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Nordkreis Mehr Durchblick beim Kita-Angebot
Landkreis Nordkreis Mehr Durchblick beim Kita-Angebot
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14:00 30.12.2021
Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (rechts) überreichte die goldene Wappennadel der Stadt Wetter an Klaus Gerber (von links), Margot Diehl und Harald Althaus. Es fehlt: Kurt Schumacher.
Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (rechts) überreichte die goldene Wappennadel der Stadt Wetter an Klaus Gerber (von links), Margot Diehl und Harald Althaus. Es fehlt: Kurt Schumacher. Quelle: Ina Tannert
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Wetter

Seit Monaten erhält das Thema Kinderbetreuung in der Stadt Wetter erhöhte Aufmerksamkeit, gerade auch im Parlament, das sich zuletzt mit plötzlichen Angebotslücken befassen musste. Nun wollen sich die Stadtverordneten für die Zukunft stabiler aufstellen und genauer wissen, wie es um das Betreuungsangebot für Kinder und aktuell auch um die Jugendarbeit bestellt ist.

Die Themen brachte die SPD mit Anträgen auf den Tisch, die Stadtverordnetenvorsteherin Astrid Wagner als Fraktionsmitglied vorstellte, die sich dazu vorübergehend von Stellvertreter Harald Althaus auf dem Vorstehersitz vertreten ließ. Wagner hob hervor, dass zuletzt viele Entscheidungen rund um das Thema Kinderbetreuung getroffen wurden – von der Anschaffung von Modulen für die Übergangszeit der Kita Zwergenland in der Bauphase bis zur Schaffung einer Wald-Kita.

Zentrales Thema

Es sei gerade jetzt zentrales Thema in der Stadt mit Angeboten auf verschiedenen Ebenen, das immer wieder auftaucht, aber gerade für neue Parlamentarier undurchsichtig werden könnte. Daher wolle die Fraktion ein Konzept erstellen lassen, an welcher Stelle überhaupt welche Betreuungs- und Beratungsangebote stattfinden, „einfach um eine einheitliche Übersicht zu bekommen“.

Wie viele Kinder werden wo betreut, wie viele können in den einzelnen Einrichtungen aufgenommen werden oder welche der Stadt bekannten Tagesmütter sind überhaupt noch im Beruf tätig? Im Grunde solle ergänzend zu der üblichen Datenlage eine umfassende Aufstellung entstehen, wie die Stadt bei der Kinderbetreuung aufgestellt ist. Enthalten soll das Papier alle Angebot für Kinder zwischen null und sechs Jahren, aufgeteilt in sämtliche U3- und Ü3-Betreuungsangebote im Stadtgebiet samt Uhrzeiten und von allen Trägern, etwa der Kirche. Weiterhin Teil des Berichts soll das derzeitige Beratungs- und Hilfsangebot für Eltern und Familien sein, ebenfalls von kommunaler Seite oder durch andere Träger.

Auch die Zusammenarbeit und Netzwerkarbeit ist Teil wie der Kita-Bedarfsplan für das kommende Jahr, etwa Meldezahlen und Bedarfsquote, die den aktuellen Betreuungszahlen gegenübergestellt werden. Eine voraussichtliche Bedarfsermittlung samt Geburtenzahlen und Planungsstand für 2022 soll wiederum aufzeigen, worauf sich die Stadt in den nächsten Jahren bei der Kinderbetreuung einstellen muss.

Praktisch entsteht eine große Bilanz in mehreren Ebenen, die eine Orientierungshilfe für Politik wie Eltern geben und zugleich unschöne Überraschungen bei der Bedarfsplanung – wie zuletzt durch die mit dem Neubaugebiet sprunghaft gestiegene Nachfrage – entgegenwirken soll.

In Zukunft soll das Gesamtkonzept aktuell gehalten und als Grundlage für anstehende Entscheidungen des Parlaments herangezogen werden – im Gespräch sind bereits ein Kita-Neubau und die Einrichtung eines Familienzentrums. Daher sieht der Beschluss vor, dass die Aufstellung entsprechend zeitig und „vor den nächsten zu treffenden Entscheidungen in der Kinderbetreuung“ vorzuliegen hat.

Parlament fragt Stand der Jugendförderung ab

Der Antrag wurde einstimmig und bei null Enthaltungen beschlossen. Ebenso wie ein zweiter SPD-Antrag, der ein weiteres Gesamtkonzept vorsieht, dieses Mal zur Jugendförderung und Jugendarbeit: Diese Auflistung soll unter anderem die städtischen Leitziele der Jugendarbeit, die Anzahl an Jugendlichen und alle örtlichen Angebote umfassen. Sowohl von der Stadt als auch von anderen Trägern oder Vereinen.

Auch künftig geplante Projekte und deren Umsetzung sollen Teil der Liste sein. Damit fordern die Stadtverordneten eine Übersicht über den aktuellen Stand der Dinge bei der Jugendförderung, die ebenfalls online gestellt werden und zugleich eine Informationsquelle für die Jugend sein soll.

Würdigung ehrenamtlichen Engagements

Während der Sitzung wurden zudem hohe Ehrungen vergeben und mehrere Bürgerinnen und Bürger mit der silbernen oder goldenen Wappennadel der Stadt Wetter ausgezeichnet. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka und Stadtverordnetenvorsteherin Astrid Wagner konnten diese Ehrungen vor Ort zumindest den anwesenden Stadtverordneten überreichen.

Wegen der Pandemie waren andere Geehrte nicht eingeladen, was er bedaure, aber wegen der Sicherheit so entscheiden musste, sagte Spanka. „Wir wollen aber alle gemeinsam würdigen.“ Die goldene Nadel nahm unter anderem Harald Althaus entgegen, der seit 24 Jahren Stadtverordneter ist, ebenso wie Klaus Gerber.

Margot Diehl übt genauso lange schon das Amt der Ortsvorsteherin von Mellnau aus, während Kurt Schuhmacher das Amt des Stadtrats oder des Stadtverordneten ebenfalls seit 24 Jahren inne hat.

Ehrungen Wappennadel

Die Stadt Wetter hat Bürgerinnen und Bürger geehrt, die sich seit Jahren zum Wohle der Stadt einsetzen. Die Auszeichnung mit der Nadel mit dem Stadtwappen wird in zwei Stufen verliehen – für eine Tätigkeit von mindestens 12 Jahren gibt es Silber, für mindestens 24 Jahre Gold.
Goldene Wappennadel: Harald Althaus, Margot Diehl, Klaus Gerber, Kurt Schumacher. Silberne Wappennadel: Birgit Engelhardt, Dr. Richard Fett, Norbert Gäckler, Christa Künzel, Erna Linne, Annette Mann, Rosemarie Rösser, Bernd Rößer, Kai-Uwe Spanka, Gisela zum Eugen.

Von Ina Tannert