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Nordkreis Viele kleine Feste ergeben ein großes
Landkreis Nordkreis Viele kleine Feste ergeben ein großes
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15:59 24.09.2021
Peter-Michael Schneider (links) und Rudolf Schneider kennen sich mit der Technik des alten Backhauses aus. Hier holen sie einen Zwiebelkuchen aus dem Ofen. 
Peter-Michael Schneider (links) und Rudolf Schneider kennen sich mit der Technik des alten Backhauses aus. Hier holen sie einen Zwiebelkuchen aus dem Ofen.  Quelle: Foto: Uwe Badouin
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Schwarzenborn

Der Cölber Rotweinlauf war einmal – jetzt gibt es das Event „Cölbe bewegt sich“. An der Premiere am Sonntag beteiligten sich Vereine und Initiativen aus allen sechs Ortsteilen Bernsdorf, Bürgeln, Cölbe, Reddehausen, Schönstadt und Schwarzenborn. Verbunden waren sie durch eine rund 30 Kilometer lange Strecke, die von Wanderinnen und Wanderern und vor allem E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrern rege genutzt wurde. Und überall gab es ausreichend Einkehrmöglichkeiten. Die OP hat stellvertretend den mit rund 120 Einwohnern zweitkleinsten Ortsteil Schwarzenborn besucht. Dort fand rund um das Dorfgemeinschaftshaus ein kleines Dorffest statt, organisiert vom Verein Schwarzenborner Tor und dem Tischtennisverein. Es gab Zwiebelkuchen und Pizza frisch aus dem Backhaus.

Ein Backhaus hatte früher jedes Dorf

Ein Backhaus hatte früher jedes Dorf. Es war unabdingbar in Zeiten, als es noch keine Elektroherde und keine Bäckereien gab. Dort wurden Brote und Kuchen gebacken. Das Backhaus war einer der zentralen Anlauforte in den Dörfern, bis sie in den 1960er-Jahren allmählich verschwanden und oft sogar abgerissen wurden. Und man braucht Erfahrung, um in einem Backhaus einen ordentlichen Zwiebelkuchen zu backen. Diese Erfahrung haben sie in Schwarzenborn. „Das Backhaus wird bis heute unregelmäßig regelmäßig genutzt“, sagt Rudolf Schneider. Wenn jemand Brot oder leckeren Blechkuchen backen möchte, geht dies in die WhatsApp-Gruppe und jeder, der will, kann sich anschließen. Und noch ein Tipp für alle Backhaus-Nutzerinnen und -Nutzer kommt von Ulrike Schneider: Zum Heizen sei Buchenholz am besten.

Zwei Tage lang haben die Mitglieder des Vereins Schwarzenborner Tor und des Tischtennisvereins für das Fest gearbeitet. „Wir haben 25 Kilo Zwiebeln verarbeitet und 26 Kilo Pizzateig geknetet“, sagte Ulrike Schneider. Letzteres glücklicherweise mit einer Knetmaschine. Und falls das nicht reichen sollte – es gab noch 20 Liter Kürbissuppe und drei große Blechkuchen, die am Vortag gebacken worden waren. Gemeinsam mit Christiane Boucsein, Simone Wittmann und Karin Schneider stand sie am Sonntag in einem kleinen Zelt und verkaufte Pizza und Zwiebelkuchen. Und die gingen ebenso wie der Blechkuchen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Die vier Frauen vom Verein Schwarzenborner Tor sahen rundum zufrieden aus. „Das ist das erste Fest seit 2019. Das ist in Corona-Zeiten etwas ganz Besonderes“, sagt Ulrike Schneider.

Das sahen viele Radfahrer so, die sich bei freundlichem Herbstwetter mit ihren E-Bikes auf die Erkundung von Cölbes Ortsteilen gemacht hatten. Hunger und Durst mussten sie nirgends leiden: In Cölbe gab es mediterrane Snacks, in Reddehausen deftige Ofenkartoffeln, in Schönstadt Herzhaftes vom Grill, in Bürgeln Frühstücksteller und Sauerländer Bockwurst und in Bernsdorf konnte man die Kalorien bei einer Schnupperrunde auf dem Gelände des Golfclubs wieder loswerden. Dank „Cölbe bewegt sich“ wurden viele kleine Dorffeste zu einem großen.

Von Uwe Badouin

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