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Nordkreis Wetter macht "keine großen Sprünge"
Landkreis Nordkreis Wetter macht "keine großen Sprünge"
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16:00 12.12.2019
Am Dienstagabend war der Entwurf des Haushaltsplans 2020 Wetter wichtigster Tagesordnungspunkt der Stadtverordnetenversammlung. Quelle: Ina Tannert
Wetter

Das Geld ist seit Jahren knapp in Wetter und das wird wohl auch so bleiben. Das zeigt der Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2020, den Bürgermeister Kai-Uwe Spanka am Dienstagabend, 10. Dezember, in der Stadtverordnetenversammlung einbrachte. Immerhin: Eine Neuverschuldung soll es nicht geben, vielmehr konnten weitere Schulden – rund 385.000 Euro – abgebaut werden, bilanzierte der Rathauschef.

Bis Ende 2020 soll der Schuldenstand der Stadt gar unter die 10 Millionen Marke fallen, das ist zumindest geplant. Der Entwurf der neuen Haushaltssatzung weist im Ergebnishaushalt einen Überschuss von knapp 207.000 Euro auf. Eine gute Nachricht: Eine Steuererhöhung für die Wetteraner ist nicht geplant, da der Ausgleich des Haushalts nicht bedroht ist, fällt auch ein Haushaltssicherungskonzept weg.

Trotzdem: „Die finanzielle­ ­Lage der Stadt Wetter und ­ihres Eigenbetriebs Stadtwerke­ ­Wetter ist nicht als stabil zu bezeichnen“, betonte Spanka. Es gibt zwar „die schwarze Null im Kernhaushalt, aber die reicht nicht aus, um ordentliche Kredittilgungen zu bedienen“. Also gilt auch für 2020 weiterhin eine strikte Haushaltsdisziplin.

Nahwärmeversorgung stellt Verlust für die Stadt dar

Schon alleine wegen einer „erheblichen Kostensteigerung“, mit der zu rechnen sei und die den Ergebnishaushalt belasten dürfte, gerade was Leistungen für Handwerker angeht. Ebenso gestiegen sind die Personalkosten und zwar um rund 200.000 Euro auf etwa 3,27 Millionen Euro für das kommende Jahr. Ins Gewicht fallen ebenso die Ausgaben für die Freiwilligen Feuerwehren, die mit 369.000 Euro zu Buche schlagen.

Für die Kinderbetreuung rechnet die Stadt mit insgesamt etwa 2,1 Millionen Euro, der Zuschuss für die Kitas steigt damit um rund 172.760 Euro. Darin fließt aber auch die zusätzliche Miete für die Ausweichmodule der Kita Treisbach mit ein, in denen die Kinder vorübergehend betreut werden.

Der Haushalt

  • Erträge: 14.915.302 Euro
  • Aufwendungen: 14.709.276 Euro
  • Ergebnis: 206.826 Euro
  • Investitionen: 2.030.000 Euro     

Weitere Verluste für die Stadt stellten die Nahwärmeversorgung und generell die Stadtwerke dar, auch das Schwimmbad koste mehr, als es erwirtschaften kann. Gestiegenen Kosten habe die Stadt wenig entgegenzustellen, Einsparpotenziale seien weitestgehend erschöpft, so Spanka.

Ein Lichtblick für das Stadtsäckel: Immerhin wird die Kreis- und Schulumlage nicht erneut steigen. Wetter erhielt vom Kreis zudem Rückzahlungen aus den letzten beiden Haushaltsjahren. In der Summe gleicht dieses Plus die früheren Verluste aus.

Neue Kredite für neue Investitionen

Spanka nahm außerdem zu dem Jahresabschluss 2018 Stellung: Der weist im ordentlichen Ergebnis einen Überschuss von rund 502.000 Euro auf, etwa 32.000 Euro mehr als erwartet. Dennoch werde es auch künftig „keine großen Sprünge“ für Wetter geben können. Für anstehende Investitionen muss die Stadt Kredite in Höhe von rund 805.000 Euro aufnehmen.

Die wichtigsten Investitionen: 550.000 Euro fließen in die Dorferneuerung der Stadtteile Oberrosphe, Unterrosphe und Treisbach. Für Sanierung und Umbau der Kita Treisbach sind im Haushaltsentwurf 195.000 Euro veranschlagt. Im Rahmen der Sanierung der Hauptstraße­ in Oberndorf finanziert die Stadt den Bau neuer Gehwege mit 160.000 Euro.

Eine neue Geschwindigkeitsmessanlage schlägt mit 150.000 Euro zu Buche. Mit einem neuen mobilen Blitzer rüstet sich die Stadt für eigene Geschwindigkeitsmessungen. Das ist laut Spanka notwendig, da mit der neuen Umgehung der B 252 die bisherigen Messanlagen auf der Strecke zurückgebaut werden sollen. Für einen neuen Gerätewagen für die Feuerwehr Todenhausen sind 110.000 Euro veranschlagt. Für die Planungen zum Neubau des Schutzbereichs Ost für die Wehren aus Oberrosphe, Unterrosphe und Mellnau gibt es 30.000 Euro.

Ehrungen: Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Eife und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka verliehen während der Sitzung die silberne Wappennadel der Stadt Wetter an die Wetteraner Bürger Renate Dersch aus Amönau, Manuela Schwarz aus Oberrosphe, Anne Velte aus Mellnau und Jochen Dersch aus Warzenbach.   

von Ina Tannert