Münchhausens Bürgermeister Peter Funk (von links), Polizeirat Heinz Frank, Leitender Polizeidirektor Manfred Kaletsch, Polizeipräsident Bernd Paul, Leitender Kriminaldirektor Frank Göbel und Claudia Meyer-Bairam, Erste Beigeordnete von Lahntal. Quelle: Ina Tannert
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Marburg

Die vier Nordkreis-Kommunen von Marburg-Biedenkopf haben mit Polizeioberkommissar Wolfgang Höhl einen neuen „Schutzmann vor Ort“ – er wurde am Donnerstag offiziell vorgestellt. Hinter dem Amt steckt mehr, als mancher vermutet.

Seine künftigen Aufgaben: Präsenz zeigen, ein nahbarer Ansprechpartner sein in Cölbe, Lahntal, Münchhausen und Wetter. Das neue Amt führt Höhl nicht einfach nebenbei als zusätzliche Funktion aus, er ist rein für diese Aufgabe da, dient praktisch als Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern, aber auch örtlichen Vereinen, Schulen oder Kindergärten sowie weiteren Einrichtungen und Ämtern in den vier Kommunen.

Der 55-Jährige ist ein erfahrener Schutzmann und kennt sich im Landkreis aus, er arbeitet seit 2004 im Streifendienst in Marburg. Höhl war zuvor bei der Bundeswehr, bevor er sich für den Polizeidienst entschied, und kam über die Polizeistationen in Friedberg und Gießen Süd schließlich in den Kreis. Bevor er sein neues Amt antrat, hospitierte er ein halbes Jahr in der Abteilung E4, der Bereich Prävention der Polizei, um sich auf seine Aufgaben vorzubereiten. Dort sind diverse Schwerpunkte angesiedelt, von Cybercrime bis zu Betrugsmaschen, wie den derzeit wieder vermehrt vorkommenden Schockanrufen und dem „Enkeltrick“.

Schutzleute sollen Sicherheitsgefühl stärken

Das Konzept „Schutzleute vor Ort“ gibt es schon seit einigen Jahren in Hessen. Die Amtsträger sollen als direkte Ansprechpartner in ihren Zuständigkeitsbereichen fungieren, durch sie will die Polizei mehr Präsenz im öffentlichen Raum erreichen, den persönlichen Kontakt zu den Bürgern stärken. Der kurze Draht zur eigenen Polizei, die unkomplizierte Schlichtung eines Streits am Gartenzaun, der stete Ansprechpartner vor Ort, das ist heute gerade auf dem Land weniger vorhanden.

Er kennt das noch anders, verrät Höhl. Als er nach Marburg kam, gab es „lauter kleine Schutzmänner vor Ort“. Kleinere Probleme der Bürger waren bei regelmäßigen Fahrten aufs Land und im direkten Gespräch schneller und einfacher zu lösen. Genau das wünscht er sich für das neue Amt, gerade da dies angesichts der personellen Lage für viele Kollegen nicht mehr zu schaffen sei.

Das Programm gilt als Erfolgskonzept, ist aber auch Anzeichen dafür, dass die Polizei die persönliche, direkte Ansprache der Menschen heute personell und bei wachsenden Aufgabenfeldern kaum noch anders erfüllen kann. Zugleich sinkt das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung, die Leute wünschen sich mehr Sichtbarkeit von ihrer Polizei, das zeigen seit Jahren Erhebungen.

Auch dem sollen die Schutzleute vor Ort etwas entgegensetzen, ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Frage man die Menschen, wie sicher sie sich fühlen, dann gehe die Tendenz seit 20 Jahren „eher nach unten als nach oben“, sagte Staatssekretär Dr. Stefan Heck während der Amtseinführung. Daher seien Sicherheitsinitiativen wie dieses oder die Initiative „Kompass“ (Kommunal-Programm-Sicherheits-Siegel) so wichtig.

Eine wichtige Funktion, für die es „die richtigen Menschen am richtigen Ort“ brauche. Höhl übernimmt die Stelle von Martin Schneider, der in den letzten Jahren im Nordkreis Schutzmann vor Ort war und dem Heck für „eine engagierte Arbeit“ dankte. Er sei überzeugt, dass auch sein Nachfolger in der Bevölkerung „ebenso auf positive Resonanz“ stoße.

Bisher sitzt Höhl in der Polizeidirektion Marburg, will sich aber künftig auch in „seinen“ Kommunen aufhalten, sich demnächst dort vorstellen, hier und da „mal reinschauen“. Es gehe in seinem Amt um weit mehr, als nur mit dem Streifenwagen durch die Orte im Norden zu fahren, sondern um vielfältige Aufgabengebiete, vom Gespräch mit Bewohnern und Geschäftsleuten bis zur Mitarbeit in Gremien, an Runden Tischen wie die Beteiligung an Problemanalysen und Präventionsmaßnahmen.

Bei Höhl sei das Amt „in guten Händen“, er werde mit seiner umgänglichen Art das Vertrauensverhältnis zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Polizei im Nordkreis stärken. „Dort, wo Sie unterwegs sein werden, sind Sie das Gesicht der Polizei – ein Polizist zum Anfassen“, betonte auch Polizeipräsident Bernd Paul.

In Marburg-Biedenkopf gibt es drei Schutzleute vor Ort: Manfred Höhl ist zuständig für den Nordkreis, sein Kollege Martin Agel für Marburg, Ebsdorfergrund, Weimar, Fronhausen und Lohra, sowie Gunter Weber für Neustadt.

Grundsätzlich ist Wolfgang Höhl als „Schutzmann vor Ort“ für den Norden über die Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf telefonisch unter 0 64 21 / 40 62 66 sowie per E-Mail unter Wolfgang.Hoehl@polizei.hessen.de erreichbar.

Von Ina Tannert

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